Steingarten 

Steingärten sind eine schöne Abwechslung im Garten, durch die Verwendung von Felsen, Steinen und Kieseln entsteht eine neue Dynamik, die besonders in Hanglagen oder im Hügelbeet wirkt.

Standort
Ein Steingarten kann an jedem sonnigen bis halbschattigen Standort angelegt werden. Er passt auch in kleine Gärten und sogar in Pflanzschalen und große Blumenkübel. In einem großen Steingarten ab etwa 10 m² können auch Gehölze und größere Findlinge eingesetzt werden, für kleine Gärten sind eher entsprechend kleinere Steine, Kiesel und kleinbleibende Pflanzenarten geeignet.

Boden
Die meisten Arten im Steingarten benötigen einen nährstoffarmen, sandigen Boden. Dazu kann der Gartenboden mit Sand und Kies vermengt werden, die Verwendung von Kalkstein sorgt für den typischen, hohen pH-Wert. Bei sauren Böden sorgt eine Kalkung für das richtige Milieu.
Eine gute Drainage ist ebenfalls wichtig, da Staunässe von Steingartenpflanzen nicht vertragen wird. Durch die Beimischung von Sand und Kies wird bereits eine gute Luft- und Wasserführung im Boden erreicht. Auf sehr schwerem, feuchtem Boden können unter dem geplanten Beet zusätzlich Drainagerohre verlegt werden, auf den meisten Standorten ist dies jedoch nicht erforderlich.
In Senken muss kein Bodenaustausch erfolgen, hier kommen eher schattenverträgliche Pflanzen wie Farn, Gräser oder Funkien zum Einsatz, die mit den meisten Gartenböden zurechtkommen.

Material
Für die Anlage eines Steingartens sind grundsätzlich alle Steine geeignet. Für den natürlichen, schroffen Gebirgslook bilden größere Steine mit Ecken und Kanten den Rahmen.
Der typische japanische Steingarten ist dagegen sehr formal, es werden oft runde, weiße Steine und Kiesel verwendet, die Ruhe und Klarheit ausstrahlen. Auf Pflanzen wird oft ganz verzichtet, die Natur wird durch die Anordnung der Steine und in Kies und Sand eingeharkte Muster dargestellt. Wellenförmige Muster können zum Beispiel Wasser symbolisieren können und um größere Steine herum angeordnet werden. Die Muster sind dabei nicht symmetrisch, sie sollen den Betrachter fesseln und immer andere Blickperspektiven bieten.
In jedem Steingarten sollte immer nur eine Gesteinsart und -form verwendet werden, unterschiedliche Farben und eine Kombination von glatt geschliffenen und scharfkantigen Steinen wirken schnell unruhig und unnatürlich. Auch bei der Verwendung von Kies sollte dieser sich in Form und Farbe an den strukturgebenden Steinen orientieren.
Liegt das Beet höher, bildet eine Trockenmauer aus ähnlichen Steinen wie den im Beet verwendeten Exemplaren einen schönen, harmonischen Abschluss. Die Lücken in der Mauer können ebenfalls bepflanzt werden, sie bieten außerdem Lebensraum für heimische Tiere wie Eidechsen und Wildbienen. Die Steine erwärmen sich in der Sonne und werden, wenn man Glück hat, von Reptilien zum Sonnenbaden angenommen.
Je nach Arrangement können auch Materialien wie Rinde, stark vermooste Steine oder Treibholz als Dekorationselement im Steingarten zum Einsatz kommen.

Die Anlage des Steingartens
Wer nicht das Glück hat, den Steingarten in einen bestehenden Hang integrieren zu können, kann das steinige Beet auch an anderen Orten anlegen. Je nachdem wie hoch das Beet angelegt werden soll, wird der bestehende Boden ausgehoben und die Grube oder der Boden mit dem Substrat angefüllt und verdichtet. Am besten lässt man das Beet noch 1-2 Tage sacken, bevor es an die Gestaltung geht. Bei Bedarf kann dann noch Substrat nachgefüllt werden.
Das Grundgerüst für den Steingarten wird mit dem Verteilen der größten Steine oder der Anlage einer Trockenmauer gelegt. Größere Steine werden dabei nicht nur auf den Boden gelegt, sondern leicht eingegraben, so fügen sie sich harmonisch ein. Mit den Steinen können auch Gruppen oder höhlenartige Felsformationen gelegt werden, hier ist darauf zu achten, dass die Steine sicher liegen. Solche Formationen bieten Unterschlupf für Reptilien und bieten interessante Blickaspekte.
Kleinere Steine können eingegraben oder auch auf das Substrat aufgelegt werden.
Die Bepflanzung erfolgt nach dem Auslegen der großen Steine. Vor dem Einsetzen empfiehlt es sich, die Pflanzen im Topf auf der Fläche zu verteilen. So können Größenverhältnisse und Verteilung geprüft werden. Dann werden die Pflanzen in das Substrat gesetzt, wenn gewünscht kann abschließend die gesamte Beetfläche mit Kies oder Steinen abgedeckt werden.
Auch in Senken oder entlang von Wegen kann ein Steingarten angelegt werden. Im Senkgarten können schattige, geschützte Gärten angelegt werden, die zum Beispiel einer natürlichen Waldsituation nachempfunden werden.
Die Anlage von Hohlwegen zwischen Steinen und Trockenmauern wirkt oft romantisch und verträumt, der Bodenbelag sollte passend zum Ambiente gewählt werden, zum Beispiel Natursteinplatten oder Kies.
Im Topf bleibt das Prinzip gleich: Es wird für ausreichende Drainage gesorgt, indem das Abzugsloch mit Scherben oder Kies abgedeckt wird, darauf folgen das Substrat, die Steine und die Bepflanzung.

Geeignete Pflanzen
Für den Steingarten ist eine Vielzahl von Pflanzen geeignet. Gehölze für den Steingarten sind vor allem kleinbleibende Nadelgehölze wie die Zwerg- Bergkiefer (Pinus mugo mughus) oder die Nestfichte (Picea abies 'Nidiformis'). Sie passen besonders zu alpinen Gestaltungen mit rauhen Steinen, die natürlichen Felslandschaften nachempfunden sind. Rund und weich wirkende Polsterstauden wie die Silberwurz (Dryas octopetala) bilden schöne Kontraste zu den harten Steinkanten. Mit anderen typisch alpinen Arten wie den Küchenschellen (Pulsatilla spec.) oder dem Mauerpfeffer (Sedum floriferum) lässt sich die felsige Landschaft im Kleinen in den eigenen Garten holen.
In Spalten von Trockenmauern wachsen Arten wie der Steinbrech (Saxifraga) oder das Hornkraut (Cerastium tometosum), die an karge Bedingungen gut angepasst sind.
Für den Steingarten geeignete, langsam wachsende Laubgehölze sind beispielsweise die Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) oder der Seidelbast (Daphne mezereum).
In kleine Gärten und Töpfe werden eher wenige, aber eindrucksvolle Arten wie zum Beispiel der Hauswurz (Sempervivum) gepflanzt, der grüne oder rötliche, rosettenartig angeordnete Blätter aufweist. Für Abwechslung sorgen blühende Pflanzen wie das Mittagsblümchen (Delosperma).
Im Frühjahr sorgen Zwiebelblumen wie das Blausternchen (Scilla sibirica) für Farbe.
Auch viele Kräuter mögen die trockenen, nährstoffarmen und exponierten Bedingungen eines Steingartens. Geeignet sind zum Beispiel Lavendel oder Thymian, die im Sommer ihren würzigen Duft verströmen.