Azaleen 

Die Azaleen gehören zur Gattung Rhododendron und umfassen 5 Arten innerhalb dieser Gattung. Im Gegensatz zu den meist immergrünen Rhododendron-Arten werfen Azaleen ihr Laub im Winter ab. Wie viele andere Moorbeetpflanzen (z.B. die Winterheide) gehören sie der Famile der Heidekrautgewächse (Ericaceae) an.

Beschreibung
Azaleen sind mehrjährige, verholzende Sträucher. Im Garten wird die Pontische, die Japanische und die Gartenazalee verwendet. Diese Arten erreichen Höhen von 0,3 bis 3 m und können bis zu doppelt so breit wie hoch werden. Die Blätter sind schmal und lanzettlich bis eiförmig und grün bis dunkelgrün. Im Winter werfenAzaleen ihre Blätter ab.
Die Blüte dauert von Mai bis Anfang Juni, die Wildformen blühen rot oder orange. Durch Züchtungen gibt es aber auch attraktive Azaleen in weiß, rosa oder gelb. Die Blüten stehen endständig in Büscheln oder als Einzelblüte.
Azaleen wurzeln eher flach und besitzen meist einen kompakten Wurzelballen.
Zimmerazaleen blühen von September bis April und bringen damit Farbe in die kalte Jahreszeit. Diese Arten wachsen eher langsam und bleiben klein, sie können daher über mehrere Jahre im Blumenkübel im Haus kultiviert werden. Über 100 verschiedene Sorten bieten neben einem großen Farbspektrum auch mehrfarbige Blüten.
Alle Teile der Azalee sind giftig, geringe Mengen können bereits zu leichten Vergiftungserscheinungen führen.
Der Name bedeutet aus dem griechischen übersetzt etwa "hart und trocken". Der Name bezieht sich wahrscheinlich auf die Oberfläche der Blätter. "Azalee" kann auch als Mädchenname verwendet werden.

Systematik
Als Azaleen werden 5 Arten der Gattung Rhododendron bezeichnet. Dies sind die Pontische Azalee (Rhododendron flavum), Gartenazalee (Rhododendron molle), Japanische Azalee (Rhododendron japonicum), Indische Azalee (Rhododendron simsii) und die Fünfblättrige Azalee (Rhododendron quinquefolium). Die Gattung Rhododendron zählt zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) innerhalb der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales). Wie bei allen Vertretern der Bedecktsamer (Magnoliopsida) sind die Samenanlagen in ein Fruchtblatt eingeschlossen.
Durch Züchtung sind aus den Arten weitere Sorten und Hybriden entstanden, die aufgrund ihrer Farbenvielfalt im Garten gern eingesetzt werden.

Verbreitung
Azaleen sind in China und Japan beheimatet, wo sie in lichten Wäldern wachsen. Auch die Indische Azalee stammt trotz des Namens aus Ostasien.

Standortansprüche
Azaleen bevorzugen Standorte, die ihrem natürlichen Umfeld entsprechen. Im Halbschatten, am besten unter lichten Gehölzen, blühen sie zuverlässig und reichhaltig. Zu starke Sonne kann zu Verbrennungen führen, an zu schattigen Standorten wird die Blütenfülle deutlich vermindert. Der Boden sollte leicht sauer sein, ideal ist ein pH-Wert von 4,5-5. Unter Gehölzen stellen sich diese Verhältnisse durch verrottendes Laub natürlich ein, im normalen Gartenboden muss meist nachgeholfen werden. Alternativ können Veredelungen auf kalktoleranten Unterlagen verwendet werden. Diese gedeihen auch auf neutralen Böden.
Schwere Böden und Staunässe können zu Wurzelfäule und Pilzbefall führen. Am besten ist der Boden gut durchlässig und humos, mit einer Zugabe von Sand können schwere Böden verbessert werden. Der Boden sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden.
Für die Kultur im Zimmer gelten ähnliche Bedingungen: Ein saures, gut durchlässiges Substrat hält die Pflanze gesund und sorgt für reiche Blüte. Spezielle Erden für Azaleen oder Moorbeetpflanzen erfüllen diese Voraussetzungen. Die Azaleen sollten nicht an stark besonnten Fenstern stehen, die starke Aufheizung und die starke Sonneneinstrahlung werden nicht gut vertragen. Ideal ist ein eher kühler Standort mit Temperaturen von 18-20°C und mäßiger Sonneneinstrahlung.
Auch draußen können Azaleen im Blumenkübel kultiviert werden. Der Pflanzkübel sollte dabei eher weit als hoch gewählt werden.

Kultur im Garten / Zimmer
Im Garten können die ausdauernden Azaleen je nach Art bis zu mehreren Jahrzehnten alt werden und blühen an guten Standorten bis ins hohe Alter. Die Blüten kommen im Frühjahr oft noch vor den Blättern, im Sommer schmücken die dunkelgrünen Blätter die kompakte Pflanze. Die Knospen für das nächste Jahr werden bereits im Herbst gebildet.
Die Blätter werden im Herbst komplett abgeworfen, der Rhododendron flavum weist vorher noch eine schöne, rötliche Herbstfärbung auf.
Unter lichten Gehölzen fühlen sie sich besonders wohl, Partnerpflanzen sollten dabei ähnliche Bodenansprüche haben. Die meisten Moorbeetpflanzen, zum Beispiel Heide, sind hier geeignet. Auch Zwiebelblumen gedeihen als Partner der Azaleen, zum Beispiel das klein wachsende, frühjahrsblühende Haselglöckchen oder der Goldlauch.
Im Zimmer können Azaleen über mehrere Jahre kultiviert werden, wenn sie bei Bedarf in entsprechend größereBlumenkübel umgetopft werden. Im Zimmer blühen sie bei eher kühlen Temperaturen vom Herbst bis ins Frühjahr. Optisch wirken schlichte Gräser oder andere Winter blühende Zimmerpflanzen wie der Weihnachtsstern als Partner auf der Fensterbank. In hellen Zimmern können sie auch auf dem Tisch oder auf Säulen platziert werden.

Pflegehinweise
Gartenazaleen werden als Ballen- oder Topfpflanze im Frühjahr oder Herbst gepflanzt. Für ideales Wachstum sollte der Standort direkt endgültig gewählt werden und ein passender Abstand zu angrenzenden Bepflanzungen gehalten werden. Klein bleibende Arten benötigen einen Abstand von 0,5 -1 m zueinander, zu größeren Gehölzen sollte mindestens 1 m Abstand eingehalten werden. Größere Arten benötigen einen entsprechend größeren Abstand. Wird die Pflanze doch zu groß, kann das Wachstum durch einen Schnitt nach der Blüte reguliert werden. Aufgrund des kompakten Wurzelballens wird aber auch ein Umpflanzen im Frühjahr oder Herbst gut vertragen, nur bei sehr großen Pflanzen sollte darauf verzichtet werden. Zum Umpflanzen wird der Topfballen mit einem scharfen Spaten umstochen und die Azalee vorsichtig aus der Erde gehoben. Bei der Pflanzung wird ein Pflanzloch in etwa doppelter Größe des Ballens ausgehoben, die Pflanze wird so in das Loch gestellt, dass der obere Rand nach dem Verfüllen gerade mit Erde bedeckt ist. Die Aushuberde kann nun, je nach Bedarf, mit Sand, Torf (bei kalkhaltigem Boden) oder Kompost angereichert werden. Bei trockenem Boden oder warmer Witterung sorgt ein Gießrand aus angehäufter Erde dafür, dass beim Gießen alles Wasser an die Wurzel gelangt. Zum Gießen eignet sich am besten Regenwasser, auf kalkhaltiges Wasser sollte verzichtet werden.
Die Düngung erfolgt mit speziellen Düngern für Rhododendron oder andere, physiologisch sauer wirkende Mineraldünger.
Im Pflanzkübel werden am besten spezielle Erden für Moorbeetpflanzen verwendet. Eine exakte Düngung ist aufgrund des geringen Erdvolumens im Blumenkübel noch wichtiger. Das Abzugsloch wird mit Scherben vor dem Verstopfen geschützt, eine Schicht Kies oder Perlite am Boden sorgen ebenfalls für gute Luftdurchlässigkeit.
Auch wenn Gartenazaleen im Prinzip keinen Schnitt benötigen, kann durch einen Schnitt nach der Blüte ein Verkahlen der Pflanze von innen verhindert werden. Auch die Form lässt sich so anpassen. Ein Ausbrechen der verblühten Blüten sorgt dafür, dass die Pflanze ihre Kraft anstatt in die Samenbildung in Wachstum und die Anlage neuer Knospen steckt. Alte Pflanzen können durch einen starken Rückschnitt wieder verjüngt werden.
Im Zimmer werden ebenfalls spezielle Erde und Dünger verwendet. Wird die Pflanze zu groß, ist ein Umtopfen erforderlich. Der beste Zeitpunkt dafür ist nach der Blüte im Frühjahr.
Ein Stutzen nach der Blüte sorgt dafür, dass die Azaleen ihre Form behalten.
Die Vermehrung von Azaleen kann über Stecklinge erfolgen, die Stecklinge sind allerdings recht empfindlich. Dazu werden im Sommer 7-8 cm lange Triebe sauber abgeschnitten, die Basis schräg angeschnitten und in Anzuchterde gesteckt. Unter Folie oder Glas und Temperaturen von 16-20°C wurzeln die Stecklinge bei ausreichender Feuchtigkeit (regelmäßiges Einsprühen) nach 6-8 Wochen und können in Töpfe umziehen. Auch bei bewurzelten Stecklingen ist zu Beginn auf eine hohe Luftfeuchtigkeit zu achten. Die Folie oder der Deckel sollten zur langsamen Gewöhnung an die umgebende Luftfeuchtigkeit zunächst nur kurzzeitig geöffnet oder mit Luftlöchern versehen werden. Zimmergewächshäuser besitzen oft Klappen, die die Gewöhnung erleichtern.
An Azaleen können verschiedene Krankheiten und Schädlinge auftreten. An nassen Standorten sind sie anfällig für Pilzerkrankungen wie die Blattfleckenkrankheit. Diese ist gekennzeichnet durch graue oder braune Flecken an den Blättern. Befallene Teile sollten direkt entfernt und entsorgt werden, bei starkem Befall ist der Einsatz eines Fungizides ratsam. Die Phytophtera-Welke zeigt sich in schlaffen, eintrocknenden Blättern und Trieben. Befallene Stellen sind bis ins gesunde Holz hinein zu entfernen und zu entsorgen, spezielle Fungizide können ebenfalls eingesetzt werden. Ist die komplette Pflanze betroffen, wird diese mitsamt dem Wurzelwerk entfernt. Soll am gleichen Standort wieder eine Azalee gepflanzt werden, muss die Erde an dieser Stelle großräumig entfernt und frisches Substrat eingebracht werden.
Braune, vertrocknende Knospen sind ein Zeichen für die Rhododendronzikade. Durch Ausbrechen der befallenen Knospen und eine Bekämpfung der erwachsenen Tiere und Larven (z.B. regelmäßiges Spritzen) kann der Befall effektiv bekämpft werden. Halbrunde Fraßstellen an den Blättern (Buchtenfraß) weisen auf den Dickmaulrüssler hin, dessen Larven im Boden das Wurzelwerk schädigen. Sie werden mit Nematoden (Fadenwürmer) als Nützlinge bekämpft, die über das Gießwasser ausgebracht werden.
Weiße Fliegen und Blattläuse können im Freiland und im Zimmer auftreten. Im Freiland kann der Befall durch die Förderung von Nützlingen wie Laufkäfer und Marienkäfern reduziert werden. Eine "wilde" Ecke im Garten oder das Anbieten von Versteckmöglichkeiten locken viele Nützlinge an. Das Spritzen mit möglichst schonenden Insektiziden ist eine weitere Möglichkeit, die Schädlinge zu bekämpfen.
Die beste Vorbeugung gegen den Befall mit Krankheiten und Schädlinge ist ein guter Standort und die richtige Pflege.