Kapuzinerkresse 

Solidago

Die Gattung der Kapuzinerkresse (Tropaeolum) gehöret als einziger Vertreter der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Von den rd. 80 Arten werden vorrangig 10 Arten in Gärten als Zier- und Nutzpflanze kultiviert, Züchtungen wie die cremefarbene Sorte 'Whirlybird' sorgen für Abwechslung.

Beschreibung
Die meisten verwendeten Kapuzinerkressen sind einjährig. Arten wie die rotblühende Große Kapuzinerkresse(Tropaeolum majus) sind zwar im Prinzip mehrjährig, werden aber aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit und der einfachen Vermehrung über Samen meist nur ein Jahr lang kultiviert. An Rankhilfen wächst die Kapuzinerkresseje nach Art bis zu mehreren Metern hoch, die Pflanze windet sich dabei um die Rankhilfe. Am Boden bildet sie lange, kriechende Triebe, die Beete schnell überdecken.
Die Blätter sind gestielt und schildförmig, die Blätter einiger Arten sind gelappt bis gefiedert.
Die auffälligen Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln, sie blühen von Mai bis in den Oktober in rot, orange und gelb. Nach der Blüte bilden sich Spaltfrüchte, die im unreifen Zustand Kapern ähnlich sehen. In Essig oder Salzlake eingelegt können die Früchte oder auch die Knospen als Kapernersatz genutzt werden. Auch die Blüten und Blätter sind essbar, am besten schmecken die Blätter, wenn sie noch jung sind. Die Blüten können das ganze Jahr über in Salaten oder zu Früchten gegessen werden.
Die Knollen der Knolligen Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) werden in Südamerika noch heute als Nahrungsmittel und Viehfutter angebaut. Sie sind erst nach Frost genießbar und können geröstet oder gekocht gegessen werden.
In der Naturmedizin wird die Kapuzinerkresse besonders als keimhemmendes und antibakterielles Mittel bei Harnwegserkrankungen und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Diese Wirkung verdankt sie den enthaltenen Senfölglykosiden, die auch eine pilzhemmende Wirkung haben. Diese können bei längerer Anwendung Magen- und Darmschleimhäute reizen.
Der Name Kapuzinerkresse wird von der Kopfbedeckung der Mönche des Kapuzinerordens hergeleitet.

Systematik
In der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) ist die Kapuzinerkresse (Tropaeolum) die einzige Gattung. Die Gattung umfasst ein- bis mehrjährige Pflanzen, die kletternd oder kriechend wachsen. Sie gehören zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Die meisten Pflanzen innerhalb dieser Ordnung enthalten Senfölglykoside, die bei Verletzungen durch Tiere aus dem Gewebe austreten und abschreckend wirken sollen. Viele essbare Pflanzen wie der Blumenkohl, Kohlrabi oder auch Kapern zählen zu dieser Ordnung. Die übergeordnete Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) zeichnet sich durch von einem Fruchtblatt verhüllte Samenanlagen aus.
Die Gattung umfasst etwa 80 verschiedene Arten.

Verbreitung
Die Kapuzinerkresse stammt aus Süd- und Mittelamerika, wo sie vor allem im Gebirge in Mexiko, Chile und Argentinien verbreitet ist.

Standortansprüche
Der Boden sollte gut durchlässig, humos und frisch sein. Auf schweren Böden wächst die Kapuzinerkresse nur langsam und zögerlich, es empfiehlt sich eine Bodenverbesserung mit Sand. Am schönsten blüht die Pflanze an sonnigen bis halbschattigen Plätzen, im Schatten wird die Blüte deutlich geringer ausfallen. In voller Sonne ist darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet, es kann sonst leicht zu Trockenschäden kommen.
Die Kapuzinerkresse kann als recht anspruchslose, leicht anwachsende Pflanze gut in Pflanzkübel gepflanzt werden. Sie kann direkt in den Kübel, den Balkonkasten oder die Blumenampel gesät werden und kann an Rankgerüsten entlang geführt oder zum Beispiel auch als Unterpflanzung von Stämmchen eingesetzt werden.

Kultur im Garten
Die Kultur im Beet oder im Blumenkübel ist bei der Kapuzinerkresse recht unkompliziert. Nach der Aussaat im Frühjahr treiben die Pflanzen zügig aus und erreichen, je nach Sorte, an Rankhilfen schnell Höhen bis zu 4m. Damit sind sie sehr gut für die schnelle Begrünung von Zäunen oder zur schnellen Begrünung von Beeten. Ohne Rankhilfe wächst die Kapuzinerkresse flach auf dem Boden und sorgt für zügige Bodenbedeckung, ist dabei aber nicht trittfest. Auch unter Gehölzen kann sie zur Bodendeckung angesät werden, die Blüte fällt hier meist geringer aus als an sonnigen Standorten. In Balkonkästen oder Blumenampeln werden vor allem schwachwüchsigere Sorten wie die Zwerg-Kapuzinerkresse ( (Tropaeolum minus) `Kaiserin von Indien´ mit etwa 30cm Wuchshöhe verwendet. Im größeren Blumenkübel können auch rankende Arten gepflanzt werden, zum Beispiel in Kombination mit einem Obelisken als Rankhilfe oder als Unterpflanzung von Hochstämmchen. Wird die Pflanze dabei zu groß, kann sie problemlos eingekürzt werden.
Die Kapuzinerkresse kann mit anderen einjährigen Sommerblumen, Gräsern oder Stauden kombiniert werden, hier ist die Verwendung kleinbleibender Sorten oder die Lenkung des Wachstums durch eine Rankhilfe empfehlenswert, Begleitpflanzen können sonst überwuchert werden. Zu den leuchtenden Rot- Orange- und Gelbtönen der Kapuzinerkresse passen zum Beispiel die farblich ähnlichen Ringelblumen oder Feuerbohnen.
Auch im äußeren Bereich von Gemüsebeeten wird Kapuzinerkresse gern gepflanzt. Die nicht rankendeKapuzinerkresse hat eine abwehrende Wirkung auf Ameisen, Raupen, Schnecken und Wühlmäuse. Anziehend wirkt sie dagegen auf Blattläuse und Kohlweißlinge, die dadurch von Gemüsepflanzen abgelenkt werden. Auf Baumscheiben von Obstbäumen gepflanzt verringert sie den Befall mit Blatt- und Blutläusen.
In unseren Breiten sterben auch mehrjährige Arten im Winter bei Frost ab. Sie können im nächsten Jahr neu gesät oder im Pflanzkübel im Haus überwintert werden.

Pflegehinweise
Kapuzinerkresse kann ab Mitte Mai nach den Eisheiligen direkt ins Freiland gesät werden. Der Boden sollte gelockert, evtl. mit Sand aufgearbeitet und mit etwas reifem Kompost vermischt werden. Auch Hornspäne oder abgelagerter Tiermist können verwendet werden. Vor der Aussaat werden die Samenkörner in lauwarmes Wasser gegeben und können vorquellen. Danach werden sie etwa 2cm tief in die Erde gesetzt.
Für eine Reihensaat werden 8-10 Samen je Reihe bei einem Reihenabstand von 25cm gesät. Die Reihensaat ist besonders an Zäunen oder zur Begrünung von Flächen empfehlenswert. In gemischten Beeten kann eine Aussaat in Horsten erfolgen, dazu werden 2-3 Samen in ein Pflanzloch gegeben, der Abstand zwischen den Pflanzungen sollte ca. 25 cm betragen. Da die Kapuzinerkresse Umpflanzen nur schlecht verträgt, sollte für die Aussaat direkt der gewünschte Platz gewählt werden.
Ab März kann auch im Zimmer vorgezogen werden. Dazu werden Töpfe mit Anzuchterde gefüllt und 2-3 Samenkörner in die Erde gesetzt. An einem warmen, sonnigen Ort keimen die Samen in etwa 10-14 Tagen. Ab Mitte Mai können die kleinen Pflanzen dann in einen größeren Topf oder ins Freiland umziehen.
Bei der Pflege der Kapuzinerkresse ist besonders das regelmäßige Gießen wichtig. Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass gehalten werden. Ist im Frühjahr eine Düngung mit Kompost o.ä. erfolgt, ist in der Regel keine weitere Düngung erforderlich, auf armen Böden kann im Sommer noch ein organischer oder mineralischer Volldünger gegeben werden.
Nach dem Verblühen im Herbst können die Samen geerntet werden. Getrocknet, kühl und dunkel aufbewahrt werden sie im Frühjahr wieder ausgesät. Die Pflanze kann nach der Samengewinnung abgeschnitten werden oder stirbt nach den ersten Frostnächten ab.
Im ungeheizten Wintergarten oder einem anderen hellen, frostfreien Raum kann die Kapuzinerkresse auch überwintert werden.
Häufige Schädlinge an der Kapuzinerkresse sind Blattläuse. Soll die Pflanze gegessen werden, ist auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verzichten, der Befall kann aber auch mit natürlichen Mitteln eingegrenzt werden. Ein naturnaher Garten lockt Nützlinge wie den Marienkäfer oder Ohrenkneifer an, die sich von den Blattläusen ernähren. Auch Brennnesselsud mögen die Läuse nicht. Dazu werden Brennnesseln in Wasser für mehrere Tage eingelegt und der gefilterte Sud auf die betroffenen Pflanzen gesprüht.