Die Verlegung von Rollrasen 

Kaum ein Garten kommt ohne ihn aus: Den Rasen. Robust und pflegeleicht sorgt er das ganze Jahr über für frisches Grün. Soll bei der Neuanlage eines Gartens oder beim Umbruch einer bestehenden Grasnarbe möglichst schnell für einen schönen und begehbaren Rasen gesorgt werden, ist ein Rollrasen gut geeignet.

Vor- und Nachteile
Die Vorteile des Rollrasens liegen auf der Hand: Er ist schnell verlegt, der gewünschte optische Effekt ist sofort da und er ist direkt begehbar. Lücken oder kahle Stellen, wie sie durch ungleichmäßige Aussaat entstehen können, gibt es beim Rollrasen nicht.
Der Aufwuchs von Unkraut wird von Beginn an unterdrückt, der Boden kann nach der Verlegung nicht mehr ausgespült oder verweht werden.
Der Arbeitsaufwand ist etwas höher als bei der Aussaat. Die Rollen müssen per Anhänger oder Transporter transportiert werden und auch vor Ort meist noch mit einer Schubkarre an den Bestimmungsort gebracht werden, das Verlegen ist zeitaufwendiger als die Aussaat.
Der Aufwand für die Pflege ist dagegen geringer, Rollrasen muss nach dem Anwachsen weniger gewässert werden und eine Nachsaat entfällt.
Auch wenn die Kosten und der einmalige Aufwand für einen Rollrasen höher sind, lohnt es sich, wenn man schnelle, ordentliche Ergebnisse haben möchte.

Welchen Rasen für welchen Standort
Auch bei Rollrasen sollten die Standortbedingungen im Garten berücksichtigt werden, dazu kommen die persönlichen Ansprüche des Gartenbesitzers.
Soll der Rasen als Spielplatz für Kinder dienen oder wird er nur gelegentlich betreten? Ist der Boden von guter Qualität oder eher sandig und mager? Wie sind die Lichtverhältnisse?
Es gibt spezielle Rasensorten, wie zum Beispiel Spiel- oder Schattenrasen. Lassen Sie sich bei Ihrem Garten- und Landschaftsgärtner oder Fachhändler beraten, welcher Rasen am besten zu Ihrem Garten passt.
Je frischer der Rasen, desto besser, Lieferanten vor Ort sind daher einem Versandhandel meist vorzuziehen. Viele Baumschulen bieten Rollrasen an oder können einen regionalen Händler empfehlen.

Die Verlegung von Rollrasen
Rollrasen kann, außer bei Frost, das ganze Jahr über verlegt werden.
Die Bodenvorbereitung für die Verlegung von Rollrasen ist die gleiche, wie für die Rasenaussaat: Als Erstes wird der Boden gelockert, zum Beispiel mit einer Fräse oder einem Grubber. Die Fräse ist auch geeignet, um eine vorhandene Grasnarbe aufzubrechen, die Grassoden werden zerkleinert und der Boden feinkrümelig. Sichtbares Unkraut sollte entfernt werden, auch die Entfernung von Wurzeln hartnäckiger Unkräuter (zum Beispiel Quecke) lohnt sich.
Als Nächstes wird die Fläche eingeebnet, Unebenheiten im Gelände können durch das Auffüllen von Mutterboden ausgeglichen werden. Mit einem Rechen oder einer Harke wird der Boden geebnet, anschließend wird er mit einem Brett glatt gezogen.
Mit einer Walze wird der Boden im Anschluss daran verdichtet. Walzen Sie einmal quer und einmal längs, um den Boden optimal zu verdichten.
Idealerweise darf der Boden nun etwa 14 Tage lang ruhen, er sollte in dieser Zeit bei Trockenheit gewässert werden. Der Boden kann sich in dieser Zeit noch etwas setzen, entstehende Unebenheiten können ausgeglichen werden. Wird auf das Setzen des Bodens verzichtet und direkt Rasen verlegt, können im Anschluss kleine Unebenheiten im Rasen entstehen.
Der Boden sollte am Abend vor dem Verlegen noch einmal gewässert werden, der Boden muss feucht, aber nicht nass sein.
Zu Beginn der Verlegearbeiten sollte der Boden mit einer Harke nocheinmal etwas angeraut werden, um den Wurzeln Halt zum Anwurzeln zu geben und einen besseren Bodenschluss zu erreichen.
Nun können die Bahnen verlegt werden. Begonnen wird an einer geraden Seite (z.B. Terrassenkante), die Bahnen werden im Verbund eng aneinander gelegt, die Kanten werden versetzt angelegt (Ziegelsteinprinzip). Mit einem scharfen Messer können Überlappungen an den Seiten abgeschnitten werden, auch Kanten an Baumscheiben oder Beeten werden so in die gewünschte Form gebracht.
Nach dem Verlegen wird der Rasen mit der Walze diagonal zu den Rasenkanten angedrückt, die Wurzeln können so leichter in den Boden eindringen und kleine Unebenheiten werden beseitigt. Das anschließende, durchdringende Wässern sorgt ebenfalls für ein gutes Anwachsen.

Die Pflege von Rollrasen
Nach dem Verlegen muss der Rollrasen täglich gewässert werden, an sehr heißen Sommertagen eventuell auch zweimal. Für das Wässern empfehlen sich die kühleren Morgen- oder Abendstunden, um Verbrennungen zu vermeiden. Ist der Rasen angewachsen, muss nur noch während längerer Trockenperioden gewässert werden.
Der Rasen ist sofort nach dem Verlegen betretbar, der erste Schnitt auf hoher Mähstufe kann nach 3-5 Tagen erfolgen.