Astern 

Astern sorgen mit ihren leuchtenden, sternenförmigen Blüten auch im Herbst noch für blühende Beete. Die Pflanzen aus der Familie der Korbblütler sind in der Regel mehrjährige Stauden, einige Arten sind auch ein- oder zweijährig. Mit ihren Blütenständen, die mit einer Vielzahl einzelner Blüten wie eine Einzelblüte wirken, locken sie im Spätsommer Schmetterlinge und Hummeln an.

Beschreibung
Die vielseitige Aster bereichert den Garten mit kleinen, polsterförmigen Stauden bis hin zu 3m hohen Sträuchern. Den schönen, sternenförmigen Blüten verdanken sie ihren botanischen Namen, der vom lateinischen bzw. griechischen Wort für Stern hergeleitet wird.
Die Blüte ist einfach aufgebaut, der große Blütenstand wird meist von einer Reihe Zungenblüten eingerahmt. Je nach Art und Sorte blühen Astern im Früjahr (z.B. Alpenmaßliebchen - Aster bellidiastrum)oder von Sommer bis Herbst (z.B. Bergaster - Aster lamellus). Die Blütenfarben reichen von Weiß über Rosa bis hin zu Rot, Violett und Blau.
Die Blätter sind oft in Rosetten am Boden angeordnet und sitzen an den Stängeln eher vereinzelt. Große Arten besitzen durch diesen etwas sparrigen Aufbau einen besonderen Charme. Die Blattform reicht von kleinen, rundlichen bis hin zu schmalen, spitz zulaufenden Blättern, der Blattrand ist glatt bis gezähnt.
Es gibt kleinbleibende Arten, die nur wenige cm groß werden und imposante Stauden mit 150cm Höhe wie die Rauhblatt- Aster (Aster novae- angliae). Die meisten Arten verfügen über ein Rhizom-Wurzelsystem.
Die gängigen Gartenastern sind nicht giftig, die Blütenblätter können theoretisch verzehrt werden. Ungespritzte Blütenblätter eignen sich daher auch gut als Dekoration für Buffets oder Teller.


Systematik
Die Gattung der Astern gehört zur Familie der Korbblüter (Asteraceae). Diese Pflanzenfamilie, zu der zum Beispiel auch die Gänseblümchen oder die Ringelblume gehören, ist die artenreichste Familie in Europa. Die Pflanzen sind meist ein- oder zweijährig oder Staude, es gibt auch wenige verholzende Arten. Die Korbblütler zeichnen sich vor allem durch ihre körbchenförmigen Blütenstände (Name) aus, wobei ein Blütenstand bis zu 1000 Einzelblüten enthalten kann. Der Blütenstand wirkt als Einzelblüte. Dieser Eindruck wird auch durch die rund um den Blütenstand angeordneten Zungenblätter verstärkt.
Viele Korbblütler sind essbar (Chicoree, Kopfsalat) oder werden als Heilpflanze eingesetzt (Arnika, Echte Kamille).
Astern gehören zur Ordnung der Asternartigen (Asterales), welche der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) angehören. Bei dieser Klasse werden die Samenanlagen von einem Fruchtblatt eingeschlossen.
Innerhalb der Gattung Astern gibt es wiederum eine Vielzahl von Arten und Sorten.
Nordamerikanische Sorten wie die Kissen-Aster (ehemals Aster dumosus-Hybr., jetzt Symphyotrichum dumosum) oder die Gold-Aster (ehemals Aster linosyris, jetzt Crinitaria linosyris) werden seit einiger Zeit nicht mehr zu den Astern gezählt. Diese Arten sind in den meisten Gärtnereien aber noch unter er Bezeichnung Asternerhältlich und werden im Garten vielseitig eingesetzt.

Verbreitung
Die Astern sind in Europa, Asien und Südafrika beheimatet. Hier wachsen sie auf unterschiedlichen Standorten, in der trockenen Prärie Nordamerikas wächst zum Beispiel die Rauhblatt-Aster (Aster novae-angliae), die sich mit ihrer vor Verdunstung schützenden Behaarung an die Trockenheit angepasst hat. An feuchteren Standorten wächst die Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii). Die Alpen-Aster (Aster alpinus) dagegen wächst, wie der Name verrät, im Gebirge Europas und Asiens. Sie ist damit gut für Steingärten geeignet und verträgt auch Trockenheit.
Wie vielseitig die Aster ist, zeigt die Strand-Aster (Tripolium pannonicum), die in Europa und Asien auf regelmäßig überfluteten Salzwiesen wächst und sich an einen Salzgehalt im Boden von bis zu 30% gewöhnt hat.

Standortansprüche
Astern bevorzugen einen Platz in der vollen Sonne, können aber auch in halbschattigen Bereichen stehen. Leichte, sandige Böden entsprechen dem natürlichen Lebensraum der Aster. Schwere Böden sollten daher vor der Pflanzung mit Sand verbessert werden. Der pH-Wert sollte eher neutral sein, die Aster ist hier jedoch recht robust und kommt mit den meisten Gartenböden gut zurecht.
Trockenheit wird deutlich besser vertragen als Staunässe, die Aster übersteht auch trockene Sommer mit wenig Gießen.
Im Kübel kann die Aster in leicht gedüngte Blumenerde gepflanzt werden, für einen guten Wasserabfluss (Abzugsloch freihalten) sollte gesorgt sein.

Kultur im Garten
In Töpfen erworbene Astern, die im Frühjahr gepflanzt werden, kommen meist im gleichen Jahr noch zur Blüte. Im Herbst gepflanzte oder geteilte Pflanzen blühen in der nächsten Saison. Im Winter vertrocknen die oberirdischen Pflanzenteile und treiben im Frühjahr komplett neu aus.
Astern werden meist ins Freiland gepflanzt, wo sie unter lichten Gehölzen im Halbschatten bis in vollsonnige Lagen gepflanzt werden können. Kleine Arten wie die 30-40cm hoch werdende, frühjahrsblühende Kissen-Aster (Aster dumosus), bilden einen schönen Rahmen für Gehölze oder andere, höher Stauden. Sie können auch in Kübeln gepflanzt werden, zum Beispiel als Unterpflanzung für Hochstämmchen.
Im Einzelstand kommen große, auffällige Arten wie die 70-80 cm hoch werdende Aster laterifolius, zur Geltung, die in verschiedenen Sorten erhältlich ist. Arten wie die Alpen-Aster können im Steinbeet mit Bergenien, Hauswurz und anderen Steinbeetpflanzen kombiniert werden.
Besonders schön kommt die Aster mit weiteren Herbststauden, wie Oktobermargeriten oder Anemonen zur Geltung. Solche Herbstbeete erstrahlen ab dem Spätsommer bis in den Oktober hinein in voller Blütenpracht und zögern das Ende der Gartensaison hinaus. Dazu passen Gehölze mit kräftiger Herbstfärbung wie der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) oder der Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus).
Wer kein eigenes Herbstbeet anlegen möchte, kann durch geschicktes Kombinieren von Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten ein Beet gestalten, in dem es vom Frühjahr bis in den Herbst hinein blüht. Gräser wie Chinaschilf oder Lampenputzergras zieren das Asternbeet das ganze Jahr hindurch und unterstreichen mit ihrer Schlichtheit noch die schöne Blüte.
Aufgrund ihrer Robustheit und Trockenverträglichkeit können fast alle Astern auch in Kübel oder Pflanzschalen gesetzt werden, auch auf Gräbern werden Astern gerne gepflanzt.
Astern eigenen sich gut als Schnittblumen und halten sich lange in der Vase. Über Kopf an einem dunklen Ort getrocknet halten sie auch als Trockenblumen lange ihre Form und Farbe und können zum Beispiel in Trockenkränzen verarbeitet werden.

Pflegehinweise
Meistens werden Astern als Stauden im Topf angeboten, diese können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Idealerweise wird der Boden vor der Pflanzung mit etwas gut verrottetem Kompost verbessert, der oberflächlich in den Boden eingearbeitet wird. Kompost reichert den Boden mit organischer Substanz an und fördert dadurch das Bodenleben, lockert schwere Böden auf und sorgt für eine bessere Bindigkeit auf sandigen Böden. Auf schweren Böden sollte außerdem Sand mit eingearbeitet werden, da die Aster eher sandige, durchlässige Böden bevorzugt.
Das Pflanzloch wird etwas tiefer und breiter ausgehoben als benötigt und dann mit Aushubboden (evtl. vermischt mit Kompost oder Sand) wieder angefüllt. So haben es die Wurzeln leichter, in den umgebenden Boden zu wachsen. Die Pflanze sollte im Pflanzloch etwa gleichhoch stehen wie zuvor im Topf, dann wird das Loch wieder verfüllt und die Erde rund um die Pflanze gut angedrückt. Ein durchdringendes Angießen sorgt ebenfalls für einen guten Wurzelschluss. Nach dem Anwachsen ist die Aster gut trockenverträglich und muss nur im Sommer mäßig gegossen werden. Hohe Arten sollten mit Bambusstäben, Pflanzstäben oder leichten Gerüsten gestützt werden. Die Stütze sollte ihnen bereits ab einer Höhe von etwa 0,5m zur Verfügung gestellt werden.
Düngung benötigen die pflegeleichten Stauden nur wenig. Bei einer Gabe von Hornspänen oder Kompost im Frühjahr ist eine weitere Düngung in der Regel nicht erforderlich.
Die verwelkten, oberirdischen Pflanzenteile werden im Herbst oder im Frühjahr vor dem Austrieb zurückgeschnitten werden. Bei hohen Arten sorgt ein Rückschnitt um etwa ein Drittel im Frühsommer (Anfang-Mitte Juni) für kompakteren Wuchs und eine größere Blütenfülle.
Ein- und zweijährige Sorten können im Frühjahr als Jungpflanze erworben oder ausgesät werden. Die Jungpflanzen werden wie Stauden ins Beet gepflanzt. Die Aussaat, die auch bei mehrjährigen Arten angewendet werden kann, erfolgt im Frühjahr. Ab Ende Februar können die Samen im Haus oder im Mistbeet vorgezogen werden. Sie werden dünn mit Erde bedeckt und warm, aber nicht zu feucht gehalten. Wenn die kleinen Pflanzen mindestens 4 Blätter aufweisen, können sie vereinzelt werden. Dazu werden sie mit einem Pikierstab vorsichtig aus der Erde gehoben und einzeln oder in Reihen mit weiterem Abstand wieder eingepflanzt. Ins Freiland können die Pflanzen ab Mitte Mai. Alternativ kann die Aussaat ab Mitte April auch direkt ins Beet erfolgen.
Alle 4 -5 Jahre können höher wachsende Arten im Frühjahr geteilt werden. Dazu wird die Pflanze vorsichtig mit einem Spaten ausgehoben und mit einem scharfen Spaten oder Messer in 4-5 Teile geteilt, die dann wieder eingepflanzt werden. Auch eine Vermehrung über Rhizome ist möglich. Dazu wird ein Rhizomstück im Frühjahr in einen Topf mit Anzuchterde gesetzt und ausgepflanzt, wenn sich genügend Wurzeln gebildet haben. Bodendeckende Arten können mit dem "Durchziehen" des Wurzelsystemes mit einer Grabe- oder Mistgabel zur Verbreitung angeregt werden.
Da Astern sehr robust sind, leiden sie eher selten unter Pilzen oder Schädlingsbefall. Bei schweren Böden oder Staunässe können die Wurzeln faulen, hier ist eine Bodenverbesserung mit Sand das Mittel der Wahl.
Schlechte Standortbedingungen fördern auch einen Befall mit Pilzen, wie zum Beispiel Mehltau. Meistens reicht ein Zurückschneiden und Entsorgen der befallenen Pflanzenteile, bei stärkerem Befall kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sinnvoll sein. Eine Pilzkrankheit, die auch durch zu engen Stand und Nässe begünstigt wird, ist die Asternwelke. Sie äußert sich in einer Violettfärbung der Stängel sowie einem Braunwerden und Absterben der Triebe. Befallene Pflanzen sollten komplett entfernt und entsorgt werden. Bei einem starken Befall sollte das Beet geräumt und über einen Zeitraum von mehreren Jahren nicht erneut mit Astern bepflanzt werden.
Ein leichter Befall mit Läusen oder anderen Schädlingen wird meist ohne gut verkraftet, sonst helfen auch hier entsprechende Pflanzenschutzmittel.