Solidago 

Die Goldrute (Solidago) ist eine Gattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Wie viele Vertreter dieser Familie enthalten sie medizinisch wirksame Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe und ätherische Öle. Die ausdauernden, krautigen Pflanzen zählen zur Ordnung der Asternartigen (Asterales).

Beschreibung
Die mehrjährige Goldrute kann Höhen von 0,05 bis 1 m erreichen, die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) kann sogar bis zu 2m hoch werden.
Die Blätter sind glatt bis behaart und meist gezähnt, sie sind lanzettlich bis oval geformt.
Die Blüten stehen meist eng beieinander, die Zungenblüten sind strahlend gelb, daher auch der Name Goldrute. Die Blüte, die von August bis in den Herbst hinein blüht, ist eine gute Bienenweide und dient auch anderen Insekten als Nahrung. Die kanadische Goldrute (Solidago canadensis) hat sich als Neophyt in den letzten Jahren in einigen Gebieten stark ausgebreitet und gilt als invasiv. Sie verdrängt heimische Wildpflanzen und wird vielerorts bekämpft.
In der Naturheilkunde wird vor allem das Kraut der Gewöhnlichen Goldrute (Solidago virgaurea) als Tee oder Tinktur bei Nieren- und Blasenerkrankungen eingesetzt. Sie wirkt ausleitend und antibakteriell. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der Homöopathie wird die Goldrute eingesetzt.

Systematik
Die Gattung der Goldruten (Solidago) zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Kennzeichnend für diese Familie sind die korbartig angeordneten Einzelblüten. Diese wirken gemeinsam wie eine Einzelblüte. Sie gehören zur Ordnung der Asternartigen (Asterales) und damit zur Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida).
Die Gattung umfasst etwa 100 Arten.

Verbreitung
Die meisten Arten stammen aus Nordamerika, einige auch aus Südamerika. In Europa und Asien wachsen nur wenige Arten, in unseren Breiten ist die Gewöhnliche Goldrute heimisch. Hier wächst sie bevorzugt in lichten, feuchten Laubwäldern und auf Lichtungen auf eher magerem, trockenen Boden.

Standortansprüche
Die Goldrute bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, hier liefert sie auch die größte Blütenfülle. Der Boden sollte locker und humos sein, viele Arten vertragen auch trockenere Standorte. Arten wie die Riesen-Goldrute benötigen einen frischen Standort. Auf schweren Böden sollte vor der Pflanzung Sand hinzugegeben werden, um die Luftführung zu verbessern.
Kleinbleibende Arten wie die Zwerg-Goldrute können auch in einem Pflanzgefäß kultiviert werden.

Kultur im Garten
Nach dem Anwachsen bzw. der Aussaat treiben Solidago im Frühjahr aus und blühen von August bis Oktober/November. Die meisten Arten samen sich selbst aus und können so bald den gesamten Garten einnehmen und auch Nachbarflächen besiedeln. Dies kann mit einem Rückschnitt der Pflanze direkt nach der Blüte verhindert werden, die Samen können so nicht ausreifen. Besonders bei der invasiven KanadischenGoldrute sollte eine Ausbreitung vermieden werden, besser ist es, auf weniger vermehrungsfreudige und heimische Arten auszuweichen. Da sich Solidago auch unterirdisch über Wurzelausläufer ausbreitet, kann der Einbau einer Wurzelsperre im Beet sinnvoll ein.
Mit ihrem leuchtenden Gelb strahlt die Goldrute im sommerlichen Staudenbeet mit Pflanzen wie dem Sonnenhut oder Astern um die Wette. In kleinen Gruppen kommen sie dabei besonders gut zur Geltung. Auch Gräser, Sommer- und Zwiebelblumen eignen sich als Beetpartner. Im Pflanzkübel können ebenfalls andere sommerblühende Stauden und Blumen kombiniert werden.
Die auffälligen, großen Blüten wirken auch in der Blumenvase und lockern Blumensträuße auf.

Pflegehinweise
Aus dem Container können Solidago das ganze Jahr über ins Freiland oder in ein Pflanzgefäß gesetzt werden. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr direkt ins Freiland, der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 0,3 m betragen. Zu Beginn sollte der Boden auch bei trockenverträglichen Arten feucht gehalten werden. Später genügt es meist, in längeren Trockenperioden zu wässern.
Der Boden sollte vor der Pflanzung oder Aussaat bei Bedarf mit Sand vermischt werden, gut verrotteter Kompost sorgt für einen guten Start. Später benötigen die Pflanzen nur noch gelegentliche Düngergaben, zum Beispiel mit Kompost oder Hornspänen, die im Frühjahr ausgebracht werden. Eine zu starke Düngung quittiert die Pflanze oft mit Kümmern oder dem Ausbilden zu weicher Triebe (Stickstoffüberschuss).
Im Pflanzkübel wird während der Wachstumsphasen kontinuierlich aber mäßig gedüngt.
Die Vermehrung erfolgt über Samen, diese können einfach selbst aus den Früchten gewonnen werden. Kommt die Pflanze zur Samenbildung, kann sie sich im Garten stark selbst ausbreiten. Es sollten daher für die Samengewinnung nur einige Blüten stehen bleiben, der Rest wird nach der Blüte abgeschnitten.
Die Goldrute kann auch durch Teilung des Wurzelstockes im Frühjahr oder Herbst vermehrt werden.
Solidago werden selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen, die Jauche aus Goldrutenkraut wird im biologischen Gärtnern sogar bei Pilzerkrankungen auf befallene Pflanzenteile gespritzt, sie wirkt keim- und pilzhemmend.
Auch gegen Schneckenfraß sind die Pflanzen recht resistent, sie werden nur bei mangelnden Alternativen angefressen.