Erica 

Solidago

In der großen Familie der Heidekrautgewächse (Ericacea) sind die Heidekräuter (Erica) mit mehr als 800 Arten eine vielseitige Gattung. Im Garten werden vor allem kleinwachsende Arten wie die Winterheide (Erica carnea) oder die Glocken-Heide (Erica tetralix) verwendet, die in verschiedenen Sorten mit weißen bis roten Blüten gezüchtet wurden.

Beschreibung
Erika sind immergrüne, verholzende Sträucher, die niederliegend über 10m groß werden können. Die Blätter der im Garten überwiegend verwendeten kleinbleibenden Sträucher sind meist klein und nadelförmig. Die Blüten sind klein und stehen achsel- oder endständig oft in Trauben oder Ähren. Die häufigsten Farben sind Weiß- und Rottöne.
Die Winter- oder Schneeheide (Erica carnea), die im Handel auch als Erika geführt wird, blüht von Dezember bis April, es gibt jedoch auch sommerblühende Arten wie die Grau-Heide (Erica cinerea). Die frühblühenden Arten sind als einer der frühesten Blüher des Jahres eine wichtige Bienenpflanze.
Das getrocknete Kraut der Winterheide wird als Teeaufguss bei Harnwegs- und Nierenerkrankungen eingenommen, als Sitzbad oder Kompresse wird es zur Linderung rheumatischer Beschwerden und bei Hauterkrankungen eingesetzt.

Systematik
Die Gattung der Erika (Heidekräuter) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) in der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales). Vertreter dieser umfangreichen Familie besiedeln beinah die ganze Welt und werden teilweise auch als Nahrungs- und Heilpflanzen genutzt. Die Ordnung Ericales umfasst vorwiegend verholzende Sträucher und Bäume, viele Vertreter dieser Ordnung wachsen an sauren Standorten. Sie gehört zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida).
Die Heidekräuter umfassen mehr als 800 Arten, die meist verwendete ist die Winterheide (Erica carnea). Die Sommerheide (Calluna vulgaris) gehört nicht zu den Erica, gehört aber zur gleichen Pflanzenfamilie.

Verbreitung
Die meisten Arten haben ihre Heimat in Südafrika, diese sind in unseren Breiten nur bedingt winterhart. Andere Arten wachsen in Europa, wo sie an lichten, feuchten Standorten vorkommen.

Standortansprüche
Die meisten Arten benötigen einen eher sauren Boden, Arten wie die Winter- und die Glockenheide wachsen natürlicherweise auf kalkhaltigem Boden, vertragen aber auch saure Standorte. Erica mögen keine schweren, lehmigen Böden, auf denen schnell Staunässe entstehen kann. Der Boden sollte locker, humos und durchlässig sein, auch auf mageren Standorten gedeiht die Erica. Mit Sand und Kompost können schwere Böden verbessert werden.
Der Platz sollte sonnig bis halbschattig gewählt werden.
Auch im Blumentopf wirken Erica gut, sie sind im Pflanztopf pflegeleicht und robust und können für verschiedene Arrangements verwendet werden. Der Standort sollte eher kühl gewählt werden.

Kultur im Garten / Zimmer
Erica sind meist im Container im Handel und können so das ganze Jahr über gepflanzt werden. Bei einer Sommerpflanzung ist dabei auf ausreichende Wassergaben zu achten. Winterharte Sorten können über mehrere Jahre im Beet oder Blumenkübel verbleiben, ein regelmäßiger Schnitt verhindert ein Verkahlen der Pflanzen und hält sie kompakt.
Heidekraut wird in Moorbeeten und Heidegärten, wo sie zum Beispiel mit Rhododendron kombiniert werden, verwendet. Weiter gute und attraktive Beetpartner sind Zwiebelblumen, Zwergsträuchern, kleinen Koniferen oder Gräser.
Als Bodendecker sind Erica robust und pflegeleicht, sie können dabei auch unter lichten Gehölzen gepflanzt werden. Bei einem regelmäßigen Schnitt wachsen sie kompakt und bilden bald eine dichte Pflanzendecke.
In Grabbepflanzungen werden besonders winterblühende Arten gern eingesetzt. Dabei werden sie meist nach den letzten Herbstblühern gesetzt und nach einer Saison im April durch eine andere Bepflanzung ersetzt.
Im kleinen Blumentopf werden Heidekrautgewächse gerne für herbstliche oder winterliche Bepflanzungen vor der Tür oder am Fenster gepflanzt. Mit weiteren Immergrünen oder einer Dekoration aus Tannenzweigen kommen die Sträucher besonders gut zur Geltung. Die geschnittenen Zweige können für Kränze und Gestecke verwendet werden.
In Blumenkübeln können sie als Unterpflanzung von Stämmchen oder kleinen Koniferen gesetzt werden.
Im Zimmer werden Erica meist nur für eine Saison verwendet, da sie sonst schnell zu groß werden und nach einem Schnitt auf der Fensterbank erst mal weniger attraktiv sind. Nach der Blüte werden sie ausgepflanzt oder entsorgt.

Pflegehinweise
Containerpflanzen können das ganze Jahr über ins Freiland oder in den Pflanztopf gepflanzt werden. Die Pflanzen werden dabei zunächst so verteilt, wie sie später stehen sollen, besonders bei Gruppenpflanzungen oder einer Bepflanzung mit Bodendeckern kann so eine optimale Verteilung erreicht und der richtige Abstand eingehalten werden. Einzelne Sträucher sollten bei kleinen Arten einen Abstand von etwa 50 cm einhalten, für eine bodendeckende Bepflanzung können 9-16 Pflanzen auf einen m² gesetzt werden. Besonders bei Arten, die ein saures Milieu bevorzugen, wird durch die Zugabe von Torf der pH-Wert im Boden gesenkt. Sauer wirken außerdem Kompost, Mulchen mit Laub oder Nadeln und das Gießen mit Regenwasser.
An guten Standorten benötigen Erica recht wenig Pflege. Lässt das Wachstum nach, kann es mit einer Gabe Kompost, Hornspänen oder organischem Volldünger wieder angeregt werden, der beste Zeitpunkt für eine Düngung ist das Frühjahr. Im frühen Sommer kann auch eine Düngung mit speziellem Dünger für Moorbeetpflanzen erfolgen, in dieser Zeit beginnt die Bildung der neuen Blütenknospen.
Im Blumentopf oder Kübel erfolgt die Düngung mit einem speziellen Flüssigdünger, der alle paar Wochen gegeben wird. Im Winter wird die Düngung eingestellt. Als Substrat sind spezielle Erden für Moorbeetpflanzen oder eine Mischung aus Sand und einer Blumenerde auf Torfbasis geeignet. Soll die Pflanze nur für eine Saison kultiviert werden, kann sie im gekauften Container verbleiben und mit einem Übertopf versehen werden. Für einen mehrjährigen Verbleib sollte der neue Topf mindestens 1/3 mehr Volumen besitzen. Das Abflussloch sollte mit Steinscherben oder Steinen vor dem Verstopfen geschützt werden, in großen Kübeln schützt eine Schicht Kiesel oder Perlite zusätzlich vor stauender Nässe. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden.
Nach der Blüte empfiehlt sich ein Schnitt um etwa ein Drittel. Einzelne Pflanzen können dazu am "Schopf" gefasst und mit einer scharfen Gartenschere gekürzt werden. Bei größeren Beständen kommt die Heckenschere zum Einsatz. Ohne Schnitt werden die Triebe länger und verkahlen von unten, die Pflanzen sind weniger kompakt.
Nicht winterharte Arten benötigen im Winter Schutz. Sie können beispielsweise mit Reisig oder Tannenzweigen abgedeckt werden.
Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge und Absenker. Als Stecklinge werden im Spätsommer etwa 4-5cm lange Triebe geschnitten. Sie sollten nicht zu holzig sein und mindestens 3 gesunde Blätter aufweisen. Sie werden am Ende schräg angeschnitten und in eine Anzuchterde oder ein Gemisch aus Torf und Sand gesteckt. Die Anwurzelung erfolgt unter Folie, danach können die Stecklinge ausgepflanzt werden.
Für Absenker werden im Frühjahr lange Triebe der Mutterpflanze heruntergebogen uns so in einen Topf mit Anzuchterde oder Torf-Sand-Gemisch gesteckt, dass die Triebspitze noch hervorschaut. Im Herbst/Winter sind in der Regel genügend Wurzeln gebildet, dass der Absenker von der Mutterpflanze getrennt werden kann.
Auch wenn die Erica sehr robust und krankhkeitsresistent sind, können Schädlinge und Pilzerkrankungen auftreten. Ein an vielen Moorbeetpflanzen auftretender Schädling ist der Dickmaulrüssler, dessen Larven die Wurzeln der Pflanze anfressen. Kennzeichnend ist das buchtenartige Fraßbild der adulten Tiere an den Blättern, auch ein Kümmern der Pflanze durch das geschädigte Wurzelsystem kann ein Zeichen für einen Befall durch den Käfer sein. Die Bekämpfung erfolgt durch das Ausbringen von Nematoden über das Gießwasser. Die Fadenwürmer bohren sich in die Larven töten sie ab.
Bei Pilzerkrankungen spielt Hygiene eine große Rolle. Befallene Pflanzenteile sollten nicht nur abgeschnitten, sondern auch entsorgt werden (Biotonne, Verbrennen). Nach dem Schnitt sollten die verwendeten Gartengeräte gereinigt werden. Es können zum Beispiel Faulpilze (Botrytis cinerea) oder Welkepilze wie Phytophthora auftreten, die bei starkem Befall mit Fungiziden bekämpft werden können.