Enzian 

Solidago

In der Gattung der Enziane (Gentiana) werden viele der 300-400 Arten für die medizinische Anwendung und als Zierpflanzen genutzt, für den Garten kommen neben den Wildformen auch Hybriden und andersfarbige Sorten zum Einsatz. Der Enzian zählt zur Familie der Enziangewächse innerhalb der Ordnung der Enzianartigen.

Beschreibung
Der Enzian ist eine ein-, zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanze, der je nach Art Höhen von 0,10 bis 1,50m erreichen kann. Die Blätter wachsen am Grund oder entlang des Stängels, sie sind meist dunkelgrün und länglich. Die trichterförmigen Blüten stehen einzeln oder gebündelt endständig an den Halmen, vorwiegend weisen sie verschiedene Blautöne auf. Ausnahmen sind zum Beispiel der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) oder der weiß blühende Herbstenzian ´Alba´. Die Blütenform ist meist röhrenartig.
Die Blütezeit der meisten Arten liegt etwa zwischen August und Oktober/November. Früher blüht zum Beispiel der Frühlingsenzian (Gentiana verna), der im März/April seine dunkelblauen, einfachen Blüten zeigt. Nach der Blüte bilden sich die Samen in Kapselfrüchten aus.
In der Naturheilkunde hat der Enzian lange Tradition. Seine Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd, die Wurzeln werden bei Magen- und Darmbeschwerden, Sodbrennen oder Verstopfung als Tee oder Aufguss eingesetzt. Er wird außerdem zur Stärkung der Abwehrkräfte verwendet. Auch die Namensgebung hängt mit der heilenden Wirkung zusammen, benannt wurde der Enzian nach dem König Gentis, der die Pflanze gegen die Pest einsetzte.
In der Bachblütentherapie wird der Enzian ("Gentian") bei Menschen eingesetzt, die pessimistisch in die Zukunft schauen.
Enziane stehen unter Naturschutz, ihre Entnahme aus der freien Natur ist daher untersagt.

Systematik
Die Gattung der Enziane (Gentiana) zählt zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Arten dieser Familie sind ein- bis mehrjährige, krautige Pflanzen. Viele Vertreter enthalten Bitterstoffe, die zum Teil medizinisch genutzt werden können. Die darüber stehende Ordnung der Enzianartigen (Gentianales) umfasst neben krautigen und verholzenden Pflanzen auch Bäume und Sukkulente. Sie zählt zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida).
Die Gattung Enzian umfasst etwa 300-400 Arten, aus denen auch Sorten wie der früh blühende Herbstenzian (Gentiana sinoornata) "Praecox" hervorgegangen sind.

Verbreitung
Enzian wächst in Gebirgsregionen gemäßigter Zonen, vorwiegend auf der Nordhalbkugel. Auch in den Anden sind einige Arten beheimatet, in Europa sind mehr als 20 Arten heimisch. Sie wachsen hier auf kargen, felsigen Standorten in den Alpen oder auf Wiesen.

Standortansprüche
Die meisten Arten des Enzian bevorzugen einen etwas sauren Boden, Arten wie der Echte Alpenenzian (Gentiana clusii) wachsen auf kalkhaltigen Böden. Das Substrat sollte humos, durchlässig und frisch sein. Der Enzian steht am liebsten sonnig, der Standort sollte daher höchstens halbschattig liegen.
Im Blumentopf können kleinbleibende Arten wie der Sommer-Enzian (Gentiana lagodechiana) gepflanzt werden.

Kultur im Garten
Als Staude im Container kann der Enzian das ganze Jahr über gepflanzt werden, die beste Zeit ist das Frühjahr oder der Herbst (Pflanzzeit). Auch über Samen kann der Enzian im Herbst gezogen werden. Als Kaltkeimer benötigt der Samen einen Kältereiz, der durch Frost erreicht wird. Nach der Blüte und der Samenbildung verliert der Enzian seine Blätter und treibt bei mehrjährigen Arten im Frühjahr wieder aus.
Zusammen mit Rhododendren und Heiden kann der Enzian im Moorbeet kultiviert werden, in einer derartigen Kombination kann das Beet beinah das ganze Jahr über Blüten aufweisen. Die hier im Garten verwendeten Arten sind winterhart und benötigen keinen Schutz.
Arten aus den Alpen bereichern das Steinbeet und können mit Steinbrech, Fetthenne und anderen Steingarten-Gewächsen kombiniert werden.
Kleinbleibende Arten können im Pflanzkasten gut mit anderen Pflanzen kombiniert werden, mit Kräutern wie Salbei oder Lavendel und mit Efeu oder Gräsern lassen sich schöne, herbstliche Arrangements schaffen.

Pflegehinweise
Der richtige Standort ist die Grundlage für einen guten Wuchs und gesunde Pflanzen. Bei Bedarf sollte daher vor der Pflanzung der Boden mit Sand bzw. Torf oder Kompost (für Moorbeetpflanzen) verbessert werden. Kalkhaltiges Leitungswasser ist zum Gießen eher nicht geeignet, besser ist Regenwasser. Sowohl im Freiland als auch im Topf steht der Enzian am besten leicht feucht, aber nicht nass.
Eine besondere Düngung benötigen die Pflanzen im Freiland nicht, aufgrund des geringeren Erdvolumens sollte im Blumentopf eine regelmäßige Düngung mit Volldünger erfolgen. Im Freiland kann bei nachlassender Blütenfülle eine Düngung mit organischem Volldünger Abhilfe schaffen.
Die Vermehrung erfolgt über Samen, Stecklinge oder, bei mehrjährigen Arten, durch Teilung. Die Samen, die auch selbst aus den Früchten gewonnen werden können, werden im Herbst ins Freiland gesät, wo sie im nächsten Frühjahr keimen. Im Sommer können etwa 4-5cm lange Kopfstecklinge geschnitten werden. Sie bleiben unter Glas oder Folie, bis sich Wurzeln bilden, danach wachsen sie im Topf noch etwas weiter, bis sie als kräftige Pflanzen ins Freiland umziehen können. Eine Teilung des Wurzelhorstes kann bei kräftigen Pflanzen im Herbst vorgenommen werden.
Selten treten an Enzianen Schädlinge oder Pilzerkrankungen wie die Wurzelfäule auf. Das Auftreten von Pilzerkrankungen ist oft in zu nassen Standorten begründet, eine Bodenverbesserung wirkt hier vorbeugend. Die Pflanzen werden gern von Schnecken angefressen, hier helfen Maßnahmen wie das Absammeln der Tiere oder ein Schneckenzaun.