Hecken richtig schneiden 

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Hecken sind der optimale Rahmen für den Garten, sie bieten Sichtschutz, halten Wind ab und gliedern Beete, dabei sind sie noch Lebensraum für Vögel und Insekten. Der richtige Schnitt sorgt dafür, dass Hecken lange schön und vital bleiben.

Geräte
Um eine Hecke richtig zu schneiden, benötigt man das richtige Werkzeug. Für alle Gerätschaften gilt, dass sie stets scharf gehalten werden müssen. Stumpfe Klingen fransen Zweige aus und führen zu Schäden am Gehölz, die Pflanzen müssen ihre Energie für die Regeneration verwenden und verlieren Wasser, Trockenschäden und unschöne kahle Stellen können die Folge sein.
Elektrische oder benzingetriebene Scheren erleichtern die Arbeit und empfehlen sich besonders bei großen Schnitthecken. Benzingetriebene Geräte benötigen keine Kabel und sind damit auch an unzugänglicheren Stellen gut zu bedienen, es besteht außerdem keine Gefahr, das Kabel durchzutrennen. Elektrische Scheren sind oft günstiger und leichter, für kleinere Hecken im Privatbereich sind sie daher gut geeignet. Die Leistungsfähigkeit moderner Elektroscheren ist dabei durchaus mit benzingetriebenen Geräten vergleichbar. Scheren mit Akku sind für den kurzzeitigen Einsatz eine gute Alternative, die Anschaffung eines Ersatzakkus verhindert lange Wartezeiten während des Aufladens. Ihre Leistung reicht für große Hecken mit dicken Ästen aber oft nicht aus.
Das Schneidwerk der Heckenschere, das Schwert, sollte für große Buchen- oder Eibenhecken möglichst groß gewählt werden, um zügiger zu arbeiten,die Geräte haben aber ein entsprechend größeres Gewicht und müssen präzise geführt werden, um Schneidefehler zu vermeiden. Für exaktere oder kleinräumige Arbeiten sind im Handel auch kleine Elektro- oder Benzingeräte und spezielle Form- oder Buchsbaumscheren erhältlich.
Qualität zahlt sich aus, hochwertige Geräte halten lange und müssen seltener geschärft werden.
Das Schärfen übernimmt ein Fachhändler, kann mit entsprechenden Gerätschaften und nach einer Einweisung aber auch selbst durchgeführt werden.

Handscheren ermöglichen eine größere Präzision beim Schneiden und sind damit besonders für kleinere Hecken mit eher dünnen Ästen geeignet, wie zum Beispiel Buchsbaumhecken. Je kleiner die Heckenschere ist, desto präziser kann mit ihr gearbeitet werden, der Zeitaufwand ist hier jedoch entsprechend größer. Zum Schneiden dickerer Äste empfiehlt sich zusätzlich eine gute Gartenschere.
Für das Schärfen sind feine Schleifsteine das Mittel der Wahl.

Für den Vorgarten oder kleine Gärten ohne hohe Hecken sind Handscheren auseichend, bei größeren Hecken sind elektrische oder benzingetriebene Scheren eine lohnende Anschaffung.

Die ersten Schnitte
Eine frisch gepflanzte Hecke benötigt einen Erziehungsschnitt, um dicht und schön zu werden. Der regelmäßige Schnitt sorgt für eine gute Verzweigung. Auch wenn die Hecke einmal mannshoch werden soll, die Spitzen sollten zu Beginn eingekürzt werden. Bei einer Buchenhecke zum Beispiel wird bei der Pflanzung bereits etwa ein Drittel eingekürzt, auch um der Pflanze das Anwachsen zu erleichtern. In den nächsten Jahren kann die Höhe nach und nach angepasst werden, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Gleiches gilt für die Breite.


Hecken schneiden
Hat die Hecke ihre Endgröße erreicht, reicht die regelmäßige Entfernung des Zuwachses aus, um sie in der gewünschten Form zu halten. Bei hohen Hecken werden die Seiten meist leicht schräg geschnitten, dies verhindert ein Verkahlen der unteren Heckenpartien.
Für einen sauberen Schnitt empfiehlt sich das Spannen von Führungsseilen. Bei hohen Hecken wird dazu die Heckenkante mit einem Seil markiert, das an Eisen- oder Holzpfählen straff gespannt wird. Bei einem Abstand von 4-5m zwischen den Pfählen ist das straffe Spannen gut möglich, mit einer Wasserwaage wird die Geradlinigkeit der Schnur überprüft. Die Heckenschere wird nun über dem Seil angesetzt und die Hecke gerade eingekürzt. Die Seiten werden von unten nach oben mit gleichmäßigen, langen Zügen eingekürzt. Stehen noch einzelne Äste heraus kann das Schwert zusätzlich noch einmal von unten nach oben geführt werden.
Bei niedrigen Hecken, wie zum Beispiel Buchsbaum, kann mit Mauersteinen, auf die ein Balken aufgelegt wird, eine einfache Führung geschaffen werden. Die Heckenschere kann über den Balken geführt werden und ermöglicht einen geraden, exakten Schnitt.

Zu große Hecken verkleinern
Ist die Hecke doch zu groß geraten oder soll eine bestehende, durchgewachsene Hecke wieder in Form gebracht werden, ist ein starker Rückschnitt erforderlich. Diesen vertragen nicht alle Gehölze. Thuja (Lebensbaum) zum Beispiel treiben aus dem alten Holz nicht mehr aus, ein starker Rückschnitt ruiniert die Hecke. Auch Buchsbaumhecken leiden unter einem starken Schnitt, sie treiben nur sehr langsam wieder aus und wirken oft über Jahre unansehnlich. Das Roden der Hecke und eine Neupflanzung ist hier oft die bessere Alternative.
Gut schnittverträglich sind Eiben, Buchen und die meisten anderen Laubgehölze. Sie können mit einer guten Gartenschere, einer Teleskopschere oder einer Kettensäge stark eingekürzt und in den nächsten Jahren in die gewünschte Form gebracht werden.

Der richtige Zeitpunkt
Hecken werden meist im Spätsommer geschnitten. Sie treiben danach nur noch wenig aus und sehen bis ins Frühjahr hinein gepflegt aus. Zu diesem Zeitpunkt haben auch die meisten Vogelarten ihr Brutgeschäft abgeschlossen, eine Prüfung der Hecke auf Nester ist aber dennoch sinnvoll.
Grundsätzlich ist ein Schnitt sowohl von Laub abwerfenden als auch immergrünen Hecken ab Ende Juni möglich, im Spätsommer kann ein zweiter Schnitt erfolgen. Bei einem frühen Schnitt ist die Überprüfung von Nestern noch wichtiger, will man Vogelverluste vermeiden.
Frühlingsblühende Hecken werden direkt nach der Blüte geschnitten und beginnen dann bereits mit der Bildung von Blütenanlagen für das nächste Jahr.
Ein Schnitt, der über die Entfernung des Zuwachses hinausgeht (zum Beispiel Verkleinerung der Hecke), darf gemäß § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28./29. Februar erfolgen.
Das beste Wetter für den sommerlichen Heckenschnitt ist ein warmer, nicht zu heißer Tag. In praller Sonne können Schnittwunden und verletzte Blätter leichter Trockenschäden erleichtern, insbesondere Buchsbaum ist hierfür sehr anfällig. Muss der Schnitt doch bei großer Hitze erfolgen, empfehlen sich die kühleren Abendstunden sowie eine Beschattung bei wertvollen Formgehölzen.