Schleierkraut 

Die Gattung der Schleierkräuter oder Gipskräuter (Gypsophila) umfasst etwa 100 Arten in der Familie der Nelkengewächse. Die besonders in Steingärten eingesetzten Pflanzen gehören zur Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales).

Beschreibung
Das meist krautig wachsende, mehrjährige Schleierkraut erreicht, je nach Art, Höhen von 0,2 bis zu 1 m. Der Wuchs ist eher locker, die Blätter sind klein und lanzettlich, dabei meist dunkelgrün und fleischig.
Die Blüten sind beim Teppich-Schleierkraut einfach und stehen einzeln, beim Rispigen Gipskraut stehen mehrere, kleine Blüten in lockeren Rispen. Neben den weißen Wildarten gibt es auch rosafarbene Züchtungen wie die Sorten `Rosea´ oder `Rosenschleier´. Die Blüte dauert etwa von Juni bis September.
Der deutsche Name Gipskräuter leitet sich von ihrem Vorkommen auf Gipsgestein her, den Namen Schleierkrautverdanken sie ihren luftigen, weißen Blüten, die schleierartige Teppiche bilden. Nach der Blüte erscheinen die kleinen Samenkapseln.
Die Wurzeln des Rispigen Gipskrautes enthalten Saponine und wurden als Waschmittel und zur Körperpflege verwendet. In der Naturheilkunde wird es zur Lösung von zähem Schleim bei Erkältungen angewendet, es wirkt außerdem harntreibend.

Systematik
Die Gattung der Schleierkräuter (Gypsophila), auch als Gipskräuter bekannt, zählen zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Diese sind meist krautige Pflanzen, deren schmale Blätter sich gabelig verzweigen. Viele ihr zugehörige Gattungen werden als Zierpflanzen verwendet. Sie gehört zur Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales), der auch viele Nutzpflanzen wie der Spinat oder der Amarant angehören. Die übergeordnete Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) ist gekennzeichnet durch von einem Fruchtblatt eingeschlossene Samenanlagen.
Von den am häufigsten im Garten verwendeten Arten wie dem Rispigen Gipskraut (Gypsophila paniculata) oder dem niedrig wachsenden Teppich-Schleierkraut (Gypsophila repens) sind im Handel auch Hybriden und Sorten mit rosafarbenen Blüten erhältlich.

Verbreitung
Die meisten Arten sind im Mittelmeerraum beheimatet, einige Arten finden sich auch in Europa und Asien in gemäßigten Klimazonen. Die Pflanzen wachsen auf mageren, sandigen Standorten und Trockenrasen. Das Rispige Gipskraut besiedelt auch Bauschutthalden und Bahndämme.

Standortansprüche
Das Schleierkraut hat am liebsten einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte sandig, eher trocken und kalkhaltig sein. Zur Anreicherung des Bodens mit organischer Substanz und zur Versorgung mit Nährstoffen kann Kompost zugesetzt werden. Da Kompost leicht sauer wirkt, empfiehlt sich parallel eine Kalkung des Bodens.
Im Pflanzkübel ist das Schleierkraut pflegeleicht, der Blumentopf sollte nie ganz austrocknen und die Pflanze regelmäßig gedüngt werden.

Kultur im Garten
Einmal angepflanzt sorgt das Schleierkraut über mehrere Jahre für ein Blütenmeer im Sommer. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, ein Winterschutz ist bei den gängigen Arten nicht erforderlich.
Durch die schlichte, luftige Blüte lässt sich das Schleierkraut beinah mit allen Stauden oder kleinen Gehölzen kombinieren und bildet einen schönen Rahmen. In Gruppen wirken die Pflanzen beinah wie eine Wolke im Beet. Kriechende Arten bilden schöne Bodendecker. Auch im Steinbeet kommen die Pflanzen gut zur Geltung.
Im Pflanzkübel sind sie besonders zur Unterpflanzung von größeren Gehölzen oder Stämmchen geeignet.
Als Schnittblume in der Vase sorgt das Schleierkraut für Leichtigkeit, gerne wird es zum Beispiel in Rosensträußen verwendet. Auch für Trockenblumen ist es geeignet. Die geschnittenen Blütenstängel werden dazu kopfüber getrocknet und können in Kränzen oder herbstlichen Gestecken verarbeitet werden.

Pflegehinweise
Aus dem Container ist die Pflanzung von Frühjahr bis Herbst möglich, besonders im Sommer ist darauf zu achten, die frisch gepflanzten Stauden feucht zu halten. Sie benötigen nur wenig Dünger, bei nachlassender Blüte kann im Frühjahr mit Kompost, Hornspänen oder einem organischen Volldünger gedüngt werden. ImPflanzkübel sollte eine regelmäßige Düngung erfolgen.
Die Aussaat erfolgt von März bis Juli in Aussaatschalen oder direkt ins Freiland. Die Samen werden leicht mit Erde bedeckt, leicht angedrückt und feucht gehalten. Zur Vermehrung können die Samen auch leicht von eigenen Pflanzen gewonnen werden.
Alternativ kann das Schleierkraut auch über eine Wurzelteilung im Frühjahr vermehrt werden. Dazu werden kräftige Pflanzen aus der Erde gehoben und der Wurzelstock mit einem scharfen Messer oder Spaten geteilt. Die Teilstücke können danach an ihrem neuen Standort eingepflanzt werden.
Nach der Blüte regt ein Rückschnitt zu einer zweiten Blüte an, dabei sollte die Pflanze etwa um ein Drittel eingekürzt werden.
Bei Staunässe kann am Schleierkraut Wurzelfäule auftreten. Betroffene Pflanzen werden mit der Wurzel entfernt und entsorgt, vor einer Neupflanzung sollte der Boden mit Sand verbessert oder drainiert werden. Andere Erkrankungen oder Schädlinge treten selten auf, das Schleierkraut wird auch von Schnecken meist verschmäht.