Pflege von Kübelpflanzen 

Kübelpflanzen sorgen im Garten für Abwechslung. Nicht winterharte Pflanzen, wie bestimmte Palmen oder Zitruspflanzen, können im Kübel im Winter in die Garage oder den Wintergarten transportiert werden. Mit einjährigen Sommerblumen können Pflanzkästen jedes Jahr neu gestaltet werden. Dabei ist mit verschiedenen Formen, Farben und Materialien für jeden Gartenfreund der passende Übertopf dabei.

Der richtige Blumenkübel
Am Anfang steht die Wahl des richtigen Pflanzkübels.
Wählen Sie die Kübelgröße bei mehrjährigen Pflanzen so aus, dass die Pflanze mindestens 1-2 Jahre im Übertopfverbleiben kann, bei jungen und schnell wachsenden Pflanzen sollte das Volumen mindestens doppelt so groß sein, wie das des momentanen Pflanzbehälters bzw. Ballens. Bei großen oder langsam wachsenden Pflanzen reicht etwa ein Drittel. Es sollte Platz nach unten und zu den Seiten hin vorhanden sein. Sind diese Voraussetzungen gegeben, stehen Pflanzkästen in verschiedenen Formen zur Verfügung. Die Form spielt für die Pflanze eine untergeordnete Rolle, kann aber zum Beispiel bei nach oben hin enger werdenden Formen zu Problemen beim Umtopfen führen.
Soll der Pflanzkübel im Winter im Freiland verbleiben, muss er frosthart sein. Bei Terracottakübeln werden dickwandige Pflanzkübel aus hochwertigem Ton in allen Formen angeboten. Achten Sie darauf, dass diese als frosthart ausgezeichnet sind, oder fragen Sie bei Ihrem Händler nach. Bei nicht frostharten oder dünnen Blumentöpfen können im Winter die Verzierungen oder Teile des Topfes bei Frost abplatzen. Im schlimmsten Fall kann der gesamte Übertopf durch den Druck des im Kübel gefrorenen Wassers zerspringen. Pflanzkübel undPflanzkästen aus Terracotta setzen mit der Zeit eine Patina und Moos an, ein Effekt, der oft gewünscht ist und zum Beispiel durch Bestreichen der Oberfläche mit Joghurt gefördert wird.
Pflanzkübel aus Plastik können den Winter in der Regel gut draußen verbringen, auch schwere Pflanzkübel aus Beton oder Stein vertragen Frost. Ein Übertopf aus Weiden oder Bast übersteht zwar den Winter, leidet aber unter zu starken Witterungseinflüssen und kann schnell gammelig aussehen.
Wer seine Blumenkübel oft umstellen möchte oder frostanfällige Kübelpflanzen im Haus überwintern möchte, sollte das Gewicht des Kübels beachten, Ton- oder Betontöpfe können ab einer bestimmten Größe nur noch mit mehreren Leuten oder einer Sackkarre bewegt werden.

Das passende Substrat
Da die Pflanzen im Blumenkübel eine lange Zeit verbringen, sollte die Erde eine gute Qualität haben, Wasser und Nährstoffe lange halten, aber dabei keine Staunässe verursachen. Im Gegensatz zum Boden im Freiland ist die Pufferwirkung im Pflanzkübel deutlich geringer.
Im Handel erhältliche Substrate für Blumenkübel und Pflanzkästen enthalten oft Perlite oder Tonsubstrat, die für lockere Erde und ein gutes Speichervermögen sorgen. Sie sind in der Regel leicht vorgedüngt, sodass in der ersten Zeit keine zusätzliche Düngung erforderlich ist. Langzeitdünger versorgen Topfpflanzen über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten mit allem, was sie benötigen. Einige fertige Erden sind auch bereits auf bestimmte Pflanzen, zum Beispiel Zitruspflanzen, abgestimmt.
Wenn Sie Erde selber mischen möchten, bietet sich als Grundlage Torf an. Wer weniger Torf verwenden möchte, um diesen Rohstoff zu schonen, greift auf Ersatzsubstrate wie Kokos- oder Holzfasern, Kompost oder Holzhäcksel zurück. Der Anteil an Kompost sollte im Blumenkübel nicht zu groß sein, durch seinen hohen Nährstoffgehalt kann er zu Verbrennungen an den Wurzeln oder zu einer Überdüngung führen. Sand verbessert die Durchlüftung der Erde und kann ebenfalls zugesetzt werden. Die fertige Erde sollte locker sein und beim Zusammendrücken zwischen den Fingern haften, aber nicht zu stark verklumpen. Die Zugabe von Perlite oder Tonsubstrat sorgt auch in der eigenen Erde für eine verbesserte Wasser- und Luftführung.
Der pH-Wert sollte bei einer eigenen Erde geprüft werden, im Handel sind Testersets oder Teststreifen erhältlich. Insbesondere bei der Verwendung von Torf ist meist eine Aufkalkung der Erde erforderlich, wenn keine Moorbeetpflanzen in den Blumenkübel gesetzt werden sollen. Wer ganz sicher sein möchte, schickt eine Erdprobe in ein Labor ein und lässt pH-Wert und Nährstoffgehalt bestimmen. Einige Gartencenter bieten ihren Kunden diesen Service ebenfalls an. Je nach Ergebnis und den Ansprüchen der Kübelpflanze kann dann Dünger oder Kalk zugegeben werden.

Das Pflanzen
Um Staunässe zu vermeiden, sollte das Abflussloch des Kübels mit Tonscherben oder Steinen abgedeckt werden, eine Schicht Kiesel oder Perlite auf dem Boden sorgt zusätzlich für einen guten Wasserabfluss. Füllen Sie dann das Substrat locker in den Kübel, bei großen Kübeln sollte die Erde zwischendurch verdichtet werden, indem sie mit der Hand bzw. mit einem Kantholz oder Ähnlichem angedrückt wird. In die eingefüllte Erde wird nun mit der Hand oder einer Pflanzkelle eine Vertiefung für die Kübelpflanze geschaffen. Dabei sollte die Pflanze etwas höher stehen, als sie im Endeffekt stehen soll, da beim Andrücken die Erde noch etwas sackt. Zwischen Kübelrand und Erde sollte im Endeffekt, je nach Kübelgröße, ein bis 10 cm Platz gelassen werden. Dies verhindert, dass beim Gießen Erde ausgeschwemmt wird. Achten Sie beim Hineinstellen der Pflanze darauf, dass diese gerade und mittig steht, bei Arrangements von mehreren Pflanzen empfiehlt sich ein "Probestellen" vor der endgültigen Pflanzung.
Nach und nach wird nun Erde an den Seiten eingefüllt und angedrückt, bis die Pflanze in der gewünschten Ausrichtung fest im Topf steht. Ein gründliches Angießen verfüllt letzte verbliebene Lücken und sorgt für einen guten Wurzelschluss. Eventuell entstehende Sackungen können mit Substrat aufgefüllt werden.

Pflege
Da Kübelpflanzen nur verhältnismäßig wenig Substrat zur Verfügung steht, müssen sie von Frühjahr bis Herbst regelmäßig gegossen werden. Ein durchdringendes Gießen alle paar Tage (je nach Witterung) wird dabei von den meisten Pflanzen besser vertragen, als tägliche, geringere Gießmengen. Als grobe Faustregel für größere Töpfe sollte dann gegossen werden, wenn die Erde einen Finger tief trocken ist.
Im Winter werden draußen überwinternde Pflanzen nur an frostfreien Tagen mäßig gegossen. Dies ist vor allem für immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum wichtig.
Gedüngt werden kann mit Langzeit- oder Flüssigdüngern. Langzeitdünger haben den Vorteil, dass sie seltener angewendet werden müssen und die Dosierung einfacher ist.
Eine Überdüngung tritt mit Langzeitdüngern kaum auf, da sie ihre Nährstoffe nur langsam abgeben. Langzeitdünger sind in Granulatform oder als Depot in Stäbchen oder Kegeln erhältlich. Düngegranulat wird oberflächlich in die Erde eingearbeitet, Düngedepots werden einfach in die Erde gesteckt.
Mit Flüssigdüngern ist eine genauere Dosierung der Düngemenge möglich. Nährstoffmängel können so schnell ausgeglichen werden, die Menge und Nährstoffzusammensetzung kann genau den Bedürfnissen der Kübelpflanze und der Jahreszeit angepasst werden. Eine falsche Düngergabe kann allerdings auch schnell zu Verbrennungen oder anderen Überdüngungserscheinungen führen. Wird der Fehler direkt bemerkt, kann ein Spülen des Substrates mit klarem Wasser die Auswirkungen mindern. Flüssigdünger werden im Gießwasser gelöst und müssen regelmäßig verwendet werden.
Achten Sie bei der Wahl des Düngers darauf, dass dieser für die entsprechende Kübelpflanze geeignet ist.
Wird der Pflanzkübel zu klein, muss umgetopft werden. Bei kleinen Töpfen ist die schonendste Methode, die Pflanze aus dem Topf zu entfernen, das Umdrehen des Topfes. Halten Sie dabei die Pflanze am Topfballen fest. Ein Ziehen an der Pflanze führt schnell zu Schäden an den empfindlichen Feinwurzeln.
Bei großen Pflanzen lässt sich dies meist kaum vermeiden. Ziehen Sie hier die Pflanze so weit aus demÜbertopf, bis Sie den Topfballen mit den Händen oder mit Ballenhaken fassen können, und transportieren Sie sie vorsichtig in den neuen, bereits mit Substrat vorbereiteten Pflanzkübel. Haben sich bereits Ringelwurzeln gebildet, sollten diese mit einem scharfen Messer aufgeschnitten und etwas auseinandergezogen werden.
Stehen Pflanzen lange Zeit in einem Topf, sollte alle paar Jahre ein teilweiser Erdaustausch erfolgen. Dazu wird die Pflanze aus dem Topf entfernt und etwa ein Drittel des Topfballens mit einem scharfen Messer entfernt. Danach wird sie mit frischem Substrat wieder in den Blumenkübel gepflanzt. Bei schnittverträglichen Pflanzen sollte zeitgleich ein Schnitt erfolgen, um den Umpflanzschock zu mildern.
Das Verpflanzen in einen größeren Kübel ist ganzjährig (an frostfreien Tagen) möglich, die beste Zeit für einen Erdaustausch mit Wurzelschnitt ist das Frühjahr (etwa März bis Ende April) oder der Herbst (September bis November).
Bei jährlich wechselnder Bepflanzung sollte die Erde mindestens alle paar Jahre komplett ausgetauscht werden.
Als Schädlinge an Kübelpflanzen treten Schild- und Wollläuse auf. Wollläuse sind an ihren weißen, klebrigen Ablagerungen an den Blättern zu identifizieren. Auch klebriger Honigtau und rußartige Ablagerungen weisen auf einen Läusebefall hin.
Spinnmilben sind an ihren feinen Gespinsten zu erkennen. Wenn diese mit bloßem Auge erkennbar sind, liegt meist bereits ein starker Befall vor. Es lohnt sich daher, die Kübelpflanzen regelmäßig in Augenschein zu nehmen.
An Pilzen können Echter Mehltau, Rost oder auch Blattfleckenkrankheiten auftreten. Bei einem stärkeren Schädlings- oder Pilzbefall, der durch optimierte Bedingungen und ein Entfernen der befallenen Pflanzenteile nicht zu bekämpfen ist, können im Handel erhältliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Kübelpflanzen im Winter
Im Winter friert ein ungeschützter Topfballen deutlich schneller ein, als der Boden in einem Beet. Dies kann nicht nur zu Schäden an Topf und Wurzeln führen, sondern auch Trockenschäden verursachen. Davon sind besonders immergrüne Kübelpflanzen betroffen. Sie verdunsten auch im Winter noch Wasser über ihre Blätter und können aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachziehen. Um die Verdunstungsrate zu verringern, sollten Immergrüne vor dem ersten Frost abgedeckt werden. Dazu eignet sich zum Beispiel spezielles Abdeckvlies, das leicht und atmungsaktiv ist. Auch saubere Jute, wie sie zum Ballieren verwendet wird, schützt die Pflanze vor dem Austrocknen und ermöglicht dabei noch einen Luftaustausch.
Nicht geeignet sind luftdichte Materialien wie Plastikfolie. Unter ihnen stauen sich Hitze und Wasserdampf, die die Kübelpflanze schädigen können. Über Pflanzen mit leicht brüchigen Ästen kann ein Abdeckgerüst gestellte werden, das mit ein paar Brettern und Vlies auch leicht selbst hergestellt werden kann.
Auch empfindlichere, Laub abwerfende Kübelpflanzen können auf die gleiche Weise geschützt werden. Die Abdeckung vermindert außerdem das Risiko von Schneebruch.
Die Kübelpflanzen sollten abseits von Zugluft und halbschattig stehen, zum Beispiel an einer Hauswand, so sind sie vor Sonnenbrand und einem Durchfrieren des Wurzelballens geschützt. Auch der Übertopf wird so geschont, er kann sonst bei zu starker Sonneneinstrahlung und Frost zerspringen.
Viele, besonders tropische oder mediterrane Kübelpflanzen müssen über den Winter geschützt und wärmer stehen, die unterschiedlichen Kübelpflanzen benötigen dabei unterschiedliche Bedingungen.
Pflanzen wie einige Palmen oder Bananen müssen hell und warm überwintert werden, sie benötigen einen Platz in Fensternähe und Temperaturen von etwa 15-20° Celsius. Damit können sie auch in der Wohnung überwintern, sollten jedoch nicht direkt an der Heizung stehen. Diese Pflanzen vertragen überhaupt keinen Frost und sollten daher frühzeitig hereingeholt werden.
Dunkel mögen es dagegen Kübelpflanzen wie die Engelstrompete, die im Keller oder in der Garage bei ca. 5-8°C ihre Winterruhe hält.
Die meisten Kübelpflanzen können hell und kühl überwintert werden. Dazu zählen zum Beispiel Zitruspflanzen oder Kamelien. Sie können im Wintergarten, im geheizten Gewächshaus oder im Haus in eher ungenutzten Räumen oder im kühlen Flur überwintern. Die Temperatur sollte 5-10°C betragen.
Leichte Nachtfröste werden von den kalt überwinternden Pflanzen vertragen, bei andauernden niedrigen Temperaturen ist es Zeit, sie hereinzuholen.
Für alle Kübelpflanzen gilt, dass sie vor der Einwinterung auf Schädlingsbefall oder Erkrankungen untersucht werden sollten, die im Winter besonders leicht auf die anderen Pflanzen übertragen werden können. Beschädigte oder kranke Pflanzenteile werden bereits im Herbst abgeschnitten, sodass die Wunden zur Einwinterung bereits verheilt sind. Um einen Pilzbefall im Winter zu vermeiden, dürfen die Pflanzkästen nicht zu eng stehen, die Pflanzen benötigen frische Luft und eine Luftfeuchtigkeit von 50-60%.
Sie werden nicht gedüngt und nur mäßig gegossen.
Pflanzen, die kalt überwintert werden, können im März/April wieder hinausgestellt werden, warm überwinternden Kübelpflanzen ziehen nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder in den Garten. Um Sonnenbrand an Blättern und Rinde zu vermeiden, werden sie erst in den Halbschatten gestellt, wo sie sich wieder an die Sonne gewöhnen.
Wer keinen Platz hat oder die Überwinterung nicht selbst durchführen möchte, kann sich an Gärtnereien oder Baumschulen wenden. Viele Betriebe bieten einen Service zur Überwinterung an und können die Pflanzkästen in der Regel auch abholen.

Töpfe, die im Winter nicht bepflanzt sind, werden mit einer Wurzelbürste von anhaftendenden Erd- und Wurzelresten befreit. Plastiktöpfe werden mit warmem Wasser mit einem Schuss Essig gereinigt. Auch glasiertePflanzkästen können so ausgewaschen werden. Unglasierte Ton- bzw. Terracottatöpfe können mit klarem Wasser geschrubbt werden. Sollen sie eine Patina ansetzen, reicht die grobe Reinigung mit der Wurzelbürste. Die Pflanzkübel sollten den Winter in der trockenen Garage oder der Gartenlaube verbringen.