Gartenteich anlegen 

Wasser ist das Element des Lebens und übt seit jeher eine enorme Faszination auf den Menschen aus. Viele möchten sich dieses Element daher auch in den Garten holen, indem sie einen Gartenteich anlegen. Die Bandbreite ist groß, sie reicht vom winzigen Gartenteich, in dem kaum eine Seerose Platz findet, bis zum großen Schwimmteich mit eigenem Bootsanleger. Der Gartenteich kann naturnah mit flachen Böschungen, Schilfbewuchs und geschwungenen Böschungslinien oder auch formal mit klaren oder eckigen Linien, wie es beim Koi-Teich oft praktiziert wird, angelegt werden.
Es gibt Unternehmen, die sich auf den Teichbau spezialisiert haben, sie übernehmen den Teichbau von der Planung bis zur Herstellung. Auch viele Garten-Landschaftsbau-Betriebe bieten den Bau von Gartenteichen an. Wer selbst Hand anlegen möchte, kann Geld sparen und an seinem eigenen Gartenteich aktiv mitgestalten. Kleinere Teiche können meist in Eigenregie angelegt werden, bei Schwimmteichen empfiehlt es sich, zumindest in der Planung einen Experten hinzuzuziehen. Dies dient der Hygiene des Teiches und nicht zuletzt der Sicherheit der Badenden. Zu steile Böschungen können sonst schnell zur Falle für Kinder und ungeübte Schwimmer werden, nicht ausreichende Filterung des Wassers durch Pflanzenbeete oder Filterpumpen trübt schnell das Badevergnügen.

Der Standort
Bevor die Planung losgehen kann, wird der passende Standort für den Gartenteich ausgewählt. Die Fläche sollte groß genug sein, dass nicht nur die reine Wasserfläche, sondern auch ein ausreichend großer Böschungsbereich Platz findet, dieser Bereich ist auch besonders wertvoll für heimische Tiere.
Ein guter Blick auf den Teich bereitet nicht nur dem Gartenbesitzer Freude, er dient auch der Sicherheit, falls Kinder sich am Teich aufhalten.
Ideal ist ein Standort im Halbschatten, so haben die Pflanzen genügend Licht und das Wasser kann sich erwärmen, gleichzeitig wird in den schattigen Bereichen ein übermäßiges Algenwachstum verhindert.
Im direkten Umfeld des Gartenteiches sollten keine Laubbäume stehen, der Blättereintrag bringt zu viele Nährstoffe ins Wasser, die das Algenwachstum fördern. Das Entfernen von Laub ist außerdem sehr arbeitsaufwendig und stört die Lebewesen am Grund des Teiches.
An windexponierten Stellen gerät das Wasser in Bewegung, es wird durchmischt und dabei mit Sauerstoff angereichert.

Planung
Bei der Planung ist es zunächst wichtig, sich zu überlegen, was man von seinem Teich möchte. Soll er einfach eine attraktive Bereicherung des Gartens sein, ein Biotop für heimische Amphibien und Insekten oder soll er Heimat für anspruchsvolle Fische bieten?
Grundsätzlich ist ein Gartenteich umso stabiler, je größer und tiefer er ist. Kleine Gartenteiche können bei übermäßigem Nährstoffeintrag schnell umkippen, hier kann der Einsatz einer Filteranlage Abhilfe schaffen. Pflanzen wirken als natürliche Wasserfilter, in Schwimmteichen werden oft sogenannte Klärbeete im Randbereich angelegt. Ob ein Filter eingesetzt werden muss, ist von vielen Faktoren wie Lage, Größe und Fischbesatz abhängig.
Ein naturnaher Teich orientiert sich im Aufbau idealerweise an natürlichen Stillgewässern, die Böschungen sind unterteilt in Tiefwasserzone, Flachwasserzone und Sumpfzone. Im tiefen Wasser können Fische und Amphibien überwintern, die Tiefwasserzone sollte daher nicht unter 0,8m tief sein, besser noch tiefer. So friert das Wasser auch im Winter nicht bis unten zu, Wasserpflanzen sorgen ebenfalls dafür, dass das Wasser nicht so schnell zufriert, und liefern Sauerstoff. Hier gedeihen auch Schwimmblattpflanzen wie die Seerose oder Unterwasserpflanzen wie die Wasserfeder.
In der Flachwasserzone, die etwa 0,2-0,5 m tief liegt, können zum Beispiel Röhricht oder Brunnenkresse gepflanzt werden, die auch Versteckmöglichkeiten für Fische und andere Lebewesen im Teich bieten.
In der Sumpfzone mit etwa 0,1m Tiefe wachsen Pflanzen wie Wasserdost oder Blutweiderich.
Grundsätzlich ist auf Ausstiegsmöglichkeiten für Tiere zu sorgen, für Igel, Mäuse und Co. wird die Wasserquelle sonst schnell zur tödlichen Falle. Flache Böschungen und Pflanzen oder Bretter dienen als Kletterhilfe.

Anlegen des Teiches
Im ersten Schritt wird das zukünftige Baufeld geräumt. Bäume und Sträucher werden bei Bedarf gerodet bzw. verpflanzt, auf Rasenflächen sollte dieser zuvor am besten kurz gemäht werden.
Das Loch für den Teich wird entweder per Hand mit dem Spaten oder dem Bagger ausgehoben. Die Umrandung des Gartenteiches wird dabei zunächst abgesteckt, dies kann mit Pflöcken oder bei kleinen Becken durch Abstecken der Außenkante mit dem Spaten geschehen.
Bei der Verwendung von Fertigbecken ist darauf zu achten, dass außen genügend Abstand (min. 10 - 15 cm) entsteht, damit ein Verfüllen und Verdichten gut möglich ist und keine Hohlräume zwischen Becken und Boden entstehen. Die Zwischenräume werden dann mit Sand aufgefüllt, zum Verdichten wird dieser mit mithilfe eines Wasserschlauches in die Hohlräume gespült. Während dieses Vorgangs sollte immer wieder geprüft werden, ob das Becken noch richtig im Boden sitzt.
Beim Folienteich werden nach dem Ausheben der Grube zunächst spitze Steine und Äste entfernt. Diese können die Folie später leicht beschädigen, der Gartenteich würde auslaufen. Als Nächstes werden die Böschungen modelliert und mit einer Schicht Sand bedeckt. Als zusätzliches Polster zwischen Folie und Boden wird ein Teichvlies eingebracht, darauf folgt die Teichfolie. Diese wird gerade und mit möglichst wenig Falten verlegt, am Rand sollten nach dem Verlegen noch etwa 30cm Folie überstehen. Am besten wird die Folie bei warmem Wetter verlegt, das Material ist dann besonders weich und passt sich der gewünschten Form gut an. Nach einem Tag Ruhe hat sich die Folie der Form des Gartenteiches noch weiter angepasst, sie kann zuvor schon mit etwas Wasser gefüllt werden.
Als Grundsubstrat empfiehlt sich besonders Kies, der keine Nährstoffe in den Gartenteich einträgt, aus diesem Grund ist normaler Gartenboden nicht geeignet. Auch Sand und etwas nährstoffarme Erde sind geeignet. Das Substrat sollte 5 - 10 cm tief aufgebracht werden.
Das Setzen von Pflanzen ist in trockenem bzw. teilgefülltem Zustand am einfachsten, nach der Bepflanzung kann der Teich dann gefüllt werden.
Das Anlegen eines Teiches mit einer Lehmabdichtung ist ebenfalls möglich, diese Methode ist jedoch sehr arbeitsintensiv und erfordert genaues Arbeiten, damit der Gartenteich wirklich dicht wird.
Der Lehm muss in einer Dicke von mindestens 0,5 m (im Böschungsbereich 0,3 m) aufgebracht und lagenweise vernässt und festgestampft werden. Danach kann das Teichsubstrat eingebracht und Pflanzen gesetzt werden.
Für die Füllung des Teiches sind besonders Grundwasser aus dem eigenen Brunnen und sauberes Regenwasser geeignet. Leitungswasser ist grundsätzlich geeignet, es kann jedoch einen hohen Kalkgehalt aufweisen. Eine Anfrage beim Wasserwerk oder ein Test des Wassers ist sinnvoll, Testsets sind im Handel erhältlich.
Regenwasser von Dächern enthält oft viele Schweb- und Nährstoffe, teilweise auch Schadstoffe. Ein Test schafft auch hier Klarheit.
Fische im Teich sind interessant zu beobachten und sorgen für Abwechslung. Die farbenfrohen Goldfische können stattliche Größen erreichen und fressen auch Kaulquappen und Insektenlarven. Eine Fütterung der Fische und ein hoher Fischbesatz tragen Nährstoffe in den Gartenteich ein, hier ist eventuell ein Teichfilter sinnvoll. Koikarpfen stellen hohe Ansprüche an Wasserqualität und Platzangebot, die besonders zu berücksichtigen sind.
Für einen naturnahen Teich sind daher eher kleine Fischarten wie das Moderlieschen oder der Bitterling geeignet.
Ist der Teich für Kinder zugänglich, sollte aus Sicherheitsgründen ein Zaun oder spezielle Teichgitter angebracht werden.

Pflege
Jeder Gartenteich, ob groß oder klein, benötigt eine gewisse Wartung.
Besonders im naturnahen Gartenteich sollten Reinigungsarbeiten nicht vor September durchgeführt werden, im Herbst ist die Entwicklung der meisten Amphibien und Insektenlarven abgeschlossen. Auch dann sollte das aus dem Teich entfernte Material zunächst für etwa einen Tag neben dem Teich aufgeschichtet werden, eventuell darin befindliche Organismen haben so noch die Chance, ins Wasser zurückzukehren. Um Tieren Rückzugsmöglichkeiten zu bieten sollte die Reinigung in mindestens zwei Abschnitten und mit einem Zeitabstand von 1-2 Tagen durchgeführt werden. Am besten eignen sich bedeckte, feuchte Herbsttage für die Reinigung, so trocknen unabsichtlich an Land beförderte Organismen nicht so schnell aus.
Auch Schlamm kann jetzt bei Bedarf abgesaugt und ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden. Dies ist besonders bei kleinen Gartenteichen sinnvoll, es kann bis zu 2/3 des Wassers gewechselt werden. Das Wasser sollte dabei etwa die gleiche Temperatur haben, wie das Teichwasser und ohne Druck eingeleitet werden. So wird kein Grundsubstrat aufgewirbelt und die Lebewesen im Gartenteich müssen keine zu großen Temperaturunterschiede verkraften.
Sinkt der Wasserspiegel im Gartenteich, sollte das Wasser nachgefüllt werden.