Phlox 

Solidago

Die Flammenblumen (Phlox) aus der Familie der Sperrkrautgewächse sind vielseitige, meist mehrjährige Stauden, die im Garten und in Kübeln im Freiland gepflanzt werden. Bodendeckende Sorten, die auch unter Gehölzen gedeihen, kompakte oder bis zu 150cm hohe Sorten und eine große Blütefarbenauswahl passen in jedes Staudenbeet. Die zwischen April und September blühenden Sorten sorgen mit intensivem Duft auch für die Insektenwelt.

Beschreibung
Die Gattung Phlox, die Flammenblumen, umfassen ein breites Spektrum an Farben und Formen, vom niedrigen Polsterphlox bis zum Hohen Staudenphlox, der Höhen über 1m erreichen kann.
Die Blätter variieren nach Art und Sorte, sie sind meist ei- bis lanzenförmig, die größten Blätter hat der Großblatt-Phlox (P. amplifolia), der als Wildsorte außerdem sehr robust ist und oft von Juni bis September blüht.
Die Blüten der Flammenblumen weisen Farben von sanftem Weiß (z.B. P. maculata `Schneelawine´) bis zu violett (z.B. P. paniculata `Violet Flame´) auf, auch mehrfarbige Blüten kommen vor, wie bei dem rosa-weiß gestreiften P. subulata 'Candy Stripes' . Der Duft ist nicht nur für Insekten betörend, der intensive, bei einigen Sorten etwas schwere, aber angenehme Geruch ist vor allem im Sommer wahrnehmbar. Die Blüten sind ungefüllt und stehen eng aneinander an den Blütenständen.
Bei den Flammenblumen gibt es früh-, mittel- und spätblühende Sorten. Früh blühende Sorten wie der niedrige Teppichphlox (P. subulata) blühen im April/Mai, der Hohe Phlox (P. paniculata) blüht je nach Sorte von Juni bis September.
Die Pflanze ist nicht giftig, aber auch nicht zum Verzehr geeignet.

Systematik
Die Gattung Phlox gehört zur Familie der Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae), die auch Himmelsleitergewächse genannt werden. Diese Familie umfasst einjährige und mehrjährige, krautige Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden und Kapselfrüchte bilden.
Die Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales), zu denen die Flammenblumen gehören, umfasst Pflanzen, die tendenziell eher auf sauren Böden gedeihen (Heide) und oft in Symbiose mit Mykorrhiza Pilzen leben. Diese Wurzelpilze liefern der Pflanze Nährstoffe und Wasser und erhalten im Gegenzug Assimilate aus der Photosynthese der Pflanze. Ein Vorteil für beide Parteien und eine Anpassung an eher nährstoffarme Heidestandorte.
Sie gehören zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida), bei denen die Samenanlagen in einem geschlossenen Fruchtblatt (bedeckt) liegen.
Die Flammenblumen teilen sich weiter in 70 Arten, von denen nur der P. drummondii (Einjähriger P.) einjährig ist. Die anderen Arten sind mehrjährig überdauernde Stauden. Es gibt dabei immergrüne Arten wie den Polsterphlox (P. subulata), frühjahrsblühende Arten und Sorten und den wohl bekanntesten Garten- oder Sommerphlox (P. paniculata). Dazu kommen zahlreiche Züchtungen und Hybridformen.
Der Name stammt vom griechischen "Phlox", das Flamme oder loderndes Feuer bedeutet. Auf diesen Ursprung geht auch die deutsche Bezeichnung Flammenblume zurück. Mit ihren auffälligen, leuchtenden Blüten, die im Sommer voll zur Geltung kommen, werden die Pflanzen ihrem Namen gerecht.

Verbreitung
Flammenblumen sind ursprünglich vor allem in Nordamerika verbreitet, wo sie zwischen dem nördlichen Illinois und dem südlichen Georgia breit gefächerte Standortbedingungen vorfinden. Dabei haben sich die Pflanzen in Blattform, Wuchshöhe und Blütenfarbe an diese Bedingungen angepasst, ein Umstand, dem wir die große Vielfalt der Phloxe verdanken. Nach Europa kamen sie im 18. Jahrhundert, seitdem sind durch Züchtungen viele neue und reichblühende Sorten entstanden.

Standortansprüche
Die meisten Flammenblumen gedeihen am besten in frischen, durchlässigen Gartenböden mit einem guten Nährstoffgehalt (z.B. durch Humus) und einem eher neutralen pH-Wert. Idealerweise sind die Bedingungen ähnlich wie in der Heimat der Pflanzen, Nordamerika, wo sie vor allem in lichten Wäldern und an Waldrändern wachsen, also in etwas absonniger Lage. Damit eignen sie sich gut für die Unterpflanzung von lichten Gehölzen. Volle Sonne wird aber auch vertragen.
Es gibt bei der Vielzahl der Züchtungen auch Sorten, die trockene, sandige Böden bevorzugen, zum Beispiel der Polsterphlox oder der weißblühende P. paniculata 'Casablanca' .
Phloxe können auch gut in Kübeln, Blumenampeln oder Balkonkästen gepflanzt werden, hier eigenen sich kleiner bleibende Arten wie der unkomplizierte einjährige Phlox.
Die Blüten kommen auch im sommerlichen Blumenstrauß zur Geltung, krümeln allerdings etwas.

Kultur
Die Flammenblumen sind eine klassische Staude für den Bauerngarten. Sie sind mehrjährig, robust, blühen lange und sorgen für angenehmen Duft. Nach dem Pflanzen (bei Containerpflanzen) oder Säen blühen sie bereits im ersten Jahr kräftig und lange, mehrjährige Sorten werden im Laufe der Jahre dichter und schöner. Ein regelmäßiger Schnitt unterstützt diese Entwicklung.
Mit verschiedenen Arten reicht die Blütezeit von April bis September, die Blüten wechseln sich dabei ab und lassen das Beet lange leuchten.
Die große Farbvielfalt lässt sich untereinander oder auch mit anderen Sommerblühern wie Rosen, Rittersporn oder Sonnenhut zu einem grandiosen Farbenspiel kombinieren. Auch die Vergesellschaftung mit Gräsern passt optisch gut zur Flammenblume.
Besonders gut wirken harmonische Farbkombinationen wie blauer Phlox mit weißen Schleifenblumen, rot-gelbe Kombinationen oder verschiedene, harmonisierende Rottöne. Der Fantasie sind beim Kombinieren keine Grenzen gesetzt.
Der Hohe Phlox, aber auch andere höher wachsende Arten, kommen im Prachtstaudenbeet gut zur Geltung.
Für den Steingarten eignen sich der Kriechende Phlox (P. stolonifera) oder auch der Polsterphlox.

Pflegehinweise
Flammenblumen sind im Handel als Stauden im Container oder als Samen erhältlich. Im Container können sie das ganze Jahr über bei frostfreier Witterung gepflanzt werden. Ein sorgfältiges Andrücken der Erde und eine anschließende Wässerung sorgen für einen guten Wurzelschluß und schnelles Anwachsen. In der ersten Zeit sollte die Erde nicht austrocknen, bei Bedarf muss gewässert werden.
Aus Samen wird meist der Einjährige Phlox gezogen. Die Samen werden in kleinen Töpfen oder Schalen vorgezogen, dazu werden die Samen in Anzuchterde gegeben, flach mit Erde bedeckt und feucht gehalten.
Von März bis April können die Pflanzen ins Freiland gesetzt werden.
Die Wildformen können auch über eigene Samen vermehrt werden, die Samen von gezüchteten Sorten sind in der Regel nicht sortenecht.
Die Vermehrung erfolgt klassisch durch Teilung. Dazu wird die Pflanze im Herbst mit einer Grabegabel oder vorsichtig mit einem Spaten aus dem Boden gehoben und der Wurzelstock mit dem scharfen Spaten oder einem großen Gartenmesser geteilt. Die so gewonnenen neuen Pflanzen werden an der gewünschten Stelle wieder eingepflanzt und wurzeln schnell an.
Wenn die Pflanze im Herbst ihre Energie in die Wurzeln zurückzieht und das Grün verwelkt, kann sie kurz oberhalb des Bodens abgeschnitten werden. Die Stängel können aber auch den Winter über stehen bleiben und kurz vor dem Neuaustrieb entfernt werden. Sie bieten Wind- und Bodenschutz, Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten und sorgen dafür, dass das Staudenbeet weniger kahl wirkt.
Immergrüne Arten werden nach der Blüte zurückgeschnitten und treiben dicht wieder aus.
Die Flammenblumen überstehen Trockenperioden mit ihrem tiefen Wurzelsystem gut, nach dem Anwachsen ist das Gießen nur bei länger andauernder Trockenheit erforderlich. Dabei ist eine gründliche Wässerung alle paar Tage günstiger als die tägliche Gabe von geringen Wassermengen. Gerade auf trockenen Böden dringen kleine Mengen kaum in den Boden ein und das Wasser verdunstet zu einem Teil bereits, bevor die Pflanze es nutzen kann.
Zur Nährstoffversorgung reicht eine Düngung des Staudenbeetes im Frühjahr mit einem organischen Dünger (z.B. Hornspäne) oder einem Langzeit-Volldünger aus. Auf sehr armen Böden kann eine weitere mineralische Düngung im Sommer die Blüte fördern, eine zusätzliche Bodenverbesserung mit Kompost ist auf Dauer empfehlenswert und wird auch von den Begleitpflanzen mit erhöhter Vitalität quittiert.
Krankheiten und Schädlingen wird am besten mit einer guten Pflege vorgebeugt. Trotzdem kann die Staude von Krankheiten und Schädlingen befallen werden, zum Beispiel Mehltau, Ählchen oder auch Läusen. Mehltau ist an dem weißen Belag auf den Blättern erkennbar, der Echte Mehltau befällt die Oberseite und ist abwischbar, der Falsche Mehltau bildet Pilzrasen auf der Blattunterseite.
Die Entfernung befallener Pflanzenteile und ihre Entsorgung über den Müll (nicht den Kompost) ist der wichtigste Schritt der Bekämpfung. Bei starkem Befall kann zusätzlich mit einem Pflanzenschutzmittel (Fungizid) behandelt werden. Es gibt auch mehltauresistente Züchtungen, die im Fachhandel zu beziehen sind.
Bei einem Befall mit Ählchen, auch Nematoden oder Fadenwürmer, kümmern die Blätter und die Stiele verkrümmen sich. Die sofortige Entfernug aller oberirdischen Pflanzenteile reduziert den Befall. Da die Fadenwürmer am Grund der Wurzeln überwintern, ist die endgültige Bekämpfung schwieriger. Wer nicht auf Pflanzenschutzmittel zurückgreifen will, kann versuchen, den Phlox umzupflanzen oder durch Wurzelstecklinge neue Pflanzen heranzuziehen. Gegen Nematoden wirken auch Tagetes (Studentenblumen), die die Schädlinge mit giftig wirkenden Substanzen in ihren Zellen dezimieren. Die einjährigen Sommerblumen in orangefarbenen und gelben Tönen können dabei das Beet auch optisch bereichern.