Wie überwintere ich Knollenpflanzen? 

Knollenpflanzen gehören in beinah jeden Garten. Die meisten blühen im Frühjahr und sorgen schon bei den ersten Sonnenstrahlen für Farbe im Beet, Schneeglöckchen blühen, wie der Name verrät, sogar schon eher und erwecken das Beet mit ihren zarten Blüten zum Leben.
Bei den Knollenpflanzen gibt es Arten, die problemlos den Winter im Beet verbringen können und solche, die einer besonderen Pflege bedürfen. Die nicht winterharten Arten blühen im Sommer und Spätherbst und bringen auch spät im Jahr noch Abwechslung.
Zu den winterharten Arten gehören zum Beispiel die Anemone, der Fingerhut, der Winterling und Tulpen.
Nicht winterharte Knollenpflanzen, wie Gladiolen, Dahlien oder das Indische Blumenrohr (Canna), müssen im Winter aus dem Beet entfernt werden, da sie Frost nicht überstehen. Verzichten muss man auf diese exotischen Schönheiten trotzdem nicht, die Überwinterung ist einfach und für jeden Gartenfreund machbar.

Die Knollenpflanzen bleiben im Beet, bis die oberirdischen Pflanzenteile komplett vertrocknet sind, die ersten Herbstfröste werden überstanden, wenn der Boden nicht friert. Besonders empfindlich ist die Canna, die bereits vor dem ersten Frost abgeschnitten und ausgegraben werden sollte.
Die vertrockneten Reste werden mit einer scharfen Schere 5-10 cm über dem Boden abgeschnitten. Danach können die Zwiebeln vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde gehoben werden. Die anhaftende Erde wird entfernt und die feinen Wurzeln sorgfältig und stark zurückgeschnitten. Alte Knollen und Brutknollen werden ebenfalls entfernt, größere Brutknollen können einzeln mit überwintert und im nächsten Jahr wieder in den Garten gesetzt werden. Bei Gladiolen wird außerdem die äußerste Haut mit abgezogen.

Kranke oder faulige Knollen werden entsorgt. Kranke Knollen sind an schwarzen Stellen zu erkennen, auch sehr weiche Knollen weisen auf Krankheiten oder Pilzbefall hin. Bei starken Verletzungen, wie sie durch Annagen von Wühlmäusen oder auch durch unvorsichtiges Ausgraben entstehen können, sollten die Knollen nicht überwintert, sondern entsorgt werden.
Pilzbefall ist meist durch einen weißlichen Belag gekennzeichnet. Bei einem leichten Pilzbefall kann die Behandlung mit einem Fungizid helfen, bei starkem Befall sind die betroffenen Knollen zu entsorgen.
Bevor die Pflanzen endgültig in die Winterruhe geschickt werden, werden sie getrocknet. Dahlien können zum Trocknen mit der Knolle nach unten aufgehangen werden, sie können aber auch, wie alle anderen Knollen, an einem luftigen, nicht zu warmen Ort zum Trocknen hingelegt werden. Dazu empfiehlt sich eine Holzkiste mit Lüftungsschlitzen, ein offener, flacher Pappkarton, ein Korb oder auch ein Trockennetz, wie es für Wäsche oder Kräuter verwendet wird. Auch Zeitungspapier funktioniert, sollte aber alle paar Tage gewechselt werden.
Die Knollen dürfen nicht zu eng gelegt werden, da sonst die Gefahr von Schimmelbildung gegeben ist. Die Trocknungszeit liegt bei etwa 3-4 Wochen.

Sind die Knollen getrocknet, können sie in ihre Überwinterungskiste umziehen. Dazu wird eine Holzkiste mit Zeitungspapier ausgelegt und mit Torf, Erde oder Sand befüllt. Für Knollenbegonien sollte nur Sand oder Torf verwendet werden. Die Knollen werden in das Substrat gelegt und bis zum Frühjahr in einem trockenen, frostfreien aber nicht zu warmen Raum gestellt, ideal sind Temperaturen um die 10 Grad Celsius.
Dahlien- und Gladiolenknollen können auch in einigen Lagen Zeitungspapier eingeschlagen werden und unter gleichen Bedingungen überwintert werden.
Eine Trennung der Arten und Sorten sowie eine Beschriftung der Kisten helfen im Frühjahr bei der Identifizierung.

Die freien Beete können im Winter mit trockenem Grasschnitt oder Stroh abgedeckt werden, dies verhindert Bodenerosionen und schützt den Boden vor Frost. Rindenmulch ist ebenfalls geeignet, sollte aber im Frühjahr von den Beeten entfernt werden, da er den Boden ansäuert und ihm Nährstoffe entzieht. Vor dem Pflanzen empfiehlt sich eine Bodenverbesserung mit Kompost oder eine Düngung mit organischem Dünger, zum Beispiel Hornspänen.
Im Frühjahr können die Knollen nach den Eisheiligen (Mitte Mai) wieder ins Beet gesetzt werden. Die Knollen werden dazu mit der Spitze nach oben und in etwa doppelter Tiefe der Knollengröße, in den Boden gesetzt. Die Knollenpflanzen können auch im Haus auf der sonnigen Fensterbank im Topf vorgezogen und ab Mitte Mail ins Beet gepflanzt werden.