Dahlien 

Solidago

Mit rd. 35 Arten und einer Vielzahl von Sorten sind die Dahlien vielfältige und interessante Gartenpflanzen. Die zur Familie der Korbblütler gehörenden Pflanzen bilden Blütenstände, die als große, farbenprächtige Einzelblüten wirken. Die mehrjährigen Stauden in unterschiedlichen Größen und Blütenfarben bringen Abwechslung ins Beet, müssen jedoch im Winter besonders gepflegt werden.

Beschreibung
Dahlien sind mehrjährige, krautige Stauden. Die meisten Arten werden etwa 50-120cm groß, die Baum-Dahlie (Dahlia imperialis) bringt es in ihrer Heimat Mexiko bis auf 8m Höhe. In unseren Breiten wird sie etwa 2,50 hoch.
Die Stängel stehen einzeln oder in Bündeln und sind meist unverzweigt. Die Blätter sind fiedrig und leicht gezähnt.
Die meisten Dahlien blühen in der Zeit von Juli bis Oktober, die klein bleibenden Mignon-Dahlien (eta 30cm Höhe) wachsen dicht und kompakt und blühen früher.
Als Strauch- oder Beetdahlien werden mittelhohe Arten mit dichtem Wuchs und üppiger Blütenfülle bezeichnet. Besonders eindrucksvoll sind die Schmuckdahlien, wie zum Beispiel die Seerosen-Dahlie "Karma Choc" mit ihren schwarz-roten, großen Blüten oder die zweifarbige "Rebeccas World" (pink-rosa). Es gibt eine internationale Klasseneinteilung für die Dahlien, die unter anderem auch die eindrucksvollen "Hirschgeweidahlien" oder "Pompondahlien" unterscheidet. Insgesamt gibt es in dieser Einteilung 13 Klassen.
Dahlienknollen enthalten Benzoesäure, die antibiotisch wirkt. Von den Ureinwohnern Mexikos wurde die Knolle bei Blähungen und Magenbeschwerden sowie bei äußeren Verletzungen angewendet. Bei übermäßiger Aufnahme ist die Knolle jedoch giftig.
Die Blüten dagegen sind essbar und können in Salaten, Suppen oder süßen Nachspeisen verwendet werden. Sehr schön sind auch kandierte Dahlienblüten oder Blüten in Getränken.
In Mexiko war die Dahlie mit ihren orangefarbenen und roten Blüten ein Symbol für die von den Azteken besonders verehrte Sonne. Sie findet sich in vielen Kunstwerken oder auch eingestickt in königliche Kleidung.

Systematik
Die Gattung der Dahlien zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae) und zur Unterfamilie der Asteroideae. Die Blüten sind bei dieser Familie in einem Blütenstand körbchenförmig angeordnet und wirken als Einzelblüte. Kennzeichnend für die Unterfamilie ist, dass in den Blütenständen außer den typischen Röhrenblüten außen auch Zungenblüten angeordnet sind.
Die Dahlien gehören zur Ordnung der Asternartigen (Asterales) und zur Klasse der Bedecktsamer, bei denen die Samenanlagen in ein Fruchtblatt eingehüllt sind.
Zu den rd. 35 Arten kommen eine Vielzahl von Hybridformen wie die Garten-Dahlie (Dahlia × hortensis) und eine beinah unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Sorten.

Verbreitung
Ihren Ursprung haben die Dahlien in Mexiko und Guatemala, wo sie in den Hochlandgebieten wild wachsen. Sie wurden bereits 200 v.Chr. von den Ureinwohnern in Gärten kultiviert, bevor sie Ende des 17. Jahrhunderts auch nach Europa kamen.

Standortansprüche
Dahlien bevorzugen einen frischen, nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Sehr tonige oder lehmige Böden sollten mit Sand verbessert werden, bei sehr sandigen Böden sorgt gut verrotteter Kompost für den erforderlichen organischen Anteil. Ein leicht saurer Boden kommt den Bedürfnissen der Dahlien besonders entgegen.
Der Standort sollte sonnig gewählt werden, im Schatten kümmern Dahlien schnell. Unter Gehölzen sollte der Sonnenliebhaber nicht platziert werden.
Auch im Kübel können Dahlien gepflanzt werden, hier ist auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr und regelmäßiges Gießen zu achten.

Kultur im Garten
Ab Mitte April können Dahlienknollen ins Freiland gesetzt werden, wo sie schnell austreiben und im Sommer zur Blüte kommen. Auch eine Aussaat ist möglich, die Samen werden im Haus vorgetrieben und im späten Frühjahr ausgepflanzt. Nach dem Absterben der oberirdischen Pflanzenteile wird die Knolle der Dahlie frostfrei überwintert. Die eindrucksvollen Blüten wirken gut in Staudenbeeten, große Pflanzen kommen in Einzelstellung mit einer Unterpflanzung niedriger Begleitpflanzen am besten zur Geltung. In eher klassischen Beeten sollten nur 2 oder 3 Farben verwendet werden, die Begleitpflanzung sollte eher schlicht sein. Auch Gräser oder eine Buchsbaumeinfassung eignen sich hier gut. In bunten Beeten, zum Beispiel mit Sommerblumen können mittelhohe Strauchdahlien eingebracht werden. Große Stauden oder Gehölze können die Dahlien beschatten und sollten in ausreichendem Abstand gepflanzt werden. Im Kübel sollte die Dahlie eher alleine stehen oder mit flach wurzelnden, kleinbleibenden Pflanzen unterpflanzt werden.
Dahlien sind gut für die Vase geeignet. Besonders lange frisch bleiben sie, wenn kräftige Triebe geschnitten werden. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden und die Triebe frisch angeschnitten werden.

Pflegehinweise
Die Vorbereitung der Dahlienpflanzung beginnt bereits im Herbst. Der Boden sollte gut mit einer Grabegabel gelockert und eventuell mit verrottetem Stallmist oder Kompost verbessert werden. Vor der Pflanzung der Knollen im Frühjahr wird der Boden erneut mit einem Grubber gelockert und Hornspäne oder Dünger dabei mit eingearbeitet.
Große Knollen werden vor dem Pflanzen mit einem scharfen Messer geteilt, wobei jedes Teilstück Knospen aufweisen muss. Das Pflanzloch wird mit einem Spaten oder einer Pflanzkelle in ausreichender Größe ausgehoben. Die Knolle wird nun locker so in das Pflanzloch gegeben, dass sie später etwa 3-5cm mit Erde bedeckt ist und locker angefüllt. Je nach Größe wird dabei ein Pflanzabstand von 30-100cm gewählt. Der Boden sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden, vor dem ersten Austrieb sollte gar nicht gegossen werden, um ein Faulen der Knollen zu verhindern.
Dahlien mit einer Größe von über 50cm sollten nach dem Austrieb an einem Rankgerüst oder einer Pflanzstange befestigt werden, da sie sonst leicht umkippen.
Für besonders schöne Blütenfülle sorgt ein Ausbrechen der Triebe, großen Sorten werden dabei 2-3 starke Triebe gelassen, flachere Sorten behalten mehr Triebe. Verblühte oder vertrocknete Pflanzenteile sollten regelmäßig ausgeputzt werden. Auf mageren Böden kann einige Wochen nach dem Austrieb eine Düngung mit einem organischen oder mineralischen Volldünger gegeben werden, eine weitere Düngung kann im Juli erfolgen.
In unseren Breiten muss die Dahlienknolle im Winter aus dem Boden geholt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist etwa eine Woche nach dem ersten Frost gekommen, die oberirdischen Pflanzenteile sind dann bereits abgestorben und die Pflanze hat ihre Kraft in der Knolle gesammelt. Die Stängel und Blätter werden etwa 5cm über dem Boden abgeschnitten. Mit einer Grabegabel werden die Knollen vorsichtig aus der Erde gehoben und grob von Erde befreit. Ein Abwaschen der Knolle ist nicht erforderlich und kann Fäulnis fördern. Mit dem Stängel nach unten werden die Knollen einige Stunden lang getrocknet, bevor sie in einen kühlen (5-10°C) Raum verbracht werden. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ist wichtig, bei zu trockenen Räumen können die Knollen in Laub oder Zeitungspapier eingeschlagen und leicht angefeuchtet werden. Eine Etikettierung der Knollen sorgt dafür, dass im folgenden Jahr alles wieder an seinen Platz findet.
Verletzte oder kranke Knollen sollten nicht überwintert werden, Krankheiten und Pilze können sich während der Überwinterung schnell ausbreiten. Diese Knollen sollten daher entsorgt werden. Eine regelmäßige Kontrolle wirkt ebenfalls vorbeugend gegen die Ausbreitung von Krankheiten.
Die Vermehrung der Dahlien erfolgt über Samen, Stecklinge oder Teilung der Knollen.
Samen können bei einfachen Blüten leicht selbst gewonnen werden, bei gefüllten Blüten ist die Gewinnung etwas schwieriger. Die Samenkapseln werden nach dem Verblühen im Herbst abgeschnitten und den Winter über trocken und kühl gelagert. Im Frühjahr können die Samen dann in lockere Anzuchterde etwa 2-3cm tief gesetzt und mit einer Glasplatte oder einer Plastikhaube abgedeckt werden.
Bei Temperaturen von 20-27°C und an einem absonnigen Standort treiben die Samen schnell aus und werden in einzelne Töpfe pikiert. Wenn keine Frostgefahr mehr besteht, können die Pflanzen ins Freiland umziehen. Bei der Vermehrung über Samen werden keine sortenechten Pflanzen gewonnen, dafür können neue Variationen und Kreuzungen entstehen.
Für die Stecklingsvermehrung werden die Dahlienknollen ab Januar leicht mit feuchter Erde bedeckt und an einen warmen Ort (etwa 20°C) gestellt. Der Wurzelhals muss von Erde frei gehalten werden, hier bilden sich die Triebe. Diese können ab einer Größe von 5cm mit einem kleinen Teil des Wurzelhalses zusammen abgezupft und in feuchte Erde gesteckt werden. Ab Mitte Mai können die kleinen Pflanzen ins Freiland gesetzt werden.
Die Vermehrung über Knollenteilung kann bei älteren, großen Knollen durchgeführt werden. Die Knolle wird im März/April mit einem scharfen Messer so geteilt, dass an jedem Teilstück mindestens ein Stück des Stängels verbleibt. Die Teilstücke können dann genau wie die Knollen in die Erde gesetzt werden.
Optimaler Standort und Pflege sind die beste Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge. Doch auch bei guter Pflege können Dahlien erkranken. Als Schädlinge können Schnecken, Blattläuse, Blattwanzen oder auch Spinnmilben auftreten. Komplett abgefressene Triebe können auf die Raupen des Eulenfalters hinweisen, die durch Absammeln am späten Abend dezimiert werden können. Spinnmilben können durch Abspritzen der Pflanze mit Wasser abgehalten werden, bei starkem Befall kann der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels erforderlich werden. Diese Schädlinge sind an spinnennetzartigen Gespinsten an der Blattunterseite erkennbar. Ohrenkneifer sind eigentlich nützliche Helfer bei der Blattlausvernichtung, doch auch sie können feine Fraßschäden anDahlien verursachen. In mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe ziehen sie sich gerne zurück und können dann an anderer Stelle wieder ausgesetzt werden.
Besonders bei feuchten Verhältnissen können sich Pilze wie der Mehltau oder Grauschimmel ausbreiten. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt und in der Biotonne entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Bei starkem Befall können Fungizide eingesetzt werden.
Wässrige Flecken an Stängeln und Knollen deuten auf Fäule an der Dahlie hin. Hier ist besonders darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu nass stehen, befallene Knollen werden vor der Überwinterung aussortiert.
Auch Viruserkrankungen können an der Dahlie auftreten. Die häufigste Viruserkrankung ist der Mosaik-Virus, der durch ein mosaikartiges Muster auf den Blättern gekennzeichnet ist. Erkrankte Pflanzen sollten direkt entfernt werden, eine Bekämpfung ist nicht möglich. Durch gute Standortbedingungen und ausreichende Hygiene bei Schnitt und Teilung kann der Erkrankung vorgebeugt werden.
Bakterielle Erkrankungen zeigen sich an Dahlien oft durch Wucherungen an Stängeln oder Knollen. Befallene Pflanzen sollten auch hier entfernt werden.