Pfingstrose 

Solidago

Die Pfingstrose (Paonia) ist in der Familie der Pfingstrosengewächse die einzige Gattung. Die krautige bis verholzende Staude, die Höhen bis zu 2,50m erreichen kann (Baum-Paeonien), blüht von Mai bis Juni. Die 33 Arten, viele Hybridarten und Sorten umfassen eine große Vielfalt an Blütenformen und Farben.

Beschreibung
Die krautige bis verholzende, mehrjährige Pfingstrose besitzt fiedrige, meist dunkelgrüne Blätter. Die Blüten sitzen endständig und einzeln am Stängel und sind, besonders bei den Gartensorten, auffällig und groß. Die Blütenform variiert von einfachen bis zu gefüllten Blüten und erinnert an eine Rose, daher auch der Name. Den ersten Teil ihres Namens verdankt die Pfingstrose ihrem Blütezeitpunkt von Mai bis Juni (Pfingsten), sie werden im Deutschen auch als Päonien bezeichnet. Der botanische Name wurde von dem griechischen Götterarzt Paian abgeleitet, der mit der Pfingstrose heilte. Auch in der chinesischen Medizin wird sie heute noch eingesetzt. Aufgrund ihrer Giftigkeit sollte hier auf fertige Präparate oder homöopathische Mittel in hoher Verdünnung zurückgegriffen werden. Die Blüte wird bei Darmstörungen, Epilepsie oder Gicht angewendet, was ihr auch den volkstümlichen Namen Gichtrose eintrug.

Systematik
Die Gattung der Pfingstrosen (Paeonia) gehören zur Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae) und umfassen 33 Arten. Sie sind die einzige Gattung dieser Familie und Teil der Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales). Diese Ordnung umfasst auch einjährige Pflanzen und Gehölze wie die Stachelbeergewächse.
Damit gehören die Pfingstrosen zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida), die Samenanlagen sind in geschlossene Fruchtblätter eingehüllt.
In Gärten werden vor allem verschiedene Hybridarten und Sorten verwendet.

Verbreitung
Die Pfingstrose ist in China, Indien, Südeuropa, Indien und Nordamerika beheimatet. In China und Europa wird sie schon seit über tausend Jahren als Medizin- und Gartenpflanze kultiviert. In Europa wurde sie vor allem in Klostergärten angebaut, sie wird daher auch manchmal als Pfaffenrose oder Benediktinerrose bezeichnet.

Standortansprüche
Die Pfingstrose bevorzugt einen eher schweren, lehmigen und tiefgründigen Boden, auf sandigen Böden ist die Blütenfülle sichtbar geringer. Staunässe wird nicht vertragen. Der Standort sollte vollsonnig liegen, eine kurzzeitige Beschattung wird aber toleriert. Da Päonien ein Verpflanzen nicht gut vertragen, sollte der Ort direkt endgültig gewählt werden und ein entsprechender Abstand zu anderen Pflanzen gehalten werden.
Kleinbleibende und langsam wachsende Arten können auch in großen Kübeln gepflanzt werden. Auch hier sollte direkt ein großer Kübel gewählt werden, da auch Umtopfen den Pfingstrosen nicht gefällt. Um Störungen des Wurzelraumes zu vermeiden, sollte auch auf eine Unterpflanzung verzichtet werden.

Kultur im Garten
An guten Standorten können Pfingstrosen Jahre bis Jahrzehnte verbleiben, sie können sogar Alter von über hundert Jahren erreichen. Als langlebige Pflanze entfaltet sie ihre volle Größe und Blütenfülle erst nach einigen Jahren, ist dann aber ein pflegeleichter und treuer Gartenbegleiter.
Als Unterpflanzung für Gehölze ist die Pfingstrose als Sonnen liebende Pflanze nicht geeignet. Da der Wurzelraum nach der Pflanzung möglichst unberührt bleiben sollte, sind auch einjährige Pflanzen, die jährlich erneuert werden, als Partner nicht empfehlenswert. Mehrjährige Stauden wie der Frauenmantel oder Storchschnabel können dagegen gut kombiniert werden, auch Gräser harmonieren gut mit Päonien. Auf einen ausreichenden Pflanzabstand sollte auch hier geachtet werden.

Pflegehinweise
Das Beet sollte vor der Pflanzung gelockert und mit gut verrottetem Kompost angereichert werden. Die beste Pflanzzeit ist für die Pfingstrose, abweichend von vielen anderen Pflanzen, von Ende August bis Oktober. Dann hat die Pflanze ihre Wachstumsphase abgeschlossen, der neue Zyklus beginnt Ende Oktober.
Das Pflanzloch sollte verhältnismäßig groß ausgehoben werden, etwa 50x50x50cm. Der Aushub kann bei Bedarf noch mit Kompost oder anderen Zuschlagsstoffen vermengt werden. Bei Stauden ist darauf zu achten, dass die wurzelnahen, roten Knospen nach der Pflanzung höchstens 3cm mit Erde bedeckt sind, bei Strauch-Päonien, die durch Veredelung hergestellt werden, muss das Edelreis mindestens 10cm tief in der Erde stecken. Der Pflanzabstand sollte einen Meter nicht unterschreiten. Besonders zu Beginn sollten die Pflanzen regelmäßig gegossen werden. Die Düngung erfolgt im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen, eine zweite Düngung mit Volldünger kann im Juli erfolgen.
Nach dem Absterben der oberirdischen Pflanzenteile können diese ab Oktober entfernt werden. Wenn keine Samen gewonnen werden sollen, können die Blüten direkt nach dem Verblühen entfernt werden, dies spart der Pflanze Kraft. In den ersten ein bis zwei Wintern empfiehlt sich eine Abdeckung mit Reisig, danach ist diePfingstrose winterhart.
Die Vermehrung kann über Teilung, Veredelung oder Samen erfolgen. Bei der Teilung besteht bei der empfindlichen Pflanze jedoch immer das Risiko, dass sie nicht wieder anwächst. Bei der Veredelung werden Edelreiser auf Jungpflanzen gepfropft. Die Aussaat erfolgt im Herbst ins Freiland, die Samen werden dünn mit Erde bedeckt und feucht gehalten. Es dauert allerdings 5-6 Jahre, bis die so gewonnenen Pflanzen zur Blüte kommen.
Nach dem Anwachsen sind Pfingstrosen recht resistent, auf nassen Standorten können Pilze wie Grauschimmel oder Stängelfäule entstehen. Selten treten Schädlinge wie Nematoden oder Raupen auf.