Knöterich 

Die Gattung Knöterich, die zur Familie der Knöterichgewächse zählt, ist mit etwa 140 Arten eine recht große Gattung, die auf unterschiedlichsten Standorten zu Hause ist. Wie die meisten Pflanzen der Ordnung der Nelkenartigen ist der Knöterich meist krautig, es gibt ein- und mehrjährige Arten. Bei vielen Arten ist die Blüte eher unauffällig, Züchtungen wie der Kerzen-Knöterich "Atropurpureum" bieten im Sommer auch eindrucksvolle Blüten.

Beschreibung
Beim Knöterich gibt es einjährige Arten und mehrjährige Stauden. Wildformen wie der Wasser-Knöterich(Persicaria amphibia) oder der Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper) wachsen in unseren Breiten, wie der Name vermuten lässt, im Wasser oder auf feuchten Standorten. Im Garten werden eher Stauden wie der Polygonum amplexicaule verwendet, die in verschiedenen Sorten und Blütenfarben erhältlich sind. Sie sind auffälliger als die Wildformen und in der Regel ebenfalls recht robust.
Die Blüten sind länglich bis ährig und blühen von Juli bis Oktober, die Blätter sind lang, schmal und meist dunkelgrün.
Sehr eindrucksvoll ist auch der Schlingknöterich (Polygonum aubertii), der sich bis in 8m Höhe an Bäumen und Zäunen hinauf rankt. Er sorgt für eine schöne Begrünung und blüht weiß. Durch sein schnelles Wachstum ist er ideal für schnellen Sichtschutz, bei mangelnder Pflege breitet er sich jedoch ebenso schnell aus und überwuchert den Garten.
Der Schlangen-Knöterich (Persicaria bistorta) wird als Heilpflanze äußerlich bei entzündlichen Erkrankungen wie Geschwüren eingesetzt, innerlich wirkt er zum Beispiel bei Durchfall. Die Wurzeln können als Wildgemüse gegart genossen werden, die Blätter schmecken von April bis August im Salat oder wie Spinat zubereitet.

Systematik
Die Gattung Knöterich (Persicaria) gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Typisch für diese Familie ist eine röhrenförmige Scheide am Blattgrund, die zugehörigen Pflanzen sind meist eingeschlechtlich. Die Blüten sind in der Regel eher unauffällig und klein. Die übergeordnete Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) umfasst eine Vielzahl spezialisierter Pflanzen, die sich an extreme Standortbedingungen wie einen hohen Salzgehalt oder große Trockenheit angepasst haben, wie zum Beispiel die Sand-Nelke. Die Pflanzen sind meist krautig, es gibt in dieser Ordnung nur wenige verholzende Arten. Die zugehörige Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida)kennzeichnet sich durch die in ein Fruchtblatt eingehüllten Samenanlagen.
Zu den Knöterichen werden oft auch die Gattungen Polygonum, Bistorta, Rubrivena, Aconogon und Knorringia gezählt, diese Gattungen sind im Handel ebenfalls als Knöterich erhältlich.
Mit etwa 150 Arten umfasst die Gattung der Knöteriche eine große Anzahl verschiedener Pflanzen, vom flachen Kleinen Knöterich (Persicaria minor) bis zum 1m großen Hohen Knöterich (Polygonum amplexicaule).

Verbreitung
Die verschiedenen Arten und Gattungen des Knöterich sind im gemäßigten Klima weit verbreitet und besiedeln unterschiedlichste Standorte in Asien, Europa und Nordamerika.

Standortansprüche
Der Knöterich wächst auf nahezu allen Gartenböden. Bevorzugt wird ein feuchter, nährstoffreicher Boden und ein sonniger bis halbschattiger Standort. Doch auch im Schatten setzt sich die robuste Pflanze durch, lediglich lang anhaltende Trockenheit wird nicht vertragen. Auf guten, sonnigen Standorten ist die Blütenfülle besonders schön und der Knöterich kommt ideal zur Geltung.
Für den Kübel sind beinahe alle Arten geeignet. Kleine Arten eigenen sich für eine Unterpflanzung von Stämmchen oder gemischt bepflanzte Kübel, größere Arten wirken am besten einzeln.

Kultur im Garten
Im Garten kann der robuste Knöterich beinah überall eingesetzt werden. Der Schlingknöterich verwandelt Bäume im Spätsommer noch einmal in ein Blütenmeer, auch an Hauswänden rankt er schnell empor. Er wird daher auch als "Architektentrost" bezeichnet.
Stauden können im Staudenbeet, je nach Art und Sorte, als Solitärpflanzen oder als Bodendecker eingesetzt werden. Auch zur Unterpflanzung von Gehölzen sind sie gut geeignet. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, im Frühjahr wachsen die Pflanzen schnell zu ihrer vollen Größe aus.
Aufgrund ihrer Robustheit eignet sich der Knöterich auch zur Begrünung von sonst eher unwirtlichen Standorten.

Pflegehinweise
Der Knöterich benötigt nur wenig Pflege. Für volle Blütenpracht empfiehlt sich im Frühjahr die Gabe von Kompost oder Hornspänen, eine weitere Düngung ist nicht erforderlich. In sehr trockenen Phasen sollten vor allem junge Pflanzen gegossen werden.
Die Pflanzen können als vorgezogene Topfpflanzen das ganze Jahr über gepflanzt werden, auch eine Aussaat im Frühjahr ist möglich, gelingt in der Regel problemlos und kann direkt ins Freiland erfolgen. Bei mehrjährigen Arten ist auch eine Vermehrung durch Teilung oder über Stecklinge möglich. Viele Arten samen sich selbstständig aus und sorgen so für Nachwuchs.
Im Frühjahr werden die abgestorbenen Pflanzenteile abgeschnitten, bei zu starkem Wachstum wird auch ein Schnitt im Sommer gut vertragen. Der Schlingknöterich sollte bei starker Ausbreitung ebenfalls regelmäßig zurückgeschnitten werden, er überwuchert sonst schnell Bäume und Zäune und kann diese schädigen.
Krankheiten und Schädlinge treten eher selten auf, nur bei starkem Befall kann die Verwendung eines Pflanzenschutzmittels erforderlich werden.