Fuchsie 

Solidago

Die Gattung der Fuchsie umfasst 107 Arten und eine Vielzahl an Sorten. Die zur Familie der Nachtkerzengewächse gehörende Pflanze ist mehrjährig, im Winter müssen die meisten Sorten vor Frost geschützt überwintert werden.

Beschreibung
Fuchsien sind verholzende Sträucher bis Halbsträucher, die hängend, halbhängend oder aufrecht wachsen. Einige Sorten wie die `Lady Boothby` wachsen rankend und benötigen eine Kletterhilfe. Sie erreichen Höhen von 0,3 bis zu 10m bei baumartigen Arten.
Die Blätter sind eiförmig bis elliptisch und meist am Rand gezähnt. Neben dem häufigen Dunkelgrün gibt es mittlerweile auch buntlaubige Sorten wie die 'Tom West'.
Die Form der Knospen reicht von schlank und länglich bis kugelig, die Blüten sind einfach, halbgefüllt oder gefüllt und in vielen Farben verfügbar. Sie sitzen an kurzen Blütenstielen, die in der Regel 4 Kelchblätter umhüllen die Blüte dabei wie eine aufgeplatzte Frucht und verleihen der Fuchsie ihr charakteristisches Aussehen. Die Griffel ragen oft weit aus der Blüte heraus und verstärken den etwas exotischen Charakter. Die Blütezeit reicht meist von Juli bis Oktober.
Die schwarzen oder grünen Früchte können, je nach Art und Standort, bis kirschgroß werden. Sie sind essbar und können zum Beispiel zu Gelees verarbeitet werden. Doch auch roh sind die Früchte mit ihrem saftig-süßen und würzigen Geschmack eine schöne Abwechslung zum heimischen Obst. Die Blüten können ebenfalls gegessen werden und sehen toll im Salat, der Bowle oder als kandierte Dekoration auf Torten aus.

Systematik
Die Fuchsie (Fuchsia) gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Die Pflanzen dieser Familie sind ein- bis mehrjährig und weisen einzelne oder traubenartig angeordnete Blüten auf. Die Blüten sind meist zwittrig, bei der Fuchsie gibt es auch eingeschlechtliche Blüten. Sie gehört zur Ordnung der Myrtenartigen (Myrtales) und zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida).
Die Fuchsie umfasst 107 Arten und Tausende verschiedener Sorten, die sie zu einer äußerst vielfältigen Gartenpflanze machen.
Mit der namensähnlichen Kapfuchsie (Phygelius aequalis) ist sie nicht verwandt, ein enger Verwandter ist zum Beispiel die Atlasblume (Godetia).

Verbreitung
Ihren Ursprung hat die Fuchsie in den peruanischen Anden, von dort haben sie sich beinah im gesamten Südamerika ausgebreitet. Auch auf Neuseeland und Tahiti sind einige Arten heimisch. Sie wachsen eher im Gebirge oder am Rand des tropischen Regenwaldes. Die gezielte Kultur und Zucht der Fuchsien wurde vor allem im Frankreich des 18. und 19. Jahrhunderts betrieben, seitdem wird die Sortenpalette stetig erweitert.

Standortansprüche
Am wohlsten fühlt sich die Fuchsie im Halbschatten, die Luftfeuchtigkeit sollte eher hoch sein. Hohe Temperaturen werden nicht gut vertragen, im heißen Sommer kann ein Besprühen der Pflanze mit Wasser zur Gesunderhaltung der Fuchsie beitragen. Der Boden sollte durchlässig und frisch sein, der pH-Wert eher sauer. Auf kalkigen Böden kann der pH-Wert durch Zugabe von Torf oder Kompost gesenkt werden, auch eine Zugabe von speziellen Erden für Rhododendren oder Azaleen ist geeignet. Diese Erden sind auch für Kultur im Topf oder Balkonkasten ideal. Die Topfpflanzung ist bei der Fuchsie gut möglich. Kleine Arten sind grundsätzlich auch für die Kultur im Zimmer geeignet, hier ist besonders auf die passende, hohe Luftfeuchtigkeit zu achten. Da die Fuchsien eine große Menge klebrigen Nektar produzieren, sollte auf empfindlichen Fensterbänken eine Unterlage verwendet werden.
Zum Gießen sollte weiches Wasser, zum Beispiel Regenwasser verwendet werden, um den pH-Wert nicht zu erhöhen.
Der Standort sollte möglichst windgeschützt sein, hier eignen sich zum Beispiel Standorte in Hausnähe oder auf der windabgewandten Seite von Hecken.

Kultur im Garten
Die Fuchsie wächst als Strauch oder Baum und verliert im Winter ihre Blätter. Nach dem Austrieb der Blätter im Frühjahr bilden sich schon bald die bereits dekorativen Knospen, die im Sommer bis Spätsommer zur Blüte kommen. Im Herbst folgen dann die Früchte der Fuchsie, die auch essbar sind. Die meisten Sorten müssen im Winter frostfrei überwintert werden, es gibt jedoch auch winterharte Sorten wie die Sorte 'Riccartonii'. Im Weinbauklima können die meisten Arten auch im Freiland überwintert werden.
Je nach Art und Sorte erreichen Fuchsien ihre endgültige Höhe erst nach Jahren, durch einen regelmäßigen Rückschnitt wird ein kompakter, gleichmäßiger Wuchs erzeugt.
Im Freiland kann die Fuchsie mit anderen, schattenverträglichen Gehölzen wie Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) gesetzt werden. Besonders schön wirken mittelhohe Fuchsien in kleinen Gruppen von 3-5 Pflanzen, baumartige Arten wirken am besten als Solitär. Kleinbleibende Arten können auch als Unterpflanzung für Gehölze verwendet werden. Unter strauch- und baumartige Fuchsien können Gräser und Stauden gepflanzt werden, hier sollte darauf geachtet werden, dass die Partnerpflanzen eher schwachwüchsige Wurzeln haben.
Zwiebelpflanzen wie die Akelei sind ebenfalls gute Partner für die Fuchsie.
Fuchsien sind gut für die Pflanzung in Kübeln, Kästen oder auch Blumenampeln gut geeignet. In Balkonkästen und Blumenampeln kommen besonders hängende Sorten gut zur Geltung und wirken auch gut als Unterpflanzung für Hochstämmchen.

Pflegehinweise
Die Pflanzung von Fuchsien ins Freiland erfolgt im späten Frühjahr. Dazu wird ein ausreichend großes Pflanzloch im vorher gelockerten und evtl. mit Kompost oder Torf angereicherten Boden ausgehoben. Die Pflanze kann nun direkt in den Boden gesetzt werden, bei Arten, die überwintert werden müssen, erleichtert ein Drahtkorb die Herausnahme im Winter. Der Vorteil der Pflanzung im Freiland gegenüber dem Kübel ist der geringere Pflegeaufwand (Gießen und Düngen) und im Sommer das schnellere Wachstum. Der Aufwand ist dafür im Winter höher. Eine Abdeckung des Wurzelraumes mit Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die Fuchsie vor Austrocknung. Durch verrottenden Mulch wird außerdem der pH-Wert in diesem Bodenbereich gesenkt.
Für die Düngung sind organische oder mineralische Volldünger geeignet, die auch als Langzeitdünger gegeben werden können. Besonders in Kübeln ist bei den salzempfindlichen Pflanzen auf exakte Dosierung zu achten.
Sowohl im Freiland als auch in Kübeln ist auf eine ausreichende Bodenfeuchte zu achten, in Kübeln kann im Sommer tägliches Gießen erforderlich werden.
Nicht winterharte Arten müssen im Winter hereingeholt werden. Zur Vorbereitung wird bei Kübelpflanzen die Düngung umgestellt, anstelle von Stickstoff, der für gutes Wachstum sorgt, werden phosphor- und kaliumbetonte Dünger verwendet. Die Wassergaben werden etwa von September an verringert, austrocknen dürfen die Wurzelballen jedoch nicht. Pflanzen, die im Beet stehen, werden mit einem Spaten so umstochen, dass sie mit Wurzelballen aus der Erde gehoben werden können. In Plastikkübeln, die mit Erde angefüllt werden, können sie in den Überwinterungsraum transportiert werden.
Vor dem Hereinholen ist ein Schnitt um etwa ein Drittel empfehlenswert, die Fuchsie verträgt aber auch einen starken Rückschnitt. Vertrocknete oder kranke Stellen werden restlos entfernt, so kann die Ausbreitung von Krankheiten minimiert werden.
Im November werden die Kübel in einen kühlen, aber frostfreien (ca. 5°C) Raum verbracht, wo sie bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 70% den Winter verbringen. In hellen Räumen (zum Beispiel im Wintergarten) darf die Temperatur etwas höher sein. In dieser Zeit sollte alle paar Wochen eine Kontrolle auf Krankheiten erfolgen. Im Frühjahr können Fuchsien nach den letzten Nachtfrösten (etwa ab Mai) wieder ins Freiland ziehen.
Die Vermehrung erfolgt über Samen oder Stecklinge. In milden Gebieten samt sich die Fuchsie selbst aus, die Samen können jedoch auch aus den Früchten gewonnen werden. Die Aussaat erfolgt in nährstoffarmer Erde, die Samen werden dabei nur dünn mit Erde bedeckt. Bis zur Keimung sollten die Samen mit einer Abdeckhaube oder Folie abgedeckt werden. Die jungen Pflanzen sind sehr anfällig für Trockenheit und sollten gut feucht gehalten werden.
Einfacher ist die Vermehrung über Stecklinge, hier ist auch die Sortenechtheit gegeben. Dazu werden im Frühjahr oder Spätsommer wüchsige, stabile Triebe unterhalb des Blattknotens abgeschnitten und direkt in feuchte Stecklingserde gesetzt. Unter Folie wurzeln die Stecklinge in der Regel innerhalb von 4 Wochen an und können in kleine Töpfe umgesetzt werden. Durch regelmäßiges Stutzen lassen sich kompakte Pflanzen erziehen, Stämmchen werden mit einem Pflanzstab gerade gezogen.
An Fuchsien können, besonders bei suboptimalen Bedingungen, Krankheiten und Schädlinge auftreten. Ein häufiger Pilz ist der Fuchsienrost, der durch braunschwarze Flecken auf den Blättern und ein Verkahlen der Pflanze von unten her zu erkennen ist. Neben einem Entfernen der befallenen Pflanzenteile ist die Verwendung von Fungiziden möglich. Eine vorbeugende Spritzung ist ab Juli alle 3-4 Wochen möglich, sollte jedoch nur an gefährdeten Standorten eingesetzt werden. Besonders bei Nässe können auch Grauschimmel, Wurzelfäule oder Mehltau auftreten.
Der süße Nektar der Fuchsie lockt auch tierische Schädlinge an. Einen Blattlausbefall erkennt man an vertrockneten Blattspitzen und weißlichen Ablagerungen am Blatt. Ein Wanzenbefall zeigt sich oft an verkrüppelten Knospen.
Buchtenartige Fraßspuren an den Blättern sind ein Zeichen für den Dickmaulrüssler, einen Käfer, deren Larven im Wurzelraum leben und die Wurzeln schädigen. Neben chemischen Pflanzenschutzmitteln können hier auch Nematoden als Nützlinge in den Boden eingebracht werden. Die Fadenwürmer töten die Larven ab.
Spinnmilben, Zikaden oder Raupen (vor allem die Raupen des Mittleren Weinschwärmers) können die Fuchsieebenfalls befallen und schädigen. Bei der Überwinterung sollte bei Schädlingsbefall darauf geachtet werden, dass das Laub komplett entfernt ist, zusätzlich sollte ein starker Rückschnitt erfolgen. Im Sommer kann auch der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels erforderlich werden.