Astilben 

Solidago

Die Astilben gehören zur Familie der Steinbrechgewächse und zur Ordnung der Steinbrechartigen innerhalb der Klasse der Bedecktsamer. Die ausdauernden, krautigen Pflanzen umfassen rd. 20 Arten und eine Vielzahl von Sorten und Hybriden. Die größten Arten können Höhen von bis zu 1,50 m (z.B. Astilbe thunbergii) erreichen, die kleinsten Arten bilden mit ca. 0,3m bodendeckende Teppiche (z.B. Astilbe chinensis).

Beschreibung
Die Astilben, oder auch Prachtspieren, sind ausdauernde Stauden mit auffälligen, rispenartigen Blütenständen, die aus bis zu 2000 Einzelblüten aufgebaut sind. Die zarte, fedrige Form der Blütenstände macht die Astilbe zur Blütezeit im Sommer oder Herbst zu einer auffälligen Pflanze im Staudenbeet. Von Juni bis Juli blüht zum Beispiel die kleinbleibende Astilbe japonica in violett, rosa und weiß. Die Astilbe chinensis mit teppichbildenden Sorten wie der A. chinensis var. pumila in rosa-rot oder der bis zu 1m hoch werdende "Purpurlanze" blüht von August bis September.
Die glänzenden, gezähnten Blätter wachsen vor allem am Grund, am Stengel werden sie nach oben hin immer kleiner.
Der Name leitet sich aus dem griechischen stilbo ab, das Glanz bedeutet. Trotz des deutschen Namens Prachtspiere ist die Astilbe nicht mit den Spieren (Spirea) verwandt. Die deutsche Bezeichnung ist durch die ähnlichen Blütenformen entstanden.
Einige Arten der Astilbe sind essbar, so können zum Beispiel die jungen, grünen Triebe der Astilbe chinensis roh oder gekocht verzehrt werden.

Systematik
Die Gattung der Astilben unterteilt sich in rd. 20 Arten und eine große Anzahl an Hybriden. Sie gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae), die ein-, zwei- und mehrjährige krautige Pflanzen umfasst. Gehölze kommen innerhalb dieser Familie nicht vor. Kennzeichnend für diese Familie sind die fünfzähligen Blüten, die oft in Rispen oder Trauben angeordnet sind. Die Blüten sind meist zwittrig.
Die übergeordnete Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales) umfasst neben ein- bis mehrjährigen Pflanzen auch Gehölze und Wasserpflanzen. Entsprechend unterschiedlich sind die äußeren Merkmale der Pflanzen innerhalb dieser Ordnung. Sie gehört zur Klasse der Bedecktsamer, das heißt, die Samenanlagen sind in einem Fruchtblatt eingeschlossen.

Verbreitung
Die meisten Arten der Astilbe stammen aus Japan und China, sie sind in Asien bis Indonesien und in den Himalaya hinein heimisch. Eine Art stammt aus Nordamerika. In ihrer Heimat wachsen die Pflanzen an feuchten, schattigen bis halbschattigen Standorten, zum Beispiel an Flussläufen.

Standortansprüche
Die Astilben bevorzugen einen humusreichen, eher lehmigen, feuchten Boden. Auf Sandböden gedeihen sie nur schlecht. Der Standort sollte dabei halbschattig bis schattig liegen, auf feuchten Böden in niederschlagsreichen Gebieten wird aber auch Sonne vertragen. Die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst hoch sein. Im Kübel sind Astilben aufgrund ihres Feuchtebedürfnisses pflegeintensiv. Der Kübel sollte möglichst groß gewählt werden und die Erde stets feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Kultur im Garten
Große Arten und auffällige Sorten kommen im Staudenbeet mit farblich abgestimmten Partnern gut zur Geltung. In Kombination mit frühjahrs- und sommerblühenden Stauden kann ein ganzjährig blühendes Beet angelegt werden. Gruppenweise Pflanzungen verschiedener Astilben sorgen vor allem im Spätsommer und Herbst für farbige Höhepunkte. Als Schattenpflanze verschönern Astilben auch die Nordwand eines Hauses oder können unter Gehölze gepflanzt werden. Optisch passende Gesellschaft in sehr schattigen Bereichen sind zum Beispiel Funkien (Hosta), die mit ihren großen, auffälligen Blättern einen schönen Kontrast zu den Prachtspieren bilden.
Die Stauden werden aus dem Container im Frühjahr oder Herbst direkt in das vorbereitete Beet gepflanzt, eine Sommerpflanzung ist möglich, hier kann jedoch Trockenheit zum Problem werden. Die zum Winter hin abgestorbenen oberirdischen Pflanzenteile können im Beet belassen werden, gerade Stängel hoher Arten wirken im Winter sehr dekorativ.

Pflegehinweise
Auf guten Standorten sind Astilben recht pflegeleicht. Vor der Pflanzung sollte der Boden mit Kompost verbessert werden, bei sehr sandigen Böden ist auch ein Einarbeiten von lehmigem Boden sinnvoll. Gedüngt wird mit Kompost, Hornspänen oder organischem Volldünger im Frühjahr, bei sehr armen Böden kann auch eine zweite Düngergabe im Mai/Juni erfolgen.
Sehr wichtig ist die Bodenfeuchtigkeit. Im Sommer müssen Prachtspieren daher regelmäßig gegossen werden, eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.
Geschnitten werden die abgestorbenen Pflanzenteile im späten Herbst oder im Frühjahr vor dem Austrieb. Die winterharte Staude bedarf im Winter keiner Pflege, bei späten Frösten im Frühjahr kann es erforderlich werden, die jungen Austriebe mit Reisig vor Frostschäden zu schützen.
Die Vermehrung von Prachtspieren erfolgt im Frühjahr durch Wurzelteilung. Der ausgegrabene Wurzelstock wird dazu mit einem scharfen Messer geteilt und kann direkt wieder eingepflanzt werden.
Es treten nur selten Krankheiten oder Schädlinge auf. Die gewünschten, feuchten Bodenverhältnisse können Schnecken anlocken, die durch regelmäßiges Absammeln oder das Aufstellen von Schneckenzäunen oder -fallen dezimiert werden können.