Chrysantheme 

Die Chrysantheme mit ihrem bekanntesten Vertreter, der Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum × grandiflorum), umfasst eine Vielzahl von Arten innerhalb der Familie der Korbblütler. Zu dieser Familie, die zur Ordnung der Asternartigen zählt, gehören auch bekannte Speisepflanzen wie die Endivie oder der Topinambur. Durch Züchtungen wurde eine große Vielfalt an Farben und Formen geschaffen, die jedes herbstliche Staudenbeet bereichern.

Beschreibung
Die Chrysantheme ist die Nationalblume Japans, deren botanischer Name sich aus dem Griechischen herleitet und etwa Gold-Blume bedeutet.
Die Chrysantheme sorgt von August bis Oktober mit bronzenen (z.B. Chrysanthemum x hortorum 'Kleiner Bernstein') oder eleganten weißen Blüten für Farbtupfer im herbstlichen Garten. Die ausdauernden Stauden erreichen in der Regel Höhen von 30-100cm, teilweise werden sie auch als Stämmchen angeboten. In unseren Breiten gedeihen am besten als winterhart angebotene Arten, die nur bei starkem Frost oder im Kübel Schutz benötigen.
Wie die meisten Gattungen der Korbblütler ist die Chrysantheme essbar. Besonders die Blüten sind ein optisches Highlight im Salat oder in der Bowle, doch auch die jungen, natürlich unbehandelten Blätter sind essbar. Sie können roh oder gedünstet gegessen werden.
Als Heilpflanze wurde die Chrysantheme vor allem in China bei fiebrigen Erkältungen oder auch trockenen, schmerzenden Augen angewendet. Sie hat außerdem eine beruhigende Wirkung.

Systematik
Die Gattung der Chrysantheme (Chrysanthemum) gehört mit ihren ca. 40 Arten zur Familie der Korbblütler (Asteraceae bwz. Compositae). Diese Familie zeichnet sich durch ihre körbchenartig zusammengefassten Blüten aus, bei denen viele kleine Einzelblüten von weißen oder bunten Zungenblüten eingefasst werden. Der Blütenstand wirkt wie eine Einzelblüte. So werden Insekten angelockt, die bei vielen Arten der Familie für die Bestäubung sorgen. Andere Arten verbreiten sich über Windbestäubung. Die Korbblütler gehören zur Ordnung der Asternartigen (Asterales), die zu den artenreichsten Ordnungen innerhalb der Bedecktsamer (Magnoliopsida) gehören. In dieser Klasse sind die Samenanlagen von einem Fruchtblatt umhüllt.

Verbreitung
Ihren Ursprung haben Chrysanthemen in Asien, vor allem in China und Japan, wo sie bereits seit über 2000 Jahren kultiviert und als Heilpflanze genutzt werden. Hier wachsen sie wild an sonnigen, baumfreien Standorten.
In Europa wird sie etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts kultiviert.

Standortansprüche
Die Chrysantheme bevorzugt einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden, der eher sandig als lehmig sein sollte. Bei sauren Böden empfiehlt sich eine Kalkung, da die Pflanze leicht kalkige bis neutrale pH-Werte bevorzugt.
Der Boden sollte frisch, aber nicht nass sein, Staunässe wird nicht gut vertragen. Die sonnenliebende Staude blüht an vollsonnigen Standorten am schönsten, kann jedoch auch im lichten Schatten bis Halbschatten stehen. Auch winterharte Sorten sind dankbar für einen geschützten Standort, wie er an Hauswänden oder hinter Hecken gegeben ist.
Die Chrysantheme eignet sich gut für die Pflanzung im Kübel oder Pflanztrog und kann auch als Zimmerpflanze auf die Fensterbank gestellt werden. Besonders nicht winterharte Sorten mögen einen warmen Platz am sonnigen Fenster oder im Wintergarten und sind bei guten Bedingungen recht pflegeleicht.


Kultur im Garten / Zimmer
Chrysanthemen sind als vorgezogene Pflänzchen im Handel erhältlich, viele Sorten können auch aus Samen gezogen werden. Im späten Frühjahr können die Pflanzen ins Freiland gesetzt werden und wurzeln so bis zu ihrem ersten Winter schon gut an. Als Samen können sie im Frühjahr im Haus vorgezogen oder auch direkt ins Freiland gesät werden.
Im Freiland können die Herbstblüher mit vielen anderen Stauden kombiniert werden, dabei sollten diese jedoch nicht zu dicht stehen. Schlichte Gräser bilden vor allem in der Blütezeit einen schönen Rahmen für die Chrysanthemen, für Farbtupfer im Sommer können einjährige Sommerblumen sorgen, die einfach direkt zwischen die Stauden gesät werden können. Stämmchen wirken besonders schön im Kübel, wo sie zum Beispiel mit hängenden Geranien unterpflanzt werden können.
Begleitende Gehölze sollten kleinbleibend sein oder in einigem Abstand stehen, damit die Chrysantheme keine Konkurrenz um Nährstoffe und Sonne bekommt.
Im Winter sterben die Pflanzen oberirdisch ab, die verwelkten Pflanzenteile bleiben als Schutz vor Frost stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten.

Pflegehinweise
Vor der Pflanzung der Chrysantheme im Freiland sollte der Boden mit Kompost verbessert werden, auch das Einarbeiten von Hornspänen sorgt für einen guten Start. Bei schweren Böden sollte Sand eingearbeitet werden. Nach der Pflanzung ist ein regelmäßiges Gießen erforderlich, nach dem Anwachsen reicht regelmäßiges, durchdringendes Wässern in Trockenphasen in der Regel aus. Gedüngt wird im Frühjahr mir organischem Dünger, Kompost oder Hornspänen, bei armen Böden sorgt eine zusätzliche Düngung im Frühsommer für eine üppige Blüte.
Im Zimmer oder im Kübel ist eine regelmäßige Düngung mit einem Flüssigdünger oder die Verwendung von Düngedepots möglich. Düngedepots in Granulat- oder Stäbchenform sind einfach zu verwenden und vom Aufwand her geringer, dafür sind Flüssigdünger genauer zu dosieren.
Bei großen Arten kann in den ersten Jahren ein Spalier den Pflanzen zu einem aufrechten Wuchs verhelfen, es verhindert außerdem ein Brechen von Trieben. Bei älteren Pflanzen ist dies in der Regel nicht mehr erforderlich.
Sollen winterharte Sorten im Winter über draußen bleiben, sollte dafür ein geschützter, windarmer Standort gewählt werden. Zum Schutz der Wurzeln sollte bei starkem Frost der Kübel zum Beispiel mit Jute eingehüllt werden, die Oberfläche kann mit Reisig abgedeckt werden. Dies empfiehlt sich auch bei empfindlicheren Arten im Freiland. Nicht winterharte Sorten im Kübel werden an frostfreien, hellen Orten überwintert, zum Beispiel im nicht zu warmen Wintergarten. Frühzeitig ins Haus gebracht blühen die Pflanzen besonders lang. Im Frühjahr werden die abgestorbenen, oberirdischen Pflanzenteile der Chrysantheme zurückgeschnitten und die Pflanze treibt neu aus.
Die Vermehrung der Chrysantheme erfolgt über Aussaat, das Teilen des Wurzelstocks im Frühjahr oder über Stecklinge. Stecklinge werden im späten Frühjahr oder Sommer geschnitten und in feuchte, nährstoffarme Erde gesteckt. Nach dem Anwurzeln können sie in den Topf und im nächsten Frühjahr ins Freiland umgesetzt werden.
Ein guter Standort ist die beste Vorbeugung gegen Schädlinge und Krankheiten. An schattigen, feuchten Standorten können sich besonders Pilze wie der Echte oder Falsche Mehltau ausbreiten. An Schädlingen können an der Chrysantheme Blattläuse, Spinnmilben oder Minierfliegen auftreten, die mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln behandelt werden können.