Hochbeete richtig anlegen 

Bei einem Hochbeet wird durch Aufschichten verschiedener Materialien und Erde ein Beet in bis zu 1m Höhe angelegt. Die höheren Beete lassen sich besonders rückenschonend bearbeiten und sind auch für die Pflege durch Rollstuhlfahrer geeignet. Auf schwierigen Gartenböden, zum Beispiel sehr schweren und harten oder nährstoffarmen Böden, lassen sich in Hochbeeten auch anspruchsvollere Pflanzen und Gemüse ziehen. Der Boden erwärmt sich über die Seiten und die höhere Lage im Frühjahr besonders schnell, die Aussaat oder Pflanzung kann damit früher erfolgen als in normalen Beeten. Der Wärmeeffekt kann durch den Einbau von Kompost, Holzhäcksel oder Dung noch optimiert werden, während der Verrottung entsteht Hitze, die die darüber liegende Erde erwärmt.
Wichtig ist im Hochbeet das regelmäßige Gießen, da das Beet schneller austrocknet als der gewachsene Boden, erleichtert wird dies durch eine automatische Bewässerung, zum Beispiel eine Tröpfchenbewässerung.

Hochbeet im Ziergarten
Ein Hochbeet kann mit einer schönen Verkleidung einzeln stehen oder auch leicht ansteigend in die bestehenden Beete integriert werden. Die so entstehenden Höhenunterschiede sorgen für Abwechslung und können zum Beispiel mit einer Trockenmauer abschließen.
Als Verkleidung für das Hochbeet eignen sich viele Materialien. Im Handel sind fertige Hochbeetverkleidungen erhältlich, die besonders leicht aufzubauen sind. Sie sind meist aus Kunststoff oder imprägniertem Holz. Einige Beete sind mit einem Aufsatz aus Glas oder durchsichtigem Kunststoff ausgestattet, die die Anzucht von Samen, Stecklingen und Jungpflanzen erleichtern.
Beim Selbstbau können verschiedene, witterungsbeständige Materialien verwendet werden. Hier sind Holzbalken, Bretter, Wellblech, Hohlblocksteine, Ziegelsteine oder Natursteine zum Bau genutzt werden. Bei imprägniertem Holz ist darauf zu achten, dass es keine Stoffe enthält, die in die Erde gelangen können. Besonders wichtig ist dies bei Gemüse und Kräutern.
Der Rahmen wird in der Regel in einer Größe von ca. 1,50 x 1 - 1,30m aufgebaut, die Höhe beträgt ca. 0,7 - 1m. Der Standort sollte möglichst sonnig gewählt werden.

Aufbau der Schichten
Vor dem Anlegen des Hochbeetes wird der gewachsene Boden ca. 0,3 m ausgehoben. Um Wühlmäuse abzuhalten, wird das Beet mit einem engen Maschendraht ausgelegt, eine Teichfolie verhindert zu schnelles Austrocknen.
Besonders einfach ist das Aufschichten, wenn eine Seite des Hochbeetes abnehmbar ist oder aus einzeln herausnehmbaren Planken besteht. Dies ist besonders wichtig, wenn das Hochbeet regelmäßig neu aufgeschichtet werden soll. Besonders bei Gemüse und Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf sollte die Befüllung etwa alle 5-6 Jahre erneuert werden.
Bei stark zehrenden, einjährigen Kulturen wird zunächst grobes Material wie grober Häcksel oder dünne Zweige in einer Stärke von ca. 0,3 - 0,4 m eingeschichtet. Darauf folgt eine dünne Schicht aus feinerem Häcksel oder abgestochenen Rasensoden. Pflanzenabfälle oder Grünschnitt bilden die nächste Stufe. Wenn die Verrottung fortschreitet, werden diese Schichten sichtbar zusammensacken, sie können in den nächsten Jahren mit Kompost und Erde aufgefüllt werden.
Eine Schicht Laub oder unreifer Kompost kann als Nächstes aufgebracht werden. Durch den unreifen Kompost bzw. die Verrottung des Laubes entsteht die erste Wärme, die auch den Verrottungsprozess in den unteren Schichten in Gang bringt. Darauf folgt reifer Kompost oder eine vorgedüngte Erde.
Bei mehrjährigen Kulturen oder Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf werden Zweige nur dünn aufgeschichtet, auch die Schichten mit Grünschnitt und unreifem Kompost werden dünner aufgeschichtet oder können weggelassen werden, die unterste Schicht wird durch Festtreten verdichtet. So wird ein zu starkes Absinken des Hochbeetes verhindert. Als oberste Schicht eignet sich mit Kompost angereicherter Gartenboden oder eine leicht gedüngte Blumenerde.
Soll das Hochbeet langsam ansteigen, wird das Material ansteigend aufgeschichtet und mit Boden oder Kompost abgedeckt, sodass ein Hügel entsteht. Dieser kann dann auf der steilen Seite mit Natursteinen, Ziegelsteinen oder Holz stabilisiert werden. Natursteinmauern oder Bretterwände können in den Ritzen ebenfalls bepflanzt werden.

Pflanzen für das Hochbeet
Aufgrund der begrenzten Größe sind größere Gehölze für das Hochbeet nicht geeignet, sie würden die Verkleidung bald sprengen. Die meisten Stauden sind für die Kultur im Hochbeet gut geeignet, auch kleine Gehölze wie Hortensien oder kleinbleibende Sträucher finden einen Platz.
In nährstoffarmen Hochbeeten können zum Beispiel Steinbeete angelegt werden, diese wirken besonders gut mit einer Einfassung aus Naturstein. In die Fugen können Pflanzen wie Hauswurz, Felsennelke und Steinbrech gepflanzt werden, dies wirkt besonders natürlich und gliedert sich gut in den Garten ein.

Hochbeet oder Hügelbeet im Gemüsegarten
Der Gemüseertrag kann im Hoch- oder Hügelbeet deutlich gesteigert werden und erleichtert das Pflanzen, die Pflege und die Ernte. Beinah jedes Gemüse kann im Hochbeet kultiviert werden, bei Gemüsearten wie Tomate oder Kohl wird das Beet nach der beschriebenen Schichtung für stark zehrende Kulturen aufgebaut, Kräuter benötigen weniger Nährstoffe und werden wie Beete für mehrjährige Kulturen angelegt.
Eine Mischkultur empfiehlt sich hier besonders. Im ersten Jahr nach dem Aufsetzen können Arten mit hohem Nährstoffbedarf kultiviert werden, wenn der Nährstoffgehalt nach 2-3 Jahren abnimmt, folgen schwach zehrende Kulturen wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln und später Kräuter.
Eine Abdeckung mit Glas oder Kunststoff hält die Erde bei der Aussaat feucht und erleichtert die Keimung.
Ein Hügelbeet wird wie ein Hochbeet aufgebaut, hat jedoch keine Seitenwände. Es entsteht bei der Schichtung ein länglicher Hügel, der komplett bepflanzt werden kann. Dadurch vergrößert sich die zu bepflanzende Fläche, der Ertrag wird gesteigert.