Geißblatt 

Solidago

Die Strauch- oder Kletterpflanzen der Gattung Geißblatt (Lonicera) sind mit rd. 180 Arten robuste Gartenpflanzen, die Fassaden begrünen und als Bodendecker oder Strauch im Garten Verwendung finden. Dabei kommen sowohl die Wildformen der zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehörenden Gattung als auch Hybriden und gezüchtete Sorten zum Einsatz.

Beschreibung
Das Geißblatt wächst als verholzender Strauch oder als Kletterpflanze. Die strauchig wachsenden Arten werden auch als Heckenkirsche bezeichnet, der deutsche Name "Jelängerjelieber", der eigentlich das Echte Geißblatt (Lonicera caprifolium) meint, wird oft auch für andere rankende Arten verwendet.
Die mehrjährige Pflanze erreicht Höhen von mehreren Metern, einige Arten wie die Lonicera pileata bleiben klein und kompakt. Sie werden gern als Bodendecker oder für niedrige Hecken verwendet.
Die Blätter sind immergrün oder werden im Sommer abgeworfen, die Form ist meist einfach und glatt bis leicht gezähnt. Die Blattgröße variiert zwischen den Arten stark.
Die Blüten stehen seit- oder endständig, meist bilden mehrere Blüten einen Blütenstand. Die Kronblätter sind weiß bis gelblich oder weisen verschiedene Rottöne auf. Um Insekten anzulocken, die für die Bestäubung zuständig sind, verströmen sie besonders in den Abendstunden einen angenehmen Duft. Sie blühen etwa von Juni bis August. Die Winterheckenkirsche (Lonicera fragrantissima) blüht bereits im späten Winter.
Die dunklen Beeren, die im Herbst gebildet werden, sind für den Menschen schwach giftig. Für Vögel sind sie dagegen eine willkommene Nahrungsquelle.
Die Blüten der Lonicera caprifolium werden in der Naturheilkunde als Bachblüten (Blütenauszug nach Dr. Bach) zur Behandlung von seelischem Ungleichgewicht angewendet.

Systematik
Das Geißblatt (Lonicera) gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Zusammen mit den Moschuskrautgewächsen (Adoxaceae) bilden sie die Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales). Pflanzen dieser Ordnung sind verholzende oder krautige Sträucher, die oft durch fiederartige oder gekerbte Blätter gekennzeichnet sind und immergrün oder sommergrün sein können. Die Blüten sind fünfzählig und weisen verwachsene Blütenkronenblätter auf.
Von den insgesamt rd. 180 Arten, die strauchartig oder als Kletterpflanze wachsen, können die meisten in unseren Breiten kultiviert werden.

Verbreitung
Das Geißblatt ist in den gemäßigten Zonen Asiens, Europas und Nordamerikas verbreitet. Eine in Deutschland häufig wild anzutreffende Art ist das Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum), das an Waldrändern und in lichten Wäldern wächst.

Standortansprüche
Die meisten Arten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, bei rankenden Arten sollte der Fuß der Pflanze nicht voll besonnt sein. Kleinbleibende Arten gedeihen auch im Schatten.
Die Pflanzen stellen geringe Ansprüche an die Bodenqualität, in den meisten nicht zu trockenen Gartenböden kann das Geißblatt ohne besondere Maßnahmen kultiviert werden. Auch leicht saure Böden, wie sie oft unter Gehölzen vorzufinden sind, werden toleriert.
Heckenkirschen sind auch für den Pflanzkübel geeignet, die rankenden Arten werden für den Topf schnell zu groß. Kompakt wachsende Sträucher wie die Lonicera nitida, deren Blätter an Buchsbaum erinnern, kommen auch als geschnittene Formen im Blumenkübel gut zur Geltung.

Kultur im Garten
Im Handel ist das Geißblatt meist als Ballen- oder Containerware erhältlich und wächst nach der Pflanzung recht problemlos an. Ein Zuwachs ist meist schon im ersten Jahr zu verzeichnen, rankende Arten können nach dem Anwurzeln bis zu mehrere Meter im Jahr wachsen. Damit eignen sie sich gut zur Begrünung von Fassaden oder Bäumen, an Wänden benötigen sie dabei eine Rankhilfe, zum Beispiel Gitter oder Seilsysteme. Immergrüne Arten wie die Lonicera henryi sorgen auch im Winter für Sichtschutz.
Sträucher können in Einzelstellung oder Gruppen gepflanzt und mit Stauden-, Sommer- oder Zwiebelblumen unterpflanzt werden. In Kombination mit anderen Gehölzen können heimische Arten in Wildhecken oder naturnahen Anpflanzungen verwendet werden.
Als robuste Bodendecker eignet sich zum Beispiel die immergrüne Lonicera nitida, die auch als Einfassung für Gemüse- oder Blumenbeete gut geeignet ist.

Pflegehinweise
Die beste Pflanzzeit für das Geißblatt ist das Frühjahr oder der Herbst. Vor der Pflanzung kann etwas gut verrotteter Kompost als Startdüngung in die Erde eingearbeitet werden. Danach benötigen die Lonicera wenig Pflege, im Frühjahr kann eine Düngung mit Hornspänen oder Kompost gegeben werden, um das Wachstum anzuregen. Eine Bewässerung ist nur zu Beginn erforderlich, später benötigt das Geißblatt nur in längeren Trockenperioden eine zusätzliche Wassergabe.
Abgestorbene Pflanzenteile sollten regelmäßig entfernt werden, wird die Pflanze zu groß kann sie nach der Blüte zurückgeschnitten werden, dabei wird auch ein stärkerer Schnitt gut vertragen. Die Pflanze wächst kompakter nach. Bodendecker und Hecken werden ebenfalls im Spätsommer in Form geschnitten.
Krankheiten und Schädlinge kommen verhältnismäßig selten vor. Es können Pilzerkrankungen wie Mehltau oder auch Blattfleckenkranhkeiten auftreten. Befallene Pflanzenteile sind bei einem Pilzbefall möglichst frühzeitig zu entfernen und zu entsorgen, bei einem starken Befall können Fungizide eingesetzt werden.
Als tierische Schädlinge können Blatt- oder Wollläuse das Geißblatt befallen. Solange kein starker Befall vorliegt, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln jedoch meist nicht erforderlich. Vorbeugend wirken ein guter Standort und die Förderung von Nützlingen im Garten.