Magnolien 

Die baum- oder strauchartig wachsende Magnolie umfasst rd. 230 Arten und gehört zur Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae) in der Ordnung der Magnolienartigen (Magnoliales). Mit verschiedenformigen und -farbigen Blüten sorgt sie bereits früh im Jahr für attraktive Blüten.

Beschreibung
Die Magnolie wächst baum- oder strauchartig und kann, je nach Art, Höhen bis zu 30m erreichen. Der Wuchs ist dabei eher langsam, die Endhöhen werden in unseren Breiten in der Regel nicht erreicht.
Die Blätter können immergrün (zum Beispiel bei der Immergrünen Magnolie, Magnolia grandiflora) oder sommergrün sein, sie sind lanzettlich bis eiförmig, meist glatt und von eher dunklem Grün.
Bei den sommergrünen Arten kommt die Blüte bei vielen Arten noch vor dem Blattaustrieb im März/April.
Die Sommermagnolie (Magnolia sieboldii) blüht nach dem Blattaustrieb von Mai bis Juni. Damit ist die Blüte derSommermagnolie weniger anfällig für Spätfröste und kann, sie kann damit auch in etwas kühleren Regionen gepflanzt werden.
Die Blüten in Weiß und Rosa bis Rot stehen endständig, selten auch an seitlichen Kurztrieben. Durch den frühen Blühzeitpunkt, die Fülle, Größe und auffällige Form der Blüten werden Magnolien gern als eindrucksvolles Ziergehölz eingesetzt. Je größer der Strauch wird, umso mehr Blüten setzt sie an.
Nach der Blüte bilden sich Balgfrüchte, die mit den enthaltenen roten Samen im Herbst noch einmal besonders attraktiv wirken.
Die Magnolie ist eine sehr ursprüngliche Pflanze, sie ist eine frühe Übergangsform von Nadel- zu Laubgehölzen, dies zeigt sich noch in den zapfenartigen Früchten. Die Entwicklung der Magnolie reicht über 100 Millionen Jahre zurück.
Die Früchte sind nicht essbar und haben auch kaum Wert für die Ernährung heimischer Wildtiere. Der Rest der Pflanze wirkt bei Aufnahme leicht giftig, insbesondere Rinde und Holz können bei Einnahme zu Vergiftungserscheinungen wie blasigem Hautausschlag und Krämpfen führen.

Systematik
Die Gattung der Magnolien (Magnolia) bildet zusammen mit der Gattung der Tulpenbäume (Liriodendron) die Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae). Diese umfasst verholzende Bäume und Sträucher, die immergrün oder laubabwerfend sein können. Viele Pflanzen dieser Art weisen besonders attraktive Blüten auf und sind als Ziergehölze beliebt.
Sie zählen zur Ordnung der Magnolienartigen (Magnoliales) innerhalb der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida).
Von den insgesamt rd. 230 Arten werden in unseren Breiten etwa 20 Arten und Hybriden sowie verschiedene Sorten kultiviert.

Verbreitung
Magnolien sind in China, Japan, sowie in Mittel- und in Südamerika verbreitet. Die Sommermagnolie wächst in Ostasien in lichten Wäldern.

Standortansprüche
Der beste Standort für die Magnolie ist ein sonniger, windgeschützter Platz. Die frostempfindlichen Blüten sind so vor Spätfrösten besser geschützt. Bei größer werdenden Arten sollte direkt auf ein ausreichendes Platzangebot geachtet werden, da die Magnolie ein späteres Umsetzen nicht gut verträgt.
Der Boden sollte locker, humos und eher feucht sein, der pH-Wert sollte leicht sauer sein.
Für die Pflanzung im Blumenkübel sind die meisten Magnolien geeignet. Besonders langsam wachsende Arten wie die Stern-Magnolie (Magnolia stellata) können lange im Pflanzkübel kultiviert werden. Auch Arten wie die bis zu 10m hoch werdende Sommermagnolie können bis zu einer gewissen Größe im Blumenkübel gehalten werden und ins Freiland umziehen, wenn sie zu groß sind.

Kultur im Garten
Die Magnolie ist ein Solitärgehölz. Sie benötigt einen ausreichend großen Platz in der Sonne, an dem sie ungestört wachsen kann. Nur an exponierten Standorten bildet sich die für viele Magnolien typische, breite und gleichmäßige Wuchsform aus. In Konkurrenz mit anderen Gehölzen wird sich die Pflanze im Wuchs dem Licht entgegen richten, ungleichmäßige und schiefe Ausbildungen der Äste sind die Folge. Durch Schnittmaßnahmen sind solche Standortfehler nicht auszugleichen. Der jährliche Zuwachs ist bei der Magnolie recht gering, er liegt bei etwa 10-30 cm im Jahr. Mit zunehmendem Alter nimmt der Zuwachs ab.
Als Flachwurzler verträgt die Magnolie Störungen wie Graben oder Hacken im direkten Umfeld nicht gut, Gehölze oder tief wurzelnde Stauden sollten daher mit ausreichendem Abstand gepflanzt werden. Mit genügend Abstand sind Moorbeetpflanzen mit ähnlichen Bodenansprüchen wie Rhododendron oder Lavendelheide schöne Beetpartner für die Magnolie.
Die Baumscheibe sollte unkrautfrei gehalten werden, eine Abdeckung mit Rindenmulch verringert das Austrocknen des Bodens und wirkt dazu noch sauer. Verträgliche Bodendecker sind zum Beispiel das Kleine Immergrün (Vinca minor) oder die Schaumblüte (Tiarella cordifolia).
Die Magnolie ist im Handel meist im Container oder als Ballenpflanze erhältlich und trägt oft schon im ersten Jahr Blüten. In den ersten Jahren kann in harten Wintern ein Frostschutz, zum Beispiel mit einem Vlies, erforderlich werden, einmal angewachsen ist die Magnolie frosthart. Pflanzkübel sollten kühl, aber frostfrei überwintert oder geschützt werden. Dies ist besonders bei immergrünen Magnolien wichtig, die auch im Winter weiter Wasser verdunsten. Doch auch laubabwerfende Arten wie die Sommermagnolie sind für eine Abdeckung dankbar. Der Blumenkübel sollte zusätzlich durch das Umwickeln mit Decken oder Ballenleinen vor dem Durchfrieren geschützt werden.

Pflegehinweise
Magnolien werden im Frühjahr oder Herbst in den zuvor gelockerten und bei Bedarf mit Sand oder Torf verbesserten Boden gepflanzt. Das Pflanzloch wird dabei etwa doppelt so groß wie der Pflanzballen ausgehoben, der Aushubboden kann bis zu 1/3 mit gut verrottetem Kompost vermischt werden. Auch das Einbringen eines Langzeitdüngers (Baumfutter) kann jetzt erfolgen. Die Magnolie wird so tief in den Boden gesetzt, wie sie zuvor im Boden oder Topf gestanden hat. Der Aushubboden wird nun wieder in das Pflanzloch eingebracht und lagenweise leicht verdichtet. Mit überschüssigem Boden wird ein Gießrand angehäufelt, der einen etwas größeren Durchmesser als der Ballen aufweisen sollte. Ein sofortiges, gründliches Angießen sorgt für guten Bodenschluss und einen guten Start.
In der ersten Zeit ist die Magnolie sehr anfällig gegen Trockenheit, sie sollte regelmäßig durchdringend gegossen werden, Staunässe ist zu vermeiden. Einmal angewachsen benötigten Magnolien nur noch wenig Pflege, im Frühjahr wird sie mit Hornspänen, Kompost oder organischem Dünger versorgt, in sehr warmen Sommern sollte gegossen werden. Geschnitten werden Magnolien in der Regel nicht, nur so bilden sie ihre typische Form aus. Abgestorbene Äste sollten regelmäßig entfernt werden, auch die Entnahme von einzelnen, störenden Ästen wirkt sich nicht negativ auf die Form aus. Dabei sollten möglichst ganze Äste herausgenommen und nicht nur teilweise zurückgeschnitten werden. Wenn große Arten wie die Sommermagnolie zu groß werden, vertragen sie aber auch einen Rückschnitt im Hochsommer.
In den ersten Jahren können die Gehölze noch verpflanzt werden, später wird ein Umsetzen nicht mehr vertragen.
Im Pflanzkübel benötigen Magnolien ein durchlässiges, saures Substrat. Sie sollten regelmäßig gegossen und gedüngt werden, an frostfreien Tagen muss im Blumenkübel auch im Winter ohne Düngerzugabe gegossen werden. Der Pflanzkübel sollte im Winter geschützt oder zum Beispiel in den Wintergarten geholt werden.
Spätfröste bedrohen die frühe Blüte. Steht eine Frostnacht an, kann das Abdecken der Pflanze mit einem Vlies Schäden verringern. In frostgefährdeten Lagen können auch später blühende Arten wie die Sommermagnoliegepflanzt werden.
Die Vermehrung erfolgt über Absenker, Stecklinge oder Aussaat. Für Absenker wird im Spätsommer ein langer Trieb der Pflanze zum Boden geführt, mit einem Haken befestigt und mit Erde angehäufelt. Die Wuzelbildung kann bis zum übernächsten Jahr dauern, haben sich ausreichend Wurzeln ausgebildet kann der Absenker im Frühjahr von der Mutterpflanze getrennt und verpflanzt werden.
Stecklinge werden im Spätsommer genommen, die Triebe sollten bereits leicht verholzt sein. In Anzuchterde oder Torf-Sandgemisch unter Folie werden die Stecklinge angewurzelt und im Topf zur kleinen Pflanze herangezogen.
Die Aussaat erfolgt im Herbst, durch eine vorherige Lagerung der Samen in feuchtem Sand im Kühlschrank wird die Keimung angeregt. Bei eigener Samengewinnung wird der Samen zuvor noch aus seiner roten Hülle befreit.
Die Samen werden in Anzuchterde gesteckt und etwa 1cm mit Erde bedeckt. Die kleinen Pflänzchen können später in Töpfe und im Frühjahr ins Freiland umziehen. Auch eine Aussaat direkt ins Freiland ist möglich.
Die noch sehr ursprüngliche Magnolie ist sehr resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Selten können Spinnmilben oder Blattläuse auftreten.