Echinacea-Gartenpflanzen 

Solidago

Echinacea (Sonnenhut) umfassen ein breites Spektrum an Farben und Formen. Sie stammen aus der Familie der Korbblütler, sind recht anspruchslos und werden gern im Staudenbeet verwendet. Unterschiedliche Wuchshöhen, Farben und Blütenformen machen sie zu einer vielseitigen Gartenpflanze, die am liebsten in der Sonne steht. Sie spielt außerdem eine wichtige Rolle in der Naturmedizin.


Beschreibung
Echinacea sind ausdauernde Stauden, die Höhen bis zu 1,40m erreichen können.
Die Blüten der Gartenpflanze sind 1-4 cm groß und, bis auf wenige Sorten, nicht gefüllt. Die Blütenblätter stehen bei den meisten Sorten recht locker um den gewölbten Blütenstand herum. Die Blüten sitzen einzeln an langen Stielen, die die Blätter überragen und damit auffällig hervorstechen.
Das Farbspektrum variiert von weiß (z.B. Sorte Avalanche) bis tiefrot (z.B. Sorte Firebird), dazwischen gibt es eine große Auswahl an gelben, orangen, rosa und pinken Sorten.
Der Sonnenhut blüht von Sommer bis Herbst und lockt eine Vielzahl von Insekten an.
Die Blätter sind wechselständig an den Stängeln angeordnet, sie sind glatt bis gezähnt. Die Form ist beim Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) eher oval und läuft zum Ende hin etwas spitzer aus, die Größe beträgt etwa 5 cm. Die Blattformen und -größen können je nach Art und Sorte abweichen.
Im Garten finden sie vor allem Verwendung in Staudenbeeten, wo sie mit anderen sonnenliebenden Stauden zusammen gut zur Geltung kommt.
In der Naturmedizin ist Echinacea (Blüte und Kraut, teilweise auch die Wurzel) ein wichtiges Mittel zur Stärkung des Immunsystemes. In Nordamerika wurde Echinacea bereits von den Ureinwohnern als Heilpflanze gegen Husten und Halsschmerzen verwendet. Äußerlich angewendet unterstützt Echinacea die Wundheilung.
Die das Immunsystem stärkenden Wirkstoffe in Echinacea sind ­Alkamide, Glykoproteine, Phenolsäuren und Polysaccharide. Sie regen im Körper die Fresszellen an, die fremde Mikroorganismen im Körper beseitigen. Sie fördern außerdem die Bildung eines körpereigenen Proteins, das die Immunabwehr und die Wundheilung anregt.
Athenische Öle sind im Sonnenhut, im Gegensatz zu den meisten Korbblütlern, nur wenig enthalten.
Die Blüten sind essbar und können zur Dekoration in Salaten, auf Torten oder im Sektglas verwendet werden.

Systematik
Die Gattung Echinacea zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und damit zur Ordnung der Asternartigen (Asteralis). Der Familienname leitet sich von der Form des Blütenstandes ab, der meist körbchenförmig und von Hüllblättern umgeben ist. In einem Körbchen sind bis zu 1000 Einzelblüten zusammengefasst, die von den Blütenblättern eingerahmt wie eine Einzelblüte wirken.
Häufig weisen Korbblütler einen hohen Anteil an ätherischen Ölen auf, viele Medizin- und Würzpflanzen entstammen dieser Familie, z.B. Kamille, Ringelblume oder Wermut.
Die Asternartigen gehören zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida), bei denen die Samen in einem Fruchtblatt eingeschlossen sind (Name). Die Bedecktsamer sind die größte Klasse der Samenpflanzen und umfassen die meisten bekannten Pflanzenarten, darunter die wichtigsten Nahrungspflanzen Mais und Getreide.
Die Gattung Echinacea teilt sich in verschiedene Arten, die bekannteste ist der Rote bzw. Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), der auch in der Medizin Verwendung findet. Weiter Arten sind zum Beispiel der Prärie-Igelkopf (Echinacea pallida) oder der Schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea angustifolia). Im Garten finden sowohld die Urformen als auch auffällige Hybridsorten wie die gelbe Echinacea Daydream oder die orange Flame Thrower Verwendung.

Verbreitung
Die Urformen der Echinacea stammen aus Nordamerika, wo sie schon von den Ureinwohnern als Heilpflanze genutzt wurde. Dort wächst sie in den Prärielandschaften und Steppengebiete.
In Deutschland hielten Echinacea erst im frühen 20. Jahrhundert Einzug und wurde erst in den letzten Jahren als Garten- und Medizinpflanze bekannt.
In Deutschland und vielen Teilen Europas verbreitet sich die Gartenpflanze über Samen selbstständig, sie kann als eingebürgert angesehen werden.

Standortansprüche
Echinacea wachsen am besten im Garten, in großen Kübeln können sie draußen ebenfalls gepflanzt werden. Obwohl sie in ihrer Heimat auf Steppenboden gedeihen, mögen Echinacea am Garten am liebsten einen feuchten, gut durchlässigen Boden, idealerweise einen sandigen Lehmboden. Dabei bevorzugen sie einen eher neutralen pH-Wert zwischen 5,8 und 6,9. Sind sie angewachsen, können sie auch längere Trockenphasen gut überstehen. Der Standort für den Sonnenhut sollte, wie der Name verrät, möglichst sonnig gewählt werden, Frost wird gut überstanden.

Kultur im Garten
Echinacea können im Garten leicht selbst vermehrt werden. Natürlicherweise verbreiten sie sich über Samen, auch im Garten samen sich die Pflanzen selbst aus. Vögel mögen die Samen gern und sorgen für ihre Verbreitung. Der Samen kann auch nach der Blüte vom Blütenstand abgesammelt und im Frühjahr im Zimmergewächshaus vorgezogen oder direkt ausgesät werden. Auch eine Teilung der Wurzel oder eine Vermehrung über Wurzelstecklinge ist möglich.
Die Hybridsorten können in der Regel nicht oder nur schwer aus Samen gezogen werden, hier empfehlen sich die genannten weiteren Methoden zur Vermehrung.
Im ersten Jahr nach der Aussaat fällt die Blüte meist gering aus, die Endhöhe wird in der Regel schon erreicht. Geteilte Pflanzen kommen schneller zu voller Blüte und füllen den vorgesehenen Platz im Beet schnell aus.
Echinacea treiben im Frühling aus der Wurzel aus und kommen im Sommer zur Blüte. Im Herbst bilden sich die Samenstände aus und bleiben ohne Schnitt bis zum nächsten Frühjahr stehen.
Im Staudenbeet harmoniert die Gartenpflanze gut mit anderen sonnenliebenden Stauden. Sehr große Stauden können den Sonnenhut beschatten und kümmern lassen, gleichgroße oder kleinere Stauden lassen ihn besser zur Geltung kommen. Im Wildstaudenbeet sorgen die ursprünglichen Formen (z.B. Echinacea purpurea) für Farbe, durch die große Auswahl an Farben und Formen sind Echinacea aber auch für eher strenge und farblich abgestimmte Beete geeignet. Eine Kombination mit ein- oder zweijährigen Sommerblumen ermöglicht schöne Beetanlagen, die jedes Jahr neu zusammengestellt werden.
Besonders auffällige Sorten, wie die Echinacea Buttercream, die mit ihrer großen, gefüllten Blüten an eine tropische Frucht erinnert, werden im Garten oder Kübel zum Hingucker.
Mit ihren stabilen Stängeln und schönen Blüten sind Echinacea auch als Schnittblumen für die Blumenvase gut geeignet.

Pflegehinweise
Echinacea sind sehr leicht zu pflegen, lediglich in der Zeit nach der Pflanzung oder einer Teilung der Wurzeln benötigt sie zusätzliche Pflege, sie müssen gewässert und gegebenenfalls geschnitten werden.
Als ausdauernde Stauden treiben Echinacea jedes Jahr neu aus der Wurzel aus. Nach der Blüte vertrocknen die oberirdischen Pflanzenteile. Diese können im Herbst oder Frühjahr knapp über dem Boden abgeschnitten werden, bleiben sie im Winter stehen, bieten sie Nahrung für Vögel und das Beet wirkt weniger kahl.
In einem guten Gartenboden benötigen Echinacea nur wenig Düngung. Um den Austrieb zu fördern, empfiehlt sich im Frühjahr eine Düngung mit organischem Dünger wie Kompost oder Hornspänen. Eine mineralische Düngung ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber auf armen Böden im Sommer die Blütenbildung fördern.
Unterdüngungserscheinungen treten höchstens auf sehr nährstoffarmen, sandigen Böden auf, eine kleine Gabe Mineraldünger gleicht den Mangel schnell aus. Auf Dauer ist eine Bodenverbesserung mit Kompost sinnvoll.
Auch Überdüngung ist selten, sollten doch einmal Verbrennungen oder andere Überdüngungserscheinungen auftreten, kann gründliches Wässern einen Teil der Nährstoffe ausschwemmen.
Eine Teilung der Pflanzen alle 2-4 Jahre trägt zu ihrer Vitalität bei. Bei der Vermehrung der Gartenpflanzedurch Teilung sollten große, gesunde Pflanzen verwendet werden, der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr. Die Pflanze wird an den Wurzeln ausgegraben und der Wurzelstock mit einem scharfen Spaten in der Mitte geteilt. Die beiden Teile können jetzt wieder eingegraben und angegossen werden. Eine ausreichende Wasserzufuhr ist in der nächsten Zeit wichtig, kümmert die Pflanze, kann es helfen, einen Teil der Blattmasse zu entfernen.
Die Vermehrung über Wurzelstecklinge erfolgt im Winter. Dazu wird die in Winterruhe befindliche Pflanze ausgegraben und die Wurzeln unter Wasser von anhaftender Erde befreit. Kräftige Wurzeln können nun mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere möglichst dicht an der Mutterpflanze abgetrennt werden. Die Mutterpflanze sollte mindestens zwei Drittel der Wurzeln behalten und wird wieder eingepflanzt.
Die Wurzelstücke werden schräg in 5-10cm lange Stücke geschnitten, senkrecht in feuchte Stecklingserde gesetzt und dünn mit Sand bedeckt. An einem warmen Ort und mit genügend Wasser treiben die Stecklinge im Frühjahr aus. Umgesetzt in Blumentöpfe bilden sie schnell kräftige Wurzeln und können ins Freiland oder einen Kübel gepflanzt werden.
Bei der Pflanzung in Kübel sind kleiner bleibende Sorten am besten geeignet. Der Kübel sollte möglichst groß gewählt werden, die Pflanze soll schließlich einige Jahre darin leben. In einem größeren Kübel (mindestens 10l, besser mehr) werden auch kurze Trockenphasen besser überstanden und Düngefehler abgepuffert. Im Winter frieren gerade kleine Kübel schnell durch und die Wurzeln können Schaden nehmen. Hier hilft das Einpacken des Kübels mit Kokosmatten oder das Überwintern in der frostfreien, aber kühlen Garage.
Eine Unterpflanzung des Sonnenhut im Kübel, vielleicht mit niedrigen Stauden oder rankenden Sommerblumen (z.B. Kapuzinerkresse oder Duftwicke), runden das Arrangement ab.
Echinacea sind nur wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Selten kann ein Befall mit Viren oder Bakterien auftreten, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden können.
Schädlinge treten kaum auf, ein geringer Befall wird von der Pflanze gut verkraftet und Maßnahmen sind meist nicht erforderlich. Bei starkem Befall helfen auch hier entsprechende Pflanzenschutzmittel.
Kümmernde Pflanzen, die zu trocken geworden sind oder einen leichten Schädlingsbefall aufweisen, können mit einem Schnitt oft wieder zur Bildung neuer Blätter und Blüten angeregt werden.