Rhododendron 

Solidago

In der großen Gattung Rhododendron finden sich viele Arten und Sorten, die auch in unseren Breiten im Garten kultiviert werden können. Mit besonders robusten Hybriden, unterschiedlichen Wuchsformen und einer Vielzahl von verschieden Sorten sorgen Rhododendren im April/Mai für ein spektakuläres Blütenmeer. Wie viele andere Heide- und Moorgewächse zählen sie zur Familie der Heidekrautgewächse in der Ordnung der Heidekrautartigen.

Beschreibung
Der Rhododendron umfasst neben den bekannten, großblumigen Sträuchern auch einige baumartig wachsende Arten und solche, die im Dschungel auf Bäumen wachsen.
Die Rhododendren, die hier in Gärten kultiviert werden, sind meist immergrüne, kompakt wachsende Arten mit Höhen von 0,5 m bis zu mehreren Metern.
Die Blätter sind meist dunkelgrün, glänzend und fest, die Form ist lanzettlich bis eiförmig. Die Blüten sind endständig und glocken- bis trompetenförmig. Die reiche Blüte von April bis Mai macht den Rhododendron in dieser Zeit unverwechselbar, dazu kommt ein angenehmer Duft, der bei Sorten wie der 'Rose Duft' besonders ausgeprägt ist. Es gibt jedoch aus Sorten, die schon im Februar/März blühen (z.B. Rhododendron 'Praecox') oder auch erst im Juni (z.B. die Wildart Rhododendron arborescens). Die Blütenknospen bilden sich bereits im Herbst und kommen im folgenden Jahr zur Blüte. Einige Sorten wie die `September Flair`zeigt von September bis Oktober bereits eine Vorblüte.
Die meist eher unscheinbaren Früchte sind weder für den menschlichen Verzehr geeignet, noch bieten sie Nahrung für heimische Vögel oder Insekten.
Veredelungen von Rhododendron werden besonders bei wurzelschwachen Sorten durchgeführt. Als Unterlage werden dabei Arten verwendet, die kräftig wurzeln oder auch besonders kalktolerant sind (zum Beispiel Inkarho Unerlagen).
Der Name setzt sich aus dem griechischen rhodo (Rose) und dendron (Baum) zusammen. Der "Rosenbaum" wurde aufgrund seiner an Rosen erinnernden Blüten und dem, im Gegensatz zu Rosen, baumartigen Wuchs benannt.
Alle Teile des Rhododendron sind giftig, auch für die meisten Haustiere. Bereits kleine Mengen können zu Symptomen wie vermehrtem Speichelfluss, Durchfall und Übelkeit führen. Größere Mengen können zu Atem- und Herzstörungen führen.
In der Homöopathie wird der Rhododendron in starker Verdünnung für die Behandlung von Rheuma und Neuralgien eingesetzt.

Systematik
Die Gattung Rhododendron zählt zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Dies sind meist verholzende, überwiegend laubabwerfende Sträucher. Dazu zählen auch essbare Arten wie die Heidel- oder Preißelbeere. Innerhalb der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales) gehört der Rhododendron zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida). Die Samenanlagen sind bei dieser Klasse von einem Fruchtblatt eingeschlossen.
Die größte Untergattung ist die der Rhododendron mit 500 Arten, zu denen auch die Alpenrosen gehören. Aus der Untergattung Hymenanthes werden die meisten in Gärten verwendeten Rhododendren gezüchtet. Auch Kreuzungen unterschiedlicher Arten werden verwendet, bekannte Hybriden sind zum Beispiel die Yakushimanum-Hybriden, die eher flach und kompakt wachsen. Sie gelten außerdem als besonders winterhart. Williamsianum-Hybriden wachsen eher schwach und zeichnen sich durch glockenartige Blüten aus. Mit vielen Sorten bleibt kaum ein Farbwunsch offen.

Verbreitung
Die Gattung Rhododendron ist beinah auf der gesamten Welt verbreitet. In Europa gibt es 10 heimische Arten, darunter die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), die in den Alpen beheimatet ist. Viele Arten stammen aus Asien, tropische Arten sind überwiegend in Südostasien und in Australien zu finden. Die meisten Arten wachsen in lichten Waldbereichen.

Standortansprüche
Der ideale Boden für die Rhododendren ist ein lockerer, eher sandiger und humoser Boden. In schweren Böden können sich die Wurzeln nur schlecht ausbreiten, die Pflanze beginnt häufig zu kümmern. Der Boden sollte feucht, aber nicht nass sein. Als typische Moorbeetpflanzen bevorzugen sie einen eher sauren pH-Wert von 4,2-5,5. Durch die Verwendung kalktoleranter Unterlagen werden aber auch neutrale Böden bis zu einem pH-Wert von 6,5 vertragen.
Der Standort sollte halbschattig oder im lichten Schatten unter Gehölzen gewählt werden. Bei praller Sonne tragen die Blätter schnell Verbrennungen davon, besonders die Mittagssonne ist hier gefährlich. An exponierten Standorten kann in heißen Sommern ein Sonnenschutz (z.B. Schattiernetz) angebracht werden. Ein zu schattiger Standort wirkt sich negativ auf die Blüte aus.
Kleinbleibende, eher langsam wachsende Arten sind auch gut für die Pflanzung im Blumenkübel geeignet. Die Yakushimanum-Hybriden oder der Rhododendron williamsianum sind hier zum Beispiel gut geeignet.

Kultur im Garten
Rhododendren sind im Handel meist als Ballenware oder im Container in Größen von 0,3 bis 1,5 m erhältlich, in speziellen Baumschulen erhalten Sie auch deutlich größere Pflanzen. Mit ihrem kompakten Ballen vertragen die Pflanzen das Umsetzen gut, sie haben meist noch im ersten Jahr einen guten Zuwachs und kommen zur Blüte.
Der immergrüne Rhododendron bietet auch im Winter Sichtschutz. Große Arten wachsen zu hohen und breiten Hecken heran, die auch einen starken Rückschnitt vertragen. Im Beet wirken die Pflanzen in kleinen, farblich abgestimmten Gruppen besonders gut, dabei können sie zur Unterpflanzung von lichten Gehölzen verwendet werden. Das eher saure Milieu unter Gehölzen wird vom Rhododendron sehr gut vertragen. Auch unter Nadelgehölzen wachsen sie gut, solange genügend Licht durch die Äste dringt. Die Kiefer ist hier zum Beispiel ein guter Partner. Sie wächst auf ähnlichen Bedingungen wie der Rhododendron und lässt genügend Sonnenlicht durch.
Andere Moorbeetgewächse, wie die Winterheide, können ebenfalls gut kombiniert werden.

Pflegehinweise
Rhododendren werden am besten im Frühjahr oder Herbst (Pflanzzeit) gepflanzt. Bei Containerpflanzen ist auch eine Sommerpflanzung möglich, hier ist auf ausreichende Wasserversorgung zu achten.
Normaler Gartenboden ist, außer in Moorgebieten, meist zu kalkhaltig. Hier kann auf kalktolerante Arten zurückgegriffen oder eine Bodenverbesserung durchgeführt werden. Mit ungedüngtem Torf kann der pH-Wert nach unten korrigiert werden. Alternativ wird auch durch die Zugabe von Kompost (insbesondere Laub-Kompost) eine Versauerung des Bodens erreicht. Zum Gießen sollte auf Regenwasser zurückgegriffen werden, so steigt der pH-Wert nicht durch oft kalkhaltiges Leitungswasser. Dies spielt für Pflanzen im Blumenkübel aufgrund des geringen Erdvolumens eine besonders große Rolle.
Bei der Pflanzung im Pflanzkübel ist daher auch die Wahl der richtigen Erde wichtig. LuftdurchlässigePflanzkübel aus Terracotta oder Holz sind für die empfindlichen Wurzeln von Rhododendren besonders gut geeignet. Eine Drainageschicht aus Perlite oder Blähton sorgt ebenfalls für optimale Luftzufuhr. Der Topf sollte für die flach wurzelnde Pflanze eher breit als hoch gewühlt werden. Die Erde sollte durch regelmäßiges Gießen feucht gehalten werden, bei den immergrünen Pflanzen wird auch im Winter an frostfreien Tagen gewässert, um ein Austrocknen zu verhindern.
Für die Düngung eignen sich besonders spezielle Rhododendron-Dünger. Gedüngt wird im April vor der Blüte und nach Abschluss der Blüte im Juni. Auch mineralische Dünger, die sauer wirken, können verwendet werden. Auf stark stickstoffhaltige Dünger sollte besonders im Sommer verzichtet werden, die Triebe und Knospen werden sonst schnell weich und damit anfällig für Krankheiten.
Nach der Blüte werden verwelkte Blüten am besten ausgebrochen, so kann die Pflanze ihre Kraft in Wachstum und die Anlage neuer Blütenknospen stecken.
Bei älteren, großen Pflanzen kann ein Rückschnitt erfolgen. Auch Formschnitte sind möglich. Dabei wird sowohl ein Rückschnitt der Triebe als auch ein Auf-den-Stock setzen vertragen. Der beste Zeitpunkt ist etwa im Februar/März an frostfreien Tagen, bevor die Pflanze austreibt. Da die Knospen zu dieser Zeit bereits am Strauch sind, ist bei einem starken Rückschnitt in diesem Jahr nur mit wenig Blüten zu rechnen. Trockene, verletzte oder erkrankte Pflanzenteile sollten fortlaufend entfernt werden.
Über Stecklinge oder Absenker können Rhododendren einfach selbst vermehrt werden. Die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung ist der Spätsommer. Dazu werden an einem nicht zu heißen Tag etwa 10cm lange Triebe von der Mutterpflanze geschnitten. Die Blätter werden zur Verringerung der Verdunstung mit einem scharfen, sauberen Messer um etwa die Hälfte eingekürzt. Am Ende des Stecklings wird das Holz auf etwa 2-3cm Länge angeschnitten, um die Wurzelbildung zu fördern. In ein Torf-Sandgemisch oder Anzuchterde gesteckt wurzeln sie unter Folie und unter feuchten Bedingungen nach 6-8 Wochen an. Absenker können von Frühjahr bis Sommer durch das Absenken eines Triebes in die Erde gewonnen werden. Nach der Wurzelbildung wird er von der Mutterpflanze getrennt und kann bald verpflanzt werden.
Rhododendren leiden schnell unter schlechten Bodenbedingungen und fehlerhafter Dünung, Blattverfärbungen oder auch absterbende Triebe sind Zeichen für solche Mangelerscheinungen. Diese sollten zeitnah durch angepasste Düngung behoben werden. Unter schlechten Bedingungen können Pilzerkrankungen wie Blattflecken oder Rost gefördert werden.
Ein typischer Schädling ist die Rhododendronzikade. Diese ist erkennbar an braunen, eingetrockneten Knospen, die durch die Eiablage und die damit einhergehende Pilzinfektion entstehen. Die Larven verlassen die Knospe etwa im April, bei einem Befall sollten die befallenen Teile daher frühzeitig entfernt und entsorgt werden. Gegen die erwachsenen Tiere und Larven sind im Handel auch spezielle Pflanzenschutzmittel erhältlich.